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Femi-schismus

Mariam Lau schreibt in der Welt einen kritischen Artikel zu Alice Schwarzer in der Welt (via Genderama). Alice Schwarzer ist eine kontroverse Figur des Zeitgeschehens: Sie erwarb sich unbestreitbare Verdienste um die Gleichberechtigung der Frauen; auf der anderen Seite hat sie sich mit Äußerungen selbst desavouiert, die jedem zur Empathie fähigen Menschen, Feminist oder Macho, die Kinnlade herunterklappen lassen müssten. So hetzte sie als Apologetin der sogen. „schleichenden Islamisierung Europas“ gegen Muslime und befürwortete schwerste Körperverletzung, so lange sie sich nur gegen Männer richtet. Das ist nicht gut, aber die Welt ist nicht schwarzweiss und viele Personen der Zeitgeschichte, von Martin Luther bis Friedrich Nietzsche waren kontroverse Persönlichkeiten.

alice_bildSo siehts aus… (Bild-Bildquelle)

Was ich grundsätzlich nicht verstehen kann, ist, dass bei jeder Kritik an ihrer Säulenheiligen sofort Feministen anrücken, und zwar mit Vorwürfen, die so altbacken sind, dass, wären sie eine Art Brötchen, man sich vermutlich alle Zähne ausbeissen würde. Und hier fängt die Kritik an, dem man dieser Art von Feminismus machen muss: Offensichtlich sind sie, die Feministen, eben keine empathie-fähigen Menschen, jedenfalls nicht, was das Darüber-Hinaus-Denken ihrer Geschlechterrolle betrifft. So schreibt die eigenbezeichnete „Feministin Christina Passberger“ im Kommentarbereich des Welt-Artikels:

„…gehören Sie etwa selbst noch zu den ,Alt-Paschas, an denen die Moderne spurlos vorbeigelaufen ist ?“

„Und Feminismus als totalitäre Ideologie zu bezeichnen ist ja wohl der Gipfel.“

„Als totalitäre Ideologie bezeichne ich es, wenn z.B. islamistisch gepolte Männer ihren Frauen im Namen der Religion verbieten, mit anderen Männern zu sprechen oder überhaupt am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilzunehmen.“

Die eine Sache ist die, dass eine Kritik an Alice Schwarzer einen offensichtlich automatisch in den Stand eines „Pascha“ erhebt. Geschenkt. Die andere Sache, die einem auch in der Diskussion mit sogen. „Islamkritikern“ immer wieder begegnet, ist: Was für einen Unterschied macht es eigentlich, ob Leute wie „Christina Passberger“, den Islam zur „totalitären Ideologie“ erklären und darauf ihre „Islamkritik“ aufbauen? Macht das den Islam in irgendeiner Weise weniger zur Weltreligion, weil offenbar hervorragend dafür qualifizierte Experten den Islam diesen Status aberkennen? Entweder sind alle Religionen „Ideologien“, oder keine. Und da Frau Passberger ja so eine Expertin ist, ist ihr die Geschichte des europäischen Feminismus natürlich vertraut und sie weiss, dass patriarchale Gesellschaftsentwürfe selbstverständlich ausschliesslich auf den Islam beschränkt sind…

Um ihrem Kommentar die Krone aufzusetzen, garniert sie ihn mit einem Verwurf, der in etwa so originell ist wie eingeschlafene Füße:

„Fakt ist, das sagt jede Statistik, dass Frauen die Führungsetagen noch lange nicht hälftig mit Männern erreicht haben. Frauen haben es aufgrund der immer noch besser funktionierenden Seilschaften von Männern in der Tat schwerer, dort anzukommen. Unmöglich ist es Gott sei Dank nicht mehr.“

ICH habe auch keinerlei Chance darauf, jemals im Vorstand eines großen börsennotierten Unternehmens zu sitzen. Aber da ich ein Mann bin, darf ich mich noch nicht mal darüber beschweren, schließlich bin ich grundsätzlich daran Schuld, dass Frauen in Führungsetagen statistisch unterrepräsentiert sind. Häh? Was haben denn die entsprechenden oligarchischen Seilschaften, die da aktiv sind, mit den Geschlechtern zu tun? Und wenn der Geldadel eine gewisse Art von Frauenquote einhalten würde, bei dem sich gegenseitigen Posten-Zuschachern, dann wäre das moralisch plötzlich viel mehr ok, ja?

Was die Frau Feministin Passberger grundsätzlich nicht zu verstehen in der Lage ist, ist nämlich, dass ihre Behauptung:

„Feminismus ist die Forderung nach uneingeschränkter Gleichheit von Rechten und Pflichten von Frauen und Männern.“

einer Quadratur des Kreises gleichkommt. Eine „uneingeschränkte Gleichheit“ liesse sich nur unter möglichst vollständiger Ignoranz der Geschlechter herstellen. Wie sollte eine Feministin wie Frau Passberger je dazu in der Lage sein? Dass sie eine Frau ist und ich ein Mann, ist nämlich weder ihr Verdienst noch meine Schuld oder andersherum – sondern ein genetischer Zufall.

Gegenerklärung: Extremismus der einen Seite abzulehnen, bedeutet nicht, den Extremismus der anderen Seite nicht abzulehnen

Grundsätzlich freut mich das Interesse an meinen Texten außerordentlich. Ihre Zitation oder auszugsweise Veröffentlichung sind ausdrücklich gestattet, sofern dies nicht zu kommerziellen Zwecken oder in sinnentstellenden Zusammenhängen geschieht und auf die Quelle verwiesen wird. Was das Formelle angeht, kann ich an der Erwähnung meiner kleinen argumentativen Auseinandersetzung mit einer „islamkritischen Bloggerin“ durch Herrn I. F. in seinem Weblog „<arabische Schriftzeichen> – Der Sieg der Revolution“ nichts aussetzen.

ABER

Mit dem Titel seines Weblogs meint Herr I. F. offenbar den Sieg der islamischen Revolution im Iran 1979. Herr I. F. ist scheinbar der Überzeugung, diese wäre ein Gewinn gewesen, nicht nur für den Iran, sondern auch für die Welt und zitiert u. a. Ayatollah Khomeini:

„Ich hoffe, dass wir das Banner des Islam – das Banner der Islamischen Rebuplik – in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam, der ein Recht aller ist, anschliessen werden.“

Und wissen Sie was, Herr I. F.?

NEIN, DANKE.

Wie alle Fanatiker denkt Herr I. F., dass das Beste für ihn auch das Beste für die ganze Welt ist. Ich dagegen behalte mir die Entscheidung, was das Beste für mich ist, als meine eigene vor – und bin zutiefst davon überzeugt, dass dieses Recht jedem Menschen der Welt zusteht.

Des weiteren hält es Herr I. F. für angebracht, die Fahne der islamistischen Terrororganisation Hezbollah auf seiner Seite zu veröffentlichen. Ich lehne religiösen Fanatismus, die Vermischung von Politik und Religion und erst recht das Ermorden unschuldiger Zivilisten für politische Ziele ohne Einschränkung ab. Wenn Herr I. F. sich die Mühe gemacht hätte, etwa diesen, diesen oder diesen Artikel von mir zu lesen, dann wüsste er das auch. Des weiteren distanziere ich mich ausdrücklich von antisemitischen Inhalten sowie Inhalten, die sich gegen das Existenzrecht Israels richten, welches für mich in keiner Weise in Frage steht.

Herr I. F. zitierte meinen Artikel offenbar unter der Prämisse „Meines Feindes Feind ist mein Freund“. Dazu möchte ich folgendes feststellen: Mein Kritik, die in dem besagten Artikel zum Ausdruck gebracht wird, richtete sich gegen die fanatische Einstellung in gewissen „islamkritischen“ Bloggerkreisen, die einen gesamten Kulturkreis unter Generalverdacht stellen und absurde Verschwörungstheorien zusammenkonstruieren, um politische Hetze zu betreiben und von den eigentlichen Problemen der Welt, etwa der sozialen „Gretchen“-Frage, abzulenken. Genau dasselbe also, was etwa Hassan Nasrallah, Machmud Ahmadinedjad und diverse andere islamistische „Führer“ auch tun. Wäre ich ein libanesischer oder eine iranischer Blogger, dann stände die Auseinandersetzung mit solchen Einstellungen von islamistischer Seite ganz oben auf meiner Agenda.

red.cloud

PI: Von Kühen, fanatischen Hindus und Verbrechen, die einfach nicht ins Weltbild passen

- Sind Fanatismus und Gewalt vielleicht doch nicht auf einen bestimmten Kulturkreis zu beschränkt?

Diese Frage wirft – ausgerechnet – das größte deutsche politische Blog „Politically Incorrect“ auf. Abweichend von der sonst üblichen Blog Policy: Ausschließlich von Straftaten von Muslimen oder angeblichen Muslimen berichten, diesen eine Einleitung, DAS würde uns die gleichgeschaltete Dhimmi-Mainstreampresse mal wieder verschweigen, voranstellen. Dann einen entsprechenden Artikel ebendieser Mainstreampresse zitieren, um dann „politisch inkorrekt“ zu konkludieren, diesen islamischen „Kulturbereicherungs“-Beitrag verdanken wir nur den linksgrüngutmenschlichen Poltikern, die – neben den „Kulturbereicherern“ natürlich – unser Untergang seien…; erlaubte sich ein PI-Autor nun allerdings einen Fauxpas. Er berichtete unter dem Titel „Wegen einer Kuh: Christ von Hindus gesteinigt“, dass es durchaus auch vor anderen kulturellen Hintergründen zu fanatischen Gewaltverbrechen komme und berief sich auf einen Artikel im Nachrichtenportal idea.de. Laut diesem wurde in der indischen Provinz Kerala ein christlicher Inder nach einem Nachbarschaftsstreit über dessen Kuh, die den Nachbargarten zertrampelt hatte, von dem bekannt fanatischen Hindu- Nachbarn und einigen seiner Geistesbrüder mit Steinen erschlagen. Dieses grausame Verbrechen kann einem „politisch inkorrekt“ geschulten Menschen eigentlich nur ins Raster …klick…klick… MUSEL! passen. Entsprechend groß war die Verwirrung nun im PI-Kommentarbereich und es liessen sich ganz ungewöhnliche Töne vernehmen:

„ [...] Der hier geschilderte Fall ist vielleicht nur ein gewöhnlicher krimineller Übergriff eines gewalttätigen Menschen.“

Es war kein „Musel“, also kann es kein religiöser Fanatiker gewesen, qed.

Obwohl,

„Es gibt überall religiöse Wahnsinnige!“

Vorsicht! Hier begibt sich der Kommentator in das gefährliche Terrain der linksgrünmuselfaschistischen Dhimmi-Gehirnwäsche-Propaganda. Dieses Problem erkennt auch ein anderer Kommentator noch im selben Moment, da er es formuliert und versucht eine Kehrtwende:

„Das ewige Grünenargument bzgl. der muslimischen Gewalt, diese Gewalt käme nicht aus dem Glauben sondern aus der schlechten Bildung, bei den Hindus ist dies zutreffend. Das […] darf aber keinesfalls als Relativierung der islamischen Gewalt verstanden werden! […] Die Hindus gab es nämlich schon lange bevor die Moslems dort vor Jahrhunderten einmarschierten und die Gewaltspirale in Gang gebracht haben.“

Gewaltspirale! Schon wieder ein linksgrünmuselfaschistisches Dhimmi-Argument. Da fragt man sich doch, ob monatelanges PI-Lesen definitiv nichts genutzt hat. Endgültig verzweifeln könnte man da an der folgenden Anmerkung:

„Wichtig: Wir sollten uns davor hüten, alle Hindus unter Generalverdacht zu stellen. Die in diesem Beitrag beschriebene Tat hat nichts mit dem Hinduismus zu tun.

oder

„Allerdings befindet sich Indien in einer Krise des Säkularismus. Diese Spannungen sind jedoch eher politisch […] hier wird die Religion instrumentalisiert. Eine der Ursachen ist tatsächlich das Schüren von Angst vor dem Verlust von Privilegien. Es liegt mir fern, dieses Problem “schön” zu reden und nicht zu verurteilen […]“

Da hat doch nicht etwa jemand bei den Islamverstehern abgeschrieben? Endlich Ordnung in den verunsicherten Haufen der „Islamkritiker“ bringt eine gestählte und erfahrene Denkerin, die auch in diesem Blog keiner Vorstellung mehr bedarf:

„Religion als Regelwerk zu begreifen, das man durch “Demokratie und Gesetze” ersetzen kann […] zeugt von einer vollkommen gelungenen Islamisierung der Denkweise, die man leider aufrund destruktiver atheistischer Propaganda, die schon seit Jahrzehnten läuft, bei vielen Westlern findet.“

Das macht natürlich Sinn. „Islamisierung der Denkweise“ durch „atheistische Propoganda“. So muss es sein. Also voran, voran und Augen fest geschlossen! Auch wenn es Dinge gibt, von denen wir denken, dass sie nicht in unser Weltbild passen, aber dann liegts halt am… Denken.

Update: Via Citronengras stiess ich auf diesen neuen, „islamkritischen“ Blog. Ähnlichkeiten mit bereits existierenden Seiten sind rein zufällig beabsichtigt.

„Gottesstaat“ USA: Die Präsidentschaftswahl 2008 und der Kampf um die Deutungshoheit über den Altar

Die Bedeutung der religiösen Rechten sowohl für die Innen- als auch Außenpolitik der USA hat seit der frühen 1980er Jahren kontinuierlich zugenommen. Sie ist heute die entscheidene Machtbasis für US-Präsident G. W. Bush. Bei den Präsidentschaftswahlen 2004 stimmten 80 % der evangeliken Wähler für Bush. Traditionell waren evangelikale Freikirchen eher unpolitisch. Noch in den 1980er Jahren riefen prominente Prediger ihr Anhänger dazu auf, sich nicht in „weltliche“ politische Angelegenheiten zu mischen. Es kam jedoch zu einer Annäherung zwischen religiös Rechten und konservativen politischen Kreisen. Neokonservative Parteistrategen der „Republicans“ wie Newt Gingrich und Karl Rove versuchen, mit den religiös Rechten eine strukturelle republikanische Mehrheit aufzubauen – gegen die mehrheitlich die „Democrats“ unterstützenden Großstädte der Ostküste und die starken Minderheiten der Latein- und Afroamerikaner. Auf der Seite der religiös Rechten fundamentalisierten und politisierten sich viele evangelikale Gemeinden zunehmend an Themen wie Rückbesinnung auf christliche Werte, Kampf gegen Abtreibung, Evolutionstheorie und dem klassischen Bild der Familie als Kern der Gesellschaft (was u. a. die Ablehnung der „Homo-Ehe“ beinhaltet).

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Demonstration evangalikaler Fundamentalisten gegen die Verbreitung der Evolutionstheorie (MSNBC, abfotografiert)

Die Basis des Glaubens fundamentalistischer Evangelikaler ist die wörtliche Auslegung der Bibel, da die Bibel „Gottes Wort“ (imho nicht von Menschen verfasst) sei. Daraus ergibt sich ein entsprechendes schwarz-weisses Weltbild: Man kann für oder gegen „Jesus“ sein, das bedeutet mit oder gegen uns, die Welt befindet sich in einem Kampf „Gut gegen Böse“. Die Evangelikalfundamentalisten (selbstverständlich gibt es auch nicht-fundamentalistische evangelikale Freikirchen) erwarten dementsprechend von der Politik ihres Präsidenten, sich in dieser „Gut-Böse-Frontstellung“ klar zu positionieren („moralische Klarkeit“). Eine weitere politische Grundhaltung der Fundamentalisten ist die Auffassung von den USA als „gods own country“, dass die Mission habe, als „auserwähltes“ Land Gottes Willen in der Welt zu vollstrecken. Auf diese Grundeinstellungen der Stammwählerschaft der „Republicans“ lassen sich viele politische Weichenstellungen G. W. Bushs zurückführen. So etwa die „Achse des Bösen“-Doktrin oder auch die im Vorfeld des Irak-Krieges geäußerte Behauptung Bushs, Amerika müsse „…die Fackel der Freiheit in die Welt tragen…“ – aka Präventivkriege zur Duchsetzung moralischer Werte führen.

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Andacht im Weissen Haus

 

Die Forderung nach „moralischer Klarheit“ (nicht nur) der evangelikalfundamentalistischen Wählerklientel an ihre politische Führung stellt dabei nicht nur die „Democrats“ bei ihrem Kampf um die Rückkehr ins Weisse Haus vor große Probleme, sondern auch die „Republicans“ selbst: Abgesehen von Worthülsen ihrer Vertreter kann sich Politik selbstverständlich niemals an „Gut-Böse“-Schemen halten. Wenn Politik Erfolge erzielen will, muss sie in der „Mitte“ nach Kompromisslösungen suchen. In der Realpolitik laufen die „Republicans“ also ständig Gefahr, ihre Stammwähler zu verprellen. Daneben bleibt es für die Partei ein auch Balanceakt, in der Kommunikation ihrer politischen Ziele und Wertmaßstäbe einerseits auf die Evangelikalfundamentalisten einzugehen, ohne die Unterstützung moderater wertekonservativer Stammwähler zu verlieren.

Für die deutlich säkular ausgerichteten „Democrats“ ist die Herausforderung durch die Evangelikalen deutlich größer. Die verlorene Präsidentschaftswahl 2004 wurde u. a. damit begründet wurde, dass John Kerrys „moralische Klarheit“ im Vergleich zu George W. Bush unzureichend kommuniziert wurde. (Zwar war John Kerry ein hochdekorierter Vietnamkriegsveteran, der sich freiwillig an die Front gemeldet hatte – während George W. Bush in einer Fliegerstaffel daheim Texas gegen die Nord-Vietnamesen verteidigte – Kerry hatte jedoch nach seiner Rückkehr aus Vietnam an Antikriegsdemonstrationen teilgenommen.) Führende Parteistrategen der „Democrats“ sahen deutlichen Nachholbedarf in den Themen innere Sicherheit und der Verteidigung US-amerikanischer Ideale nach außen. Diese Themenfelder dürften für die liberalen „Democrats“ allerdings nicht gegen die „Republicans“ zu gewinnen sein und es besteht die Gefahr, nur als „Nachahmer“ gesehen zu werden. Mit dem 11. September 2001, den G. W. Bush als Anschlag auf den gottgegebenen „american way of life“ interpretierte, um sich dann als starker Führer im globalen Kampf gegen den Terror aka „das Böse“ zu positionieren, verfügt er über einen starken ideologischen Strang wie aus einem Guss. Da der „globale Kampf gegen den Terror“ mit den klassischen liberalen Grundwerten der „Democrats“ kollidiert, können sie sowohl was ihre liberale Glaubwürdigkeit als auch die Glaubwürdigkeit hinsichtlich des Themas „innere Sicherheit“ betrifft, eigentlich nur verlieren.

In den Vorbereitungen auf den Präsidentschaftswahlkampf 2008 ist nun aber zu beobachten, dass die drei aussichtsreichsten Bewerber um den Posten des Präsidentschaftskandidaten der „Democrats“ auffallend oft christliche Standpunkte und Positionen in ihrer öffentlichen Performance einbauen: Auf einem Diskussionsforum Anfang Juni, veranstaltet von der christlich-progressiven Organisation „The Sojourners“ an der George Washington Universität (Washington D. C.), sprach John Edwards darüber, wie Gebete ihm über den Tod seines Sohnes und die Krebs-Diagnose seiner Frau hinweghalfen. Barack Obama benutzte Bibel Zitate, als er über Armut und Ungerechtigkeit in den USA referierte. Hillary Clinton rechnete es ihrem christlichen Glauben an, dass sie die Untreue ihres Ehemanns überstand.

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Edwards – Clinton – Obama (AFP)

Ironischerweise können heute die Demokraten unbefangener über die Rolle ihres Glaubens in politischen Grundsätzen plaudern als die Republikaner. Dies bezieht sich nicht etwa auf die Lügen im Vorfeld des Irak-Krieges, Exzesse in Haditha oder Abu Ghraib oder die Frage, ob ein demokratischer Rechtsstaat foltern dürfe. Nein: Rudolph Giuliani ist Angehöriger der unter den anglikanischen Protestanten nicht sehr angesehenden Minderheit der römischen Katholiken, der darüber hinaus in dritter Ehe lebt und (noch schlimmer) liberale Positionen in sozialen Fragen vertritt. John McCain ist zwar episkopaler Anglikaner, aber auch er ist zum zweiten Mal verheiratet, darüber hinaus gilt er vielen Republikanern sowohl in sozialen Fragen als auch der Außenpolitik als viel zu liberal. (U. a. brachte er 2005 gegen US-Vizepräsident Dick Cheney einen Gesetztentwurf in den US-Senat ein, der grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlungen von Gefangenen verbietet. Gegenüber dem Fernsehsender CBS sagte er dazu: „…es geht nicht um die Terroristen, es geht um uns. Wir befinden uns in einem Kampf um die Werte, für die wir einstehen müssen. Dazu gehört die Einhaltung der Menschenrechte, wie schrecklich unsere Gegner auch sein mögen…“) Einziger aussichtsreicher Bewerber der Rechtskonservativen ist Mitt Romney. Er vertritt in entscheidenen Fragen (Abtreibung, „Homo-Ehe“, Todesstrafe) Positionen, die denen der evangelikalen Fundamentalisten entsprechen, ist nur einmal verheiratet… aber er ist als Mormome für viele Evangelikale nicht akzeptabel.

Eine der jüngsten Entwicklung in der politischen Landschaft der USA ist die Formierung der religiösen Linke, die nicht länger gewillt ist, den Rechten die „Deutungshoheit über den Altar“ allein zu überlassen. Ihre Vetreter, bspw. Jim Winkler, Generalsekretär der Methodistenvereinigung „General Board of Church and Society“, fordern etwa ein Amtsenthebungsverfahren gegen George W. Bush wegen seines „…illegalen Aggressionskrieges, der auf Lügen basiert.“ Jim Wallis, ein bekannter evangalikaler Prediger, berät Hillary Clinton in Glaubensfragen. Der ehemalige Aktivist der Studentenbewegung „Students for a Democratic Society“ und Rabbiner Michael Lerner kritisierte die „Democrats“ unlängst, viele progressive Gläubige hätten sich aufgrund der „Religionsfeindlichkeit“ der Partei von der Politik abgewandt. Er organisiert seit 2004 Netzwerke zwischen progressiven Gläubigen aller Religionen. Tatsächlich ist die religiöse Linke keine neue Erscheinung in den USA: Latein- und Afroamerikanische Gemeinden, Friedensaktivisten, Umweltschützer und Bürgerrechtler hatten immer schon politische Ziele, die sie auch mit ihrem Glauben begründeten. Statt gegen Abtreibung, „Homo-Ehe“, Evolutionstheorie und den Verfall der Werte zogen sie gegen Armut, Krieg, Rassentrennung und Umweltverschmutzung. Laut Studien der „University of Akron“ lassen sich 27 % der US-Bevölkerung der religiösen Linken zuordnen – kleiner als die religiöse Rechte mit 38 %, aber größer als die „Weltlichen“ mit nur 21 %. Auch ist der Organisationsgrad der religiösen Linken viel kleiner als der der Rechten, was in „strukturellen Barrieren“ begründet liegt: Ihr Spektrum überschreitet nicht nur konfessionelle Grenzen (Katholiken und Protestanten, Freikirchen), sondern auch die der Religionen (Christen, Juden und Muslime).

Die Mobilisierung einer „religiös linken“ Wählerklientel für die „Democrats“ steht erst am Anfang. Die Zeichen sind jedoch vielversprechend – nicht zuletzt wegen der gegenwärtigen Führungsschwäche der „Republicans“, die bislang nicht einmal einen (aus ihrer Sicht) überzeugenden Präsidentschaftskandidaten präsentieren können. Bleibt zu hoffen, das die Ära der unsäglichen Neocons 2008 endlich zu Ende geht. Für dieses Ziel würden wohl viele, selbst „weltliche“ Linke anfangen, zu beten.

Quellen:

Josef Braml: „Die religiöse Rechte in den USA“ (2005; pdf-Dokument)

Freedomwatch-Blog (09/04/07)

The Christian Science Monitor: Can the religious left sway the ‘08 race? By Linda Feldmann (06/06/07)

Spiegel Online (04/06/07)

Locusts & Honey – Blog (23/05/06)

Sind wir schon oder werden wir noch islamisiert? Willkommen in der Matrix neurechter „Islamkritiker“

In der Welt des religiös-rechten Flügels in den USA befinde sich die westliche Zivilisation im Kampf mit islamofaschistischen Jihadisten, schreibt David V. im Blog Dialog International, und: Für Europa aka Eurabia wähnen sie diese Schlacht bereits verloren – aufgrund der Appeasementpolitik des multikulturellen, gottlosen Europas gegenüber muslimischen Extremisten. Nur die militärische Stärke der USA stehe dem globalen Kalifatsstaat noch im Wege. Für die religiös Rechten sei es kontinuierlich München 1938 und das Land drohe, den Terroristen anheimzufallen, es sei denn, man beginne unverzüglich, den Iran zu bombardieren. Diese könne man wieder und wieder in US-Talkradios hören…

Eine erschreckende Vorstellung, nicht wahr. Während vorsichtige Mahner wie Henryk M. Broder, Udo Ulfkotte sowie di-ver-se Web-logs uns noch, nun, vorsichtig mahnen, könnte es auch sein, dass es längst zu spät ist: Wir wurden bereits taqiyya-isiert (geschickt angelogen), da’wa-isiert (missioniert), jihad-isiert (unterworfen, wenn auch nicht unbedingt gewaltsam – das hätten wir bestimmt gemerkt) und somit islamisiert und scharia-isiert und leben in Eurabien. Die Frage stellt sich nun: Wie konnte es soweit kommen? Bat Ye’or, britische Historikerin und Buchautorin (Eurabia: The Euro-Arab Axis, Islam and Dhimmitude: Where Civilizations Collide, The Decline of Eastern Christianity: From Jihad to Dhimmitude, The Dhimmi: Jews and Christians Under Islam) bietet uns folgende, erklärende Hypothese an:

Auf Betreiben Frankreichs unterstützten die Europäer Jassir Arafat, den Paten des modernen Terrorismus, jahrzehntelang und sah in ihm seinen Freiheitshelden. Nach der Ölkrise 1973 schuf die Europäische Gemeinschaft (EG) den Euro-Arabischen Dialog mit den Ländern der Arabischen Liga. Das Geschäft lautete: Die EG betrieb von nun an eine anti-israelische Politik im Austausch gegen weitreichende kommerzielle Zugeständnisse. Für die Arabische Liga hatte der Euro-Arabische Dialog die Zusatzfunktion, Europa in die islamische Einfluss-Sphäre zu bringen und die traditionelle trans-atlantische Solidarität zu brechen.

Im Laufe der Jahre entwickelte die euro-arabische Kollaboration auf allen Ebenen weiter: politisch, ökonomisch, religiös, in Bildung, Presse, Telekommunikation… bis sie schließlich zu einem Kanal für die arabische Zuwanderung nach Europa wurde. Inklusive kamen Anti-Amerikanismus, Judeophobie sowie ein genereller Hass auf den Westen nach Europa, begründet in einer arabischen Pseudo-Kultur. Diese Symbiose Europas mit der arabischen Welt ist der Grund für Europas erbarmungslos anti-israelische Politik und den Anti-Amerikanismus. Darüber hinaus bildete der Euro-Arabische Dialog das Vehikel für die Propaganda der PLO und die Mauscheleien zu deren internationaler Anerkennung. Durch das labyrinthische System des Euro-Arabischen Dialogs (EAD) wurde Israels Delegitimierung innerhalb Europas und international geplant. Den Befehlen von höchsten politischen, religiösen und akademischen Stellen folgend, griff das Räderwerk der multiplen Kommissionen des EADs ineinander und stiess durch die Medien, Universitäten und verschiedenste kulturelle Einrichtungen eine umfassende Diffamierung Israels an. Frankreich, Belgien und Luxemburg waren die Hauptagenten des EAD.

Strategisch gesehen war die Euro-Arabische Kollaboration ein politisches Instrument für den Anti-Amerikanismus in Europa, zur Teilung und Schwächung der beiden Kontinente durch Anfeindungung und permanente Verleumdung der amerikanischen Nahostpolitik. Überschwemmt von der Welle des arabischen kulturellen und religiösen Expansionismus, enthalten in den kulturellen Aktivitäten des Euro-Arabischen Dialogs (EAD), übernahmen die Europäer die arabisch-islamische Version der Geschichte. Das Schweigen der Politiker und Intellektuellen, die Eurabia schufen, gegenüber den Wellen antisemitischer Attacken, ist nur die Spitze des aufkommenden Eisbergs einer globalen Politik. Europas pathologische Obsession mit dem Nahostkonflikt verschleiert darüber hinaus die Verfolgung und Versklavung christlicher u. a. Minderheiten in muslimischen Ländern sowie Millionen Jihad-Opfern der Kriege in Afrika und Asien. Die Brüche zwischen Europa und Amerika zeigen die Divergenzen zwischen der Wahl der Freiheit und der Straße nach München, auf der die Europäische Union fortwährend nach arabisch-islamischen Melodien tänzelt, jetzt genannt „(israelische) Besatzung“, „Frieden und Gerechtigkeit“, „Rechte (palästinensischer) Flüchtlinge“…

[Anmerkung: Der Artikel „Eurabia: The Road to Munich“ aus: National Rewiew online (09. Nov. 02) wurde wörtlich übersetzt, aber nur auszugsweise und teilweise zusammengefasst wiedergegeben, da der Übersetzer der ständigen Wiederholungen Frau Ye’ors müde wurde.]

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Die Matrix aus „Matrix Reloaded“: Ein geheimer Hinweis an „Eurabia“? (Quelle)

Und? Nichts gemerkt von all diesen einschneidenden Entwicklungen? Willkommen in der Eurab-Matrix: Jaah, es ist längst zu spät, werte Mit-Dhimmis, Gutmenschen, Islamversteher und Linksfaschisten. Die Welle islamischer Kulturbereicherung ist über unseren Köpfen zusammengeschlagen und wir haben es – größtenteils – nicht einmal gemerkt. Unsere politischen Führungseliten haben uns verraten. Die gleichgeschalteten Dhimmi-Mainstreammedien gaukeln uns eine Welt vor, die es längst nicht mehr gibt. Wir meinen, nach wie vor in der freien westlichen Welt zu leben, Entscheidungsfreiheit, Wahlrecht und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu haben… aber in Wirklichkeit führt die Welt um uns herum ein absurdes Theater auf, mit dem Zweck uns zu täuschen: unsere Kanzlerin: ein arabischer Kalif, zum Zwecke der Taqiyya-isierung umoperiert… die freizügig gekleideten Mädchen auf der Straße: in der Matrix alles Burkha-Trägerinnen… die Kirchen: geschickt getarnte Moscheen… Clubs, Kneipen, Kinos, Theater: vorläufige Zugeständnisse an den verderbten westlichen Lebensstil… Universitäten: Gehirnwaschfabriken der Euroislam-Verschwörung… Und wenn Sie genau hinsehen, dann merken Sie es doch auch: An der Ecke in der Dönerbude steht der Moslem und beobachtet Sie… und reibt sich die Hände.


…cited:

"First rule about journalism: Don't talk about journalism. Or maybe that's fight club. Or whatever..." (Stephen Colbert)

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