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Der Saar-tan Lafontaine

Als ich ein kleiner Junge war, betrachtete ich Journalisten als Helden. Ja, eines Tages wollte ich selbst einer von ihnen sein. Ich sah sie als Intellektuelle in leicht abgeschabten Tweed-Anzügen, die kettenrauchend an ihrem Schreibtisch saßen und die Wahrheit in ihre kleinen schwarzen Schreibmaschinen hämmerten, die sich von nichts und niemandem aufhalten liessen in ihrem sisyphos-haften Kampf für das Gute und Gerechte in dieser Welt. Dabei lebten sie gefährlich, schufen sie sich doch mit Diktatoren, Geheimdiensten, Politikern, Konzernbossen, der Mafia und anderen Verbrechern mächtige Feinde. Das alles taten sie im Auftrag der Öffentlichkeit, der vierten Instanz im Staate, die, einmal aufgeklärt über die dunklen Machenschaften im Hintergrund, dafür sorgte, dass diese Verbrecher auf dem Müllhaufen der Geschichte landeten… Und der unbesungene Held, der Journalist, lächelte leicht, zündete sich eine neue Pfeife an und wandte sich dem nächsten Thema zu. Aber die Heldenverehrung eines kleinen Jungen zerbrach, wie so viele andere kindliche Illusionen auch. War ich noch als 12-,13-jähriger begeisterter SPIEGEL-Leser, der angeblich MEHR wusste, so änderte sich das, unmittelbar als ich lernte, im Kontext zu lesen. Und plötzlich war das schwarze gedruckte Wort auf weissem Hintergrund, an dass ich so unverbrüchlich geglaubt hatte, (fast) nichts mehr wert. Im SPIEGEL standen Dinge über „uns“ undankbare Ossis, die ich so nicht bestätigen konnte. Beinahe alle Zeitungen, quer durch die Bank, redeten Mitte der 1990er Jahre einen neoliberalen Markttotalitarismus herbei, in dem Gier, Profitsucht und Egoismus – die niedrigsten Instinkte – plötzlich zu den edelsten menschlichen Werten erklärt wurden. „Sozialismus funktioniert nicht“, „das Ende der Geschichte“ sei erreicht, es gäbe nur noch ein überlebendes System, dass sich quasi-evolutionär durchgesetzt habe – und dem man sich jetzt bedingunslos unterordnen müsse, so tönte es damals. In der Rückbetrachtung könnte man angesichts der  gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise jetzt mit einem simplen Schulterzucken erwidern: „Kapitalismus wohl auch nicht. Zumindest nicht so. Und zumindest nicht nur. Vielleicht ist es Zeit für etwas Neues?“

In der deutschen politischen Landschaft wird letztere Position wohl am ehesten von der Linken und ihrer „Galionsfigur“ Oskar Lafontaine vertreten. Doch das darf nicht sein,im Wahlkampfjahr, so scheint es. Denken verboten, Hinterfragen verboten und gar die Systemfrage zu stellen in unseren Tagen, das… das ist infam. Und das muss mit allen Mitteln verhindert werden. Deshalb dominiert seit Monaten in seltener Einhelligkeit von der „linksliberalen“ FR und „Zeit“ über das ZDF bis in Springers „Welt“ die Darstellung von Lafontaine und „der Linken“ als wirre Spinner, Populisten, aggressive Demokratiefeinde, Linksnazis. Die Saarbrücker Online Zeitung über das „ZDF-Sommerinterview“ mit Lafontaine:

Einen wirkungsvollen Auftakt bildete das ZDF-Interview mit dem Leiter des Hauptstadtbüros Berlin, Peter Frey am 12. Juli 09 in Saarbrücken. Dieser machte es praktisch unmöglich, sich von den Argumenten der Linken ein Bild zu machen, indem er unablässig die Person seines Gesprächspartners angriff. Der ZDF-Interviewer sprach anschliessend von Lafontaine als “dünnhäutig”, “verunsichert” , aus der “Fassung” geraten, als einem Mann der “kaum ruhig stehen kann”. Ähnlich fielen z.B. Organe der WAZ-Gruppe nach dem ZDF-Sommerinterview über Lafontaine her: er ist “umstritten”, “angefressen”, er “giftet”, “meckert” mit “gefrorenem Lächeln”, er “poltert”, er “mault”, ist “immer aufgeregter” und er ist “erkennbar angeschlagen”.

Die „Süddeutsche Zeitung“ unter der Überschrift „Gift und Galle“ (die Lafontaine spucke, natürlich) über dasselbe Interview:

Dem Linken-Chef bereitete es sichtlichen Verdruss, mit welcher Hartnäckigkeit Frey auf seinem Rücktritt als Bundesfinanzminister im Jahr 1999 herumritt. „Wenn es brenzlig wird, wirft er hin“, laute ein gängiges Urteil über ihn, hielt Frey Lafontaine vor. Man solle doch „nicht so dämlich von hinschmeißen reden“, regte sich der sich auf. Mehrfach raunzte Lafontaine den Interviewer an: „Unterbrechen Sie mich nicht ständig“ und bügelte Fragen rüde ab: „Sie wissen doch, dass das ein Witz ist.“ [...] Als Lafontaine, dem das Rechthaben schon immer sehr wichtig war, davon sprach, dass es inzwischen auch „anständige Journalisten“ gebe, die ihm attestierten, richtig gelegen zu haben [...]

Die „Frankfurter Runschau“ schreibt über die ZDF-Wahlkampfsendung „Illner Intensiv“ unter dem Titel „Surreale Verschwörungstheorien“ (Lafontaines, selbstverständlich):

Auch Einspielfilmchen gehören zu „Illner Intim“ (oder so). Da tanzen Marx, Lenin, DDR-Funktionäre und Linke-Personal als Zombies zu Michael Jacksons „Thriller“ über die Gräber. Da werden Linke-Forderungen vor rosa Hintergrund als Seifenblasen auf den Schirm gepustet. [...]

Und der [Lafontaine] holt zur ganz großen Verschwörungstheorie aus: Die Medien in Deutschland, sagt er ungestört in einem deutschen Medium, seien ja in den Händen von zehn reichen Familien, und in deren Interesse liege es nun mal, die Linke klein zu halten. Jetzt muss er nur noch von jüdischen Familien reden, dann darf er bei der NPD eintreten, die redet genauso.

Damit hat der Saarkasper denn auch das Mitleid verspielt, das angesichts der ZDF-Inszenierung aufkommen könnte. Denn mit ein paar Höhenmetern Abstand, schon von der alleruntersten Metabene, sieht „Illner intrigant“ ganz, ganz hässlich aus. Zombie-Filme, DDR-Gesichter, wertend inszenierte Umfragen [...]

Der saarländische Napoleon-Imitator in seiner grenzenlosen Gier nach Aufmerksamkeit quält sich sogar noch ein falsches Lachen ab [...] Nicht, dass wir bei dem Herrn ein Rückgrat vermutet hätten – aber jeden Blödsinn muss man nicht mitmachen, selbst um der Sache willen nicht, falls die bei dem Herrn noch eine Rolle spielt.

Die „Welt“ (na gut, „die Welt“…) hat Lafontaine gar gleich als Verfassungsfeind entlarvt und berichtet über dieselbe „Illner Intensiv“-Sendung unter der Überschrift „Lafontaine stellt bei Illner die Demokratie in Frage“:

Irgendwie war „Illner Intensiv“ nur noch die Ein-Mann-Show des Oskar Lafontaine. Selbst wenn er gar nicht gefragt war, antwortete der Partei-Chef der Linken auf das Fragen-Bombardement der Moderatorin Maybrit Illner. Er stellte dabei aber nicht nur die Existenz der demokratischen Ordnung in Deutschland in Frage, sondern vor allem die Regierungsfähigkeit seiner Partei.

Angesichts der sinkenden Umfragewerte scheint die Linkspartei am Ende der Wirtschaftskrise in eine Parteikrise zu taumeln [...]

Lafontaine dagegen spricht lieber davon, dass das Programm, das unter anderem ein staatliches Ausgabenpaket von 300 Milliarden Euro pro Jahr vorsieht, kompromisslos ist. „Ein Parteiprogramm orientiert sich nicht an Kompromissen, sondern stellt die Positionen der Partei dar“, sagte er. Das klingt zwar ein bisschen besser, sagt aber auch nur, dass sich die Linken mit ihrem Programm selbst nicht als regierungsfähig betrachten.

Bei Linkspartei geht es mittlerweile offenbar nur noch um Protest pur. Sie präsentieren sich fast wie tanzende Partei-Zombies, wie die Illner-Redaktion in einem Einspieler zeigte, der mit der Musik von Michael Jacksons Thriller untermalt war. [...]

Ist es wirklich eine „surreale Verschwörungstheorie“ Oskar Lafontaines, dass die Mainstream-Medien offenbar kein großes Interesse an einer objektiven Berichterstattung über seine Person und „die Linke“ hätten? Es ist m. E. deutlich, dass sich viele Medien in einem „Klassenkampf“ um die gescheiterte neoliberale Ideologie sehen, die sie vor wenigen Jahren noch im Brustton der Überzeugung heraustrompeteten, womit nicht zuletzt sie auch eine Mitverantwortung an der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise tragen.

Deutsche Identität in der Fremde

Mit Erschrecken musste ich vor kurzem feststellen, dass ich tatsächlich stolz bin, Deutscher zu sein. Allerdings nur hier in Ostafrika. Nicht auszuschliessen sogar, dass ich am Sonntag, wenn Deutschland spielt, beim Absingen der Nationalhymne, aufstehen, die Hand auf die Brust legen werde und als einziger in der ganzen biergeschwängerten Bar laut mitsingen werde. Naja – soweit wird es wohl doch nicht kommen. Ich habe mich lange gefragt, woher dieser plötzliche Anflug von Nationalstolz kommt –denn eigentlich ist es ja albern, auf etwas stolz zu sein, was nur eine Laune des Schicksals und nicht der eigene Verdienst ist; von der unheilvollen Geschichte des deutschen Nationalstolzes mal ganz abgesehen (ein „wenig“ haben „wir“ Deutschen im ehemaligen Deutsch-Ostafrika schließlich auch rumgemetzelt, im Krieg gegen den Wahehe-Tribe in den 1890ern und im „Maji Maji“-Aufstand 1905).

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mein Nationalstolz von der „Andersartigkeit“ kommt – meiner „Andersartigkeit“. Wenn man nicht als Tourist im Land ist (ich arbeite ja hier), nicht in abgeschotteten Touristenfestungen residiert, nicht von einem Haufen serviler Dienstleister umgeben ist und ansonsten in fast derselben „gut weissen“ Gesellschaft wie zu Hause auch, dann nimmt man Tanzania anders war (ich las neulich in einer Anzeige, dass irgendeine Tourismusmesse in einem der „paradiesischsten Länder der Welt“ stattfinden würde: Tanzania – und hielt das zunächst für ein zynischen Witz). Darüber hinaus gibt es für mich kaum etwas abgeschmackteres als diese ganze bestimmte Klientel mittelalterlicher Touristinnen, die am Kilimanjaro Airport (dem Touristenflughafen) aus dem Flugzeug stolpern, sich von Kopf bis Fuß in Massaitücher wickeln und sich ab jetzt als „weisse Massai“ fühlen und sich – als Höhepunkt der Abgeschmacktheit – noch einen 20 Jahre jüngeren afrikanischen Lover einkaufen. Eigentlich müssten sie der besagten Laune des Schicksals auf Knien dafür danken, keine jener halbverhungerten, abgearbeiteten Gestalten zu sein, welche die Massai ihre Frauen schimpfen.

Tatsächlich wird derjenige, der sich nicht in der von der afrikanischen Realität abgeschotteten Touristensphäre bewegt – und das heisst, konfrontiert zu werden, mit Lebenssituationen, in die man sich nicht mehr hineinversetzen kann, monatelang die Muttersprache nicht sprechen oder auch nur mit jemandem zu tun zu haben, der eine entfernt ähnliche kulturelle Prägung hat – bald überwältigt vom Gefühl der eigenen Fremdheit. „Was mache ich überhaupt hier?“ – ist dann die klassische Frage, wenn mal wieder nichts funktioniert, mit europäischen Verstand gefasste Pläne nicht aufgehen, man sich beleidigt oder verarscht fühlt vom Verhalten von Afrikanern, dass man eventuell nur einfach nicht versteht, oder wenn man, im Extremfall, betrogen, beraubt oder entführt wurde und die korrupten Behörden einem auch nicht weiterhelfen. Dann können einen nur echte, wahre Freundschaften trösten, die dann allerdings grandios sind in Herzlichkeit und Loyalität und auch in der Entdeckung, dass, wenn man eine individuelle Ebene gefunden hat, kulturelle Unterschiede eigentlich gar nicht mehr existieren: Der Typ da gegenüber, der ist genau wie ich, der mag Bier, Fußball, Zigaretten, Gitarrespielen und Frauen und der hat genau die gleichen Sorgen, wie es wohl in Zukunft mit ihm weitergeht… Sie sind allerdings rar, diese Freundschaften, abseits des eigennützigen Interesses: Viele Tanzanier suchen „Freundschaften“ mit „reichen“ Europäern, weil sich durch die jahrzehntelange „Entwicklungs“-Hilfe eine Geber-/Nehmer-Mentalität herausgebildet hat; umgekehrt erwischt man sich als Europäer immer wieder dabei, aus Bequemlichkeit auch die kleinsten Sachen durch seinen „Freund“ erledigen lassen zu wollen oder aus einer diffusen Ängstlichkeit zu erwarten, dass er dich überall hin begleitet; der „Freund“ avanciert dann immer mehr zum Dienstboten oder Bodyguard. 

Meistens bleibt die kulturelle Wand undurchdringlich, und inmitten der afrikanische Gesellschaft verwandelt man sich von einem Individuum mit Namen, Lebensweg, Schwächen und Stärken in den „Mzungu“ (kiswaheli für „Fremder“, „Reisender“, „Europäer“). Und es ist nicht mal „böse“ oder irgendwie rassistisch gemeint, es ist tatsächlich nur die „Andersartigkeit“ des Aussehens (eigentlich nicht einmal der Hautfarbe, es gibt ja Albinos, die sind sogar noch „weisser“), gepaart mit ausgeprägten Halbwissen über Europa aus dem Fernsehen oder vom Hörensagen, jedoch kräht es einem in Städten und Dörfern abseits der Touristenpfade wohl hunderte Male hinterher,von  kleinen Kinder, Heranwachsenden, selbst Erwachsenen, die dich nicht kennen, als sei das dein Vorname. Und so wird es Realität, Identität, deine Hautfarbe und dein Land, das für dein Selbst, zumindest in der vertrauten Umgebung deiner Heimat, eigentlich keine Rolle spielt, wird Sinnbild für dich – und wenn man einen etwas trotzigen Charakter hat – zu Stolz.

Und plötzlich lässt man auf Deutschland nichts kommen  – das Land, wo es niemals zu Stromausfällen oder Wasserknappheit kommt, Infrastruktur, der Staat und seine Behörden funktionieren und alle Menschen pünktlich sind, das beste Auto der Welt, Mercedes, produziert wird und die besten Sportler der Welt, Michael Schumacher und Michael Ballack herkommen… Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich sofort wieder anfangen, auf das Land schimpfen, wie alle anderen anständigen Deutschen auch (und das – verdammt noch mal – völlig  zu Recht!), aber zumindest in den ersten Wochen allen kleinlichen Komfort geniessen (Heisses Wasser! Aus der Leitung! Internet, wann immer ich will! Bücher! Deutsches Fernsehen! Waschmaschine! Mutterns Küche!). Darauf freue ich mich schon.

Indian Love, oder: Der Preis ist heiss

Eine Warnung vorweg: Dieser Text ist völlig subjektiv

Gut, ich kann das beurteilen, ich war ja gar nicht in Indien, sondern in Bangladesh (das als Provinz Bengalen bis 1949 das Armenhaus Indiens war und bis 1971 als Ost-Pakistan das Armenhaus Pakistans und nach einem blutigen Unabhängigkeitskrieg heute nur noch ein Armenhaus ist). Aber ich habe eng mit einer indischen Kollegin zusammengearbeitet, bis auf die letzten Tage unseres Aufenthaltes, wo wir nicht mehr gearbeitet haben (falls jemand nicht versteht was ich damit meine, nähere Erläuterungen dazu gibt es nicht). Nun kann ich mir ja schon aus professionellen Gründen keine „eurozentristische“ Einstellung anderen Kulturkreisen gegenüber leisten und will das auch gar nicht, aber was mir Miss G. von dem doppelmoralischen indischen Zwangs-Heiratsregime erzählt hat, dessen sie sich ausgesetzt sieht, lässt mich an meinen Grundsätzen zweifeln… Die meisten werden ja Indien – wenn überhaupt – hauptsächlich aus Bollywood-Filmen kennen und wie hier schon angemerkt, ahnt man beim Betrachten der ganzen bunten und in unseren Augen zweifellos unsäglich kitschigen Bilder – es geht immer nur um Liebe, Liebe, Liebe und am Ende wird geheiratet (Augenrollen) – gar nicht, wie verlogen das alles ist. Für die durchschnittliche Inderin ist es nämlich völlig ausgeschlossen, sich verlieben und den Auserwählten dann zu heiraten (traurig, aber wahr, liebe Männer, normalerweise sind es nicht wir, die auswählen). Es sei denn, alle Bedingungen stimmen zufällig und beide Familien, hauptsächlich die des Mannes, sind einverstanden. Oder sie gehört der neuen Yuppie-Generation von Programmierern (der indische Programmierer ist, tatsächlich, kein Klischee) in Mumbay oder Delhi an und verdient das 150-fache Einkommen ihrer übrigen Familienmitglieder – aber das sind natürlich meistens Männer. Und die besagten Bedingungen sind eine Menge: eine gute Familie muss es sein und das orientiert nicht etwa am Charakter sondern am Status im offiziell verbotenen indischen Kastensystem, möglichst wohlhabend muss die Familie sein, aus der gleichen Region kommen, eine möglichst helle Hautfarbe haben, der gleichen Religion/Konfession (hinduistisch, buddhistisch, muslimisch, römisch-katholisch, koptisch oder protestantisch) angehören und, der entscheidene Punkt: Der Preis ist heiss. Der Preis, den die Familie der Frau bereit ist zu zahlen, damit sie den Mann heiraten darf. Ja, lieber Leser, du hast dich nicht verguckt:

Das indische Heiratsregime zwingt junge Frauen um Mitte 20 auf einen Markt, ausgestaltet in Zeitungsannoncen oder Internetanzeigen, auf dem die Familie der Frau z. T. astronomische Summen dafür bezahlen muss, ihr Kind verheiratet zu kriegen.

Und nicht nur wenn ich mir überlege, was meine künftige Frau alles wird mit mir durchmachen müssen, ist das eine völlige Verquerung der Verhältnisse. Natürlich ist es laut indischem Gesetz verboten, dass Bargeld gezahlt wird, genauso wie das Kastensystem verboten ist und es immer noch alltäglich sein soll, dass ein Brahmane einem Unberührbaren nicht die Hand gibt – er könnte sich ja „beschmutzen“. Tatsächlich sind solche gesellschaftlichen Apartheidssysteme wohl so tief verankert, dass ein Unberührbarer selbst einem Brahmanen nicht die Hand geben würde, weil er fürchtet, ihn zu „beschmutzen“ bzw. dass ein indischer Mann und eine indische Frau, die einander in tiefer Liebe verfallen sind, sich sagen: oh – das geht ja nicht, er/sie hat eine andere Religion, anderen Kastenstatus, sie kann nicht genug zahlen/ist nicht mindestens drei Jahre jünger als er… Deshalb bringen 10 oder 20 Jahre alte Gesetze gegen ein archaisches Gesellschaftssystem, das viele 1.000 Jahre alt ist, nichts. Weil Bargeld also verboten ist, nimmt die Familie des Mannes also „Geschenke“ an: Haustiere, Gold, Hauseinrichtungen, Golde, Kühlschränke, Fernseher, Stereoanlagen, Gold bis hin zu Autos.

Das indische Verheiratungsregime, bei dem der Preis von Frauen steigt, nur weil sie über 30 sind, das ganze Gegenteil von einem nett lächelnden, ruhigen Püppchen sind (tatsächlich kann Miss G. einem über den Mund fahren, dass von einem nur noch die Schuhe übrigbleiben), weil sie Topmanagerinnen mit drei Universitätsabschlüssen sind, ist eine verdammte Schande. Echte Männer nehmen kein Geld dafür, dass sie eine Frau heiraten – ist das nicht ein Art Prostitution oder auch Bezness[1]? Wahrscheinlich haben die Inder der späten Bronzezeit herausgefunden, dass sie – verglichen mit ihren Frauen – im Durchschnitt ziemlich unansehnlich sind[2] und deshalb einen Ausgleich geschaffen, weil ihnen sonst Ausländer alle ihre Frauen wegschnappen würden. Ich denke, wir Nicht-Inder sollten genau das tun und deshalb, meine Herren, wenn schon heiraten, dann Inderinnen!


[1] Dieser Begriff ist tatsächlich eine Wortbildung aus dem arabischen Wort für Geschlechtsverkehr und business – wie mir eine Kollegin mittlerweile erklärte

[2] Selbst heute noch gilt in Indien ja ein Sharuk Khan, der in etwa so schön ist wie die gemeine afrikanische Tüpfelhyäne, als Sexsymbol

Populärmusik

Wenn es musikalisch etwas gibt, das noch schlimmer ist als deutsche Musik, dann ist das indische Musik. Also, die Rede ist von Populärmusik. Vor allem die aus den unsäglich seichten Bollywood-Seifenopern mit Gesichtsgünther Sharuk Khan in der Hauptrolle, die gefühlte 20 Stunden dauern, wo gefühlte alle zwei Minuten irgendeine Gruppe von 20 Leuten, die sich zufällig zusammenfinden, eine perfekt inszenierte Musical-Tanznummer hinlegen, die singenden Männer ein Timbre in der Stimme bekommen, dass es einem den Zahnschmelz von den Zähnen löst, die Frauen ihre Gesangdarbietung auf die Frequenz von Hundepfeifen hochschrauben und Sharuk Khan sich den nackten Oberkörper von Wasser bespritzen lässt. Mag man das alles noch mit kulturellen Unterschieden entschuldigen -indischen Frauen mag man sowieso alles verzeihen und man weiss ja Bescheid über das strikte indische Heiratssystem, wo die Familien das Paarungsverhalten ihrer Kindeer untereinander geschäftlich regeln und wahre Liebe so gut wie ausgeschlossen ist, also bleibt für Romantik nur eine Traumwelt- das wirkliche künstlerischen Verbrechen fängt spätestens bei den unsäglich flachen Skripten an: Jedermann ist reich und glücklich und ist vielleicht jemand nicht ganz so reich und glücklich, so wird er es spätestens sein, wenn der Zuschauer den ganzen Film durchlitten hat. Bollywood-Massenware (es gibt, natürlich, auch sehr sehr gute indische Filme) wird sowieso nur produziert, um die entsprechenden Soundtrack-CDs zu verkaufen, man hat den Eindruck, die gesamte südliche Hemisphäre ist davon verseucht, du kannst einfach nicht entkommen und selbst wenn du dich in nicht-elektrifizierten Gegenden aufhälst, so plärren Bollywood-Songs aus batteriebetriebenen Radios.

 

Wenn es aber auf der Welt etwas gibt, was noch schlimmer ist als indische Popmusik, dann ist das ostafrikanische Popmusik und wirklich am furchtbarsten: ostafrikanische christliche Popmusik. Junge, hier hört wirklich die Musik auf und fängt die chinesische Wasserfolter an. Wer zur Hölle hat eigentlich den Kongolesen, die das ganze vor ungefähr 40 Jahren erfunden haben, erzählt, ein guter Popsong darf höchstens zwei Akkorde enthalten, sollte das Tempo eines durchschnittlichen Eselskarrens nicht überschreiten und keinesfalls länger als 40 Minuten dauern? Und verdient eigentlich jemand Tantiemen daran, dass jede einzelne Note jedes einzelnen Arpeggios jedes einzelnen Songs genau gleich ist? Wisst ihr vielleicht nicht, dass man Gitarren verdammt noch mal auch verzerren kann und schläft dieser verdammte Drummer etwa beim Spielen? Wie soll ich denn den Song verstehen, wenn es überhaupt keine Struktur: Strophe-Bridge-Refrain oder ähnliches gibt und warum muss an jeder Straßenecke die letzte und ausgeleiertste Kassette mit voller Lautstärke durchgenudelt werden, oder macht das auch schon keinen Unterschied mehr?

 

Wenn du dir allerdings ein Video im Fernsehen oder noch besser einen Live-Auftritt einer ostafrikanischen Band anguckst, brauchst du gar nicht anderes mehr und Beschwerden kommen auch nicht mehr über deine Lippen. Was uns hier rettet sind wieder mal die Frauen, genauer gesagt, die Tänzerinnen. Junge, können die mit dem Hintern wackeln, das ist schlicht und ergreifend eine eigene, ausdrucksstarke Kunstform. Sie bringen es tatsächlich fertig, ein einziges Körperteil in zwei gegenläufigen Kreisbewegungen umeinander rotieren zu lassen. Unbeschreibbar. Du solltest nicht aus diesem Leben scheiden, ohne eine ostafrikanische Tänzerin in der Ausübung ihrer Kunst gesehen zu haben.

Resignation? Nein. Eine Replik.

Ich las Franks Artikel „Baby Resignation“ auf Citronengras dieser Tage und fühlte mich bemüßigt, selbst hier, aus dem heissen Süden Tanzanias, eine Antwort darauf zu schreiben. Die Antwort, wenn auch sehr subjektiv ausgefallen, ist: Nein.

 

Ich verstehe Franks Resignationsgefühl, wie sicher viele Blogger und auch Journalisten, oder allgemeiner gesagt: Idealisten; die sich (noch)nicht an die Industrie oder eine Ideologie verkauft haben…  Angesichts der unzähligen großen und kleinen Schweinereien, die auf einen einstürmen, am Schreibtisch sitzend und versuchend, dagegen anzuschreiben – aussichtslos, aussichtslos – da ist Resignation vorprogrammiert. Aber geht es nicht in Wirklichkeit eher darum, sich selbst und seinen Idealen treu zu bleiben, sich selbst gegenüber integer zu sein, statt zu glauben, man müsste, man könnte und man sollte die Welt verändern in einem einsamen Kampf David gegen Goliath oder besser gesagt, gegen eine vielköpfige Hydra, der für jeden abgeschlagenen Kopf viele neue wachsen? Ist es nicht auch möglich, sich etwa im täglichen, persönlichen Leben mit seinen vielen, kleinen Entscheidungen immer wieder neu an seinen Idealen zu messen? Ist es nicht vielleicht schon gar ein Wert an sich, 40, 50 oder 60 Jahre alt zu werden und sich nicht in einen von links- auf rechtsgewendeten Neocon vom Schlage der Schilys, Broders, Giordanos und Biermanns dieser Welt verwandelt zu haben?

 

Die Welt ist groß, bunt, verwirrend und erfüllt mit den unterschiedlichsten Pfaden, Wegen und Entwicklungen. Es mag einem oft so vorkommen, als sei etwa die globale Markttotalisierung eine übermächtige Woge, die über uns allen zusammenschlagen und nichts als Verwüstung hinterlassen wird – aber die Welt ist zu vielfältig und jede Entwicklung verursacht eine ganze Kette unterschiedlicher Gegenbewegungen, als das dies wirklich realistisch wäre. Was weiss denn schon ein feister Roman Herzog von den Lebensumständen indischer, bengalischer oder ostafrikanischer Bauern, wie lange würde wohl Bert Rürup und der deutsche Rat der Wirtschaftsweisen mit all seiner Weisheit in einem Dorf in der weiten Savanne Tanzanias überleben können, wenn man ihn dahin versetzen würde? Was ist schon die verkniffene Lügnervisage eines Hanns-Olaf Henkel gegen das Lächeln einer bestrickend schönen Inderin? Was bedeutet schon die ständige Hartz 4-Drohung, der wir dieser Tage ausgesetzt sind – wenn du siehst, wie Dorf-Familien in Ostafrika in Hütten aus Laub und Wurzelholz leben, von der Art, die du dir selbst als Kind gebaut hast? Was ist die Bahn-Privatisierung, wenn Du in einem mit Menschen vollgestopften, nur noch von Rost zusammengehaltenen, „dalla dalla“ genannten Kleinbus sitzt und dir denkst, eigentlich habe ich dieses Leben doch ganz gern – und ich würde es wirklich außerordentlich begrüßen, Gott oder was auch immer, nicht in diese tiefe Schlucht linker Hand zu stürzen… Sollen sich doch die Leute von Bild, Bohlen und Broder verblöden lassen und so engstirnig werden, als trügen sie den Kopf in einem Goldfischglas, obwohl sie wirklich alle Möglichkeiten hätten, über den Tellerrand zu schauen – die Hauptsache ist doch, dass DU zu den Leuten gehörst, die sich die Fähigkeit bewahrt haben, auch in ganzen Sätzen lesen und denken zu können.  Und kannst du dir vielleicht vorstellen, wie unbeschreiblich lächerlich sich das konzentrierte Kleinbürgertum ausnimmt, das billigste Weltverschwörungstheorien in einen Weblog wie PI ejakuliert, gelesen zur gelegentlichen Erheiterung – in einem Land wie Bangladesh?

 

Natürlich ist Deutschland verglichen mit fast allen Regionen der Welt größtenteils harmlos und man könnte sich auf den Standpunkt stellen: DU da im Hort des Friedens und des Reichtums, DU resignierst? Guck dir mal den kongolesischen Kleinbauern an, dessen Familie im afrikanischen Weltkrieg (Madeleine Albright) 1997-2003 umgebracht wurde, von dem du noch nicht mal was mitbekommen hast und der trotzdem jeden Morgen auf sein karges Feld geht um sein letztes verbliebenes Kind zu ernähren. Guck dir mal die verkrüppelten Elendsgestalten an, die tagtäglich durch Dhaka wanken oder die zahllosen jungen Männer in Dar Es Salaam, die nichts anderes zu tun haben, als von morgens bis abends am Straßenrand rumzulungern, in einem Land mit einer Arbeitslosenrate von über 80 % wie Tanzania. Aber das hilft dir auch nicht, es sind ja gerade diese Zustände und keine Besserung in Sicht, die dich krank machen. Und das ist gerade das, was dich sympathisch macht.

 

Doch inmitten aller ökonomischen und ökologischen Desaster, von Korruption, Krieg, Seuchen, Analphabetismus und Überbevölkerung, da wächst es eben doch -es ist alles andere als ein zartes Pflänzchen- und es kommt ausgerechnet aus einem gebeutelten Land wie Bangladesh: Da ist die Grameen Bank, die Kleinkredite ausschließlich an die arme Landbevölkerung und fast ausschließlich an Frauen vergibt – diesen ihr Menschenrecht, als ökonomische Subjekte wahrgenommen zu werden zurückgibt und vier Millionen Menschen durch die Investition in lokale Kleingewerbe über die Armutsschwelle geholfen hat. Da sind hunderte von Mikrofinanzorganisationen weltweit, die diese Idee mittlerweile adaptiert haben. Da ist Grameen Shakti, das 200.000 ländliche Haushalte mit Solarsystemen elektrifiziert hat. Beides non-profit-Unternehmen, die wirtschaftlich nachhaltig und unabhängig operieren, nur ohne Rattenschwanz an parasitären shareholdern, für die der value quartalsmäßig erhöht werden muss, koste es was es wolle, weil sie sonst Amok laufen. Die schlichte Idee eines Ökonomieprofessors, der seine Ideale nicht vergessen hat: arme Menschen nicht aus dem wirtschaftlichen Kreislauf auszuschließen. Da ist -auf individueller Ebene- der strenggläubige Muslim Mr. Ahmed, der junge Frauen im ländlichen Raum als Technikerinnen ausbildet und die in Heimarbeit Hochtechnologie-Komponenten für Grameen Shaktis Solarsysteme produzieren. Da sitzt du mit zwei Kollegen aus zwei weit entfernten Kontinenten und entwickelst Projektpläne und schliesst tiefe Freundschaften über alle Kulturkreisgrenzen hinweg. Da verstehen Bauern im südlichen Tanzania plötzlich deine Idee, die deine Kollegen und du zwei Jahre lang nur theoretisch entwickelt haben und eine alte Frau dankt dir mit Tränen in den Augen – und sie kriegen nichts geschenkt, nein, sie müssen dafür zahlen.

 

Resignation? Nein. Denn die würde dich doch nur daran hindern, zu erleben – mit allen guten und schlechten Seiten – was die Welt sonst noch so zu bieten hat.

 

 

Bezness: Betrügen „orientalische Romeos“ europäische Touristinnen oder betrügen diese sich selbst?

Während einer Odyssee durch das Internet entdeckte ich die Website 1001geschichte.de des Vereins „Community of Interests against Bezness (CIB e. V.)“. Laut Selbstbeschreibung:

„[...] In den letzten Jahren [hat sich] in einigen Urlaubsländern ein neuer Geschäftszweig entwickelt, der sich BEZNESS nennt. Diese Bezeichnung steht in orientalischen Ländern für das Geschäft mit den Gefühlen europäischer Frauen. Tausendfach verlieren hauptsächlich Frauen [...] nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr gesamtes Hab und Gut, weil sie den gespielten Liebesschwüren und betrügerischen, schauspielerischen Höchstleistungen ihrer Urlaubslieben aus Unkenntnis verfallen. [...]„

widmet sich der Verein der Information und dem Kampf gegen ebenjenes „bezness“. Was mir zunächst mal sauer aufstösst ist die Aussage auf der Homepage: „Bezness verstößt gegen die Menschenrechte“. Zynisch könnte ich darauf erwidern: Da Dummheit zweifellos eine zutiefst menschliche Eigenschaft ist, kann sie nicht gegen die Menschenrechte verstoßen, q.e.d. Moralisch will ich dem gegenüber stellen: Armut verstößt gegen die Menschenrechte. „Bezness“ (wie auch Sextourismus) ist eine Folge von Armut bei gleichzeitigem Tourismus „reicher“ Europäer in diese Länder. Betroffene Frauen werden also im abstrakten Sinne Opfer dieser Armut.

Die auf der Homepage veröffentlichen Erlebnisberichte sind emotional packend und ich als versuchender Frauenversteher (god loves the tryer) las sie mit großem Interesse. Ich kann mich in die einzelnen Geschichten sehr wohl hineinversetzen, das Gefühlschaos, den Scham gegenüber dem Umfeld und den finanziellen Ruin. Ich weiss auch wie es ist, jemanden zu lieben und einfach nur zu lieben, wie eine schlimme Krankheit, obwohl das gesamte Umfeld, das die Hintergründe kennt, einfach nur noch den Kopf schüttelt. Was ich nicht verstehe sind 2 Haltungen, die hinter vielen der Geschichten stecken:

1. „Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt“

Gut, da ist diese Verliebtheitsphase am Anfang jeder Beziehung, wie ein süß-klebriger, rosaroter Drogenrausch, während der man eigentlich als partiell unzurechnungsfähig eingestuft werden sollte, die allerdings nicht länger als ein halbes Jahr andauert (Quelle: eigene Evaluierung). Dann jener entscheidende Knackpunkt, wo Verliebtheit in Liebe, Neues in Vertrautes und eine Affäre in eine Beziehung übergeht (oder eben nicht). So. Bei sämtlichen der Geschichten handelt es sich um längere Beziehungen über mehrere Jahre, mit Zuzug in das eine oder andere Land und Heirat. Was denkt sich so eine Frau, die in einen orientalischen Mann verliebt ist, an diesem Punkt? Klar, der ist 20-30 Jahre in der patriarchalisch-traditionalen Kultur Tunesiens/Marokkos/Nigerias/Kenyas sozialisiert. Aber jetzt hat er schließlich MICH getroffen und wird sich zweifellos innerhalb der nächsten anderthalb Jahre zu einem emanzipierten Mann erziehen lassen und mir alle Freiheiten einräumen, die ich mit meiner europäischen Sozialisation gewohnt bin, zusätzlich aber ein kleines bisschen seiner Exotik und archaischen Männlichkeit behalten, die mich von Anfang an so faszinierte?

2. Der Opfer-Habitus

„Er sagte mir knallhart, dass es eben etwas kosten würde, sich einen jüngeren und gutaussehenden Mann im Bett zu halten und wenn ich das weiter so haben wollte, dann sollte ich gefälligst ruhig sein und ihn nie wieder nach Geld fragen.“ (Quelle)

Es ist zweifellos obszön und erniedrigend so etwas zu einer Frau zu sagen. Andererseits, wenn ich als Mann 40 wäre und eine landschaftlich beeindruckende, etwa 10-20 Jahre jüngere Frau machte mir Avancen, würde es sich bei obigen „business agreement“ schon fast um einen gesellschaftlich akzeptierten Normalfall handeln. Nur das hier eher der Mann „der Böse“ ist – tatsächlich schildern sehr viele der Autorinnen, vorher von ihrem Mann für eine jüngere verlassen worden zu sein. Klarer Fall also: Mann kauft Frau, Schuld: der Mann – Frau kauft Mann, Schuld: der Mann? Und das nennt sich dann „Gleichberechtigung“?

Mir geht v. a. diese unerträgliche Opfer-isierung auf die Nerven – nicht nur hier, es scheint mir mittlerweile fast schon ein gesellschaftlicher Trend zu sein: Ich armes, hilfloses Opfer habe natürlich überhaupt keinen Einfluss auf mein Leben und was mit mir passiert, Schuld sind die anderen. Niemand -ausgenommen hilflose Personen wie Kinder- ist jemals zu 100% nur Opfer. Meine Damen, Sie sind alle volljährig, in den meisten Fällen ungefähr 40, geschieden und z. T. mit Kindern, also durchaus schon durch einige Höhen und Tiefen des Lebens gewandert. Als westliche Frau sehen Sie sich als vergleichsweise emanzipiert und relativ gleichberechtigt an – aber (wirkliche) Emanzipation heisst auch: Sie sind selbstständig, verantwortlich für Ihr Leben und nicht mehr in einer abhängigen und hilflosen Position, wie dies im 19. Jahrhundert noch der Fall war. Kurz gesagt, Emanzipation bedeutet auch, keine (totale) Opferrolle mehr einnehmen zu können.

„Er hat mir alles genommen was mir was bedeutet hat- meine Selbstachtung, mein Vertrauen in Menschen, viele Personen in meinem Leben, mein hart verdientes Geld.“ (Quelle)

Natürlich verstehe ich so eine Aussage unter dem Schock der Ereignisse. In der reflexiven Nachbetrachtung Jahre später muss es aber lauten: „Er hat mir alles genommen was mir was bedeutet hat und ich habe mir alles nehmen lassen… D. h. ich bin zu mindestens 50% mit Schuld an dem, was mir passiert ist.“

In jedem Reiseführer der entsprechend stark betroffenen Länder wird vor männlichen Prostitutions-Trickbetrügern gewarnt, die 20-30 sind und sich an 10-20 Jahre ältere Frauen ranmachen. Wenn Sie es fertig bringen, auch nur einmal den Fuß vor Ihr Touristen-Resort zu setzen, werden Sie vermutlich bemerken, wie arm die Menschen dort relativ zu Ihnen sind bzw. im Umkehrschluss wie unendlich reich Sie den Einheimischen vorkommen müssen (die z. B. nichts über unsere hohen Lebenshaltungskosten wissen). Wenn Sie über Einfühlungsvermögen verfügen, können Sie sich vielleicht vorstellen, dass einige Menschen alles zu tun bereit sind, um der Armut zu entfliehen, sobald sie einmal in Kontakt mit der europäischen „Wohlstandsinsel“ kommen. Und Sie hinterfragen es trotzdem nicht, wenn sich ein junger, athletischer Romeo mit großen braunen Kulleraugen und lustigem Kraushaar sich an Sie heranmacht? Warum stellen Sie sich nicht gleich auf einen Basar in Djerba, halten ein dickes Bündel mit 100 €-Scheinen zwischen zwei Fingern in die Luft und beschweren sich hinterher darüber, beklaut worden zu sein? Vielleicht ist diese Kritik etwas harsch und etwas unfair. V. a. dann, wenn die Frauen in einigen Situationen Opfer (hilflos, da meist körperlich unterlegen) von Vergewaltigung (in den Geschichten allerdings selten) und/oder körperlicher Gewalt (deutlich häufiger) wurden.

Dennoch glaube ich, dass ich im Groben richtig liege – denn was wäre die Konsequenz der Opfer- und „Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt“- Haltung?

„Mädels, wacht auf und lasst wirklich die Finger von Nigerianern. Das rate ich euch allen Ernstes. In Nigeria hab ich gesehen, was läuft und erfahren, was die Devise ist, egal ob Männlein oder Weiblein: Abzocke, Geld, Frauen schlecht behandeln, was anderes können und wollen die nicht. Es war mir eine Lehre. Aber, wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ (Quelle)

Und, was ist das jetzt, Mädel? Feministischer Rassismus?

„Selbstkritische Artikelreflexion…“

Phrasenverbrechen

Eine Phrase, die mir jedesmal auffällt, wenn ich Blogs lese -sei es in Artikeln oder Kommentaren- ist: „Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.“ Ganz abgesehen davon, dass das mittlerweile schon so abgedroschen ist, das jedesmal denke: Ooooh, noch so ein Langweiler, der seine Zeit vor dem Rechner verbringt um die virtuelle Welt zu langweilen, weil in der realen Welt schon jedermann flieht sobald er den Raum betritt – … handelt es sich dabei um den Ausspruch des deutsch-jüdischen Malers Max Liebermann, getätigt 1933, als ein Fackelzug der SA nach der Machtergreifung an seinem Haus vorbeizog. Alles klar?! Nun sehe ich das so, liebe Blogautoren und -kommentatoren: Hat irgendeiner von euch schon mal eine Situation erlebt, die auch nur im entferntesten damit zu vergleichen wäre, dass ein Angehöriger eines Kulturkreises seine Todfeinde und späteren Massenmörder dieses Kulturkreises im Triumph nach der Machtergreifung martialisch an seinem Haus vorbeimarschieren sieht? Hat irgendeiner der Zusammenhänge, in denen dieses Liebermann-Zitat gebraucht wird: Politiker X hat dieses, Prominenter Y jenes gesagt, das mir nicht passt, eine Fernsehsendung wurde abgesetzt, gestern ist in der Stadt Z etwas passiert, was einfach nicht in mein Weltbild passt… – auch nur annähernd eine solche magenverdrehende und angseinflössende Drohkulisse wie der Kontext in den das Zitat gehört? Nein?! Dann solltet ihr spätestens bei „Ich kann gar nicht soviel…“ einen arthritischen Schreibkrampf in den Fingern bekommen.

Für mich ist der inflationäre, unpassende Gebrauch des Liebermann-Zitats eine Zeichen für die Hysterisierung der Sprache, ähnlich Dosenpfand-Chaos (griech: „Das Ende aller Ordnungen“) oder Hühner-Holocaust (unsägliche PETA-Tierschutz-Kampagne). Sprache ist das wichtigste Symbolsystem sozialer Interaktion, wobei die Deutungszuweisungen der Symbole sich im ständigen (re-)interpretativen Prozess befinden und mit der Zeit wandeln. Die Hysterisierung der Sprache geschieht im wesentlichen im Kampf um Aufmerksamkeit in Politik, Medien und Wirtschaft (Werbung): Mag sein, dass ich ein fürchterlichen, plattdummen, reisserischen Dünnschiss an die öffentliche Plakatwand klebe, bei dem jeder halbwegs nachdenkende Mensch sich an den Kopf fasst, für den ich mich in zwei Wochen schäme und möglicherweise sogar entschuldigen muss, aber ich bin zwei Sekunden im Focus der öffentlichen Aufmerksamkeit – wenn ich Glück habe regt sich vielleicht sogar jemand darüber auf und ich bin für vier Sekunden im Focus… Ähnliches gilt offenbar oft auch für die recht seltsame Parallelwelt „Bloggosphäre“, konstituiert von zänkischen Menschen, die in langen Nächten vor ihren Computern sitzen und glauben, sie würden mit der Welt kommunizieren… Wo soll diese sprachliche Hysterisierung enden? Wird in 20 Jahren ein Frau, deren Mann sich verspätet, ihn vorwurfsvoll anblicken und sagen: „Mach nie wieder so einen Holocaust mit mir, du Nazi?“

Update: 3 Genervte – ein Gedanke, siehe auch Bla bla, Plattitüden sowie Franks Kommentar im Craplog…

Review: „Death Proof“ by Quentin Tarantino

(Second part of „Grindhouse“ double feature with Robert Rodriguez’ „Planet Terror“)

The storyline is narrated around two groups of girls which one of them in each group is a model who started carrier shortly before. In general all the girls are wicked and in-heated as girls are rarely outside mens phantasies, especially old men I presume, which seems to be the main topic of Quentins last movie. For example it turns a lot about the young womens feet which are maybe nice but normally you’re not so much interested in feet, I mean there are definetely other more interesting parts. But in one of the best scenes a cutted leg of one girl is flying straight through the air and drops to the ground jerking like a spider leg after her and her girlfriends car crashed frontally because she put it out of the open window before. It’s a typical Tarantino and I really enjoyed that because while watching I started to hate that f***ing bitches I will get to that point later. There is an old guy -“Stuntman Mike“, played by Kurt Russell- which is jealous about his non-success in life, his ageing and because he will not be able to get one of this young chicks in his bed ever again. This guy is really disgusting, very impressive is his introduction to the story by eating a pizza so nasty and noisy that it’s shuddering. „Stuntman Mike“ has taken to observe young girls and drive nearby them in his 1970 Chevy Nova muscle car which is special designed as a stuntmen car and „death proof“ as he claims.

deathproof.jpg

Really „Stuntman Mike“ isn’t the sort of guy I would normally sympathize with but in this movie I came to that very soon. More precisely I don’t sympathize with him – I only hope that he will succeed. He is a ripper by using his „death proof“ car to kill young ladies and in the context of the movie that seems to be not a bad idea because dead they’re at least shut their f***ing mouth: Three quarters of the whole movie only consists of girl A meet girl B and they talking about something shit then girl C comes around and she has some more shit to talk about and don’t forget girl D who was out for a half hour refreshing her reserves in shit-talking. I mean Tarantino is a great screenplay writer but here are only dialogues without any sense, story or humor. You became an auto-agressive finger-nail-chewer while watching the movie and you’re begging: „Pleeeeeeeeeaaaaaaase, Stuntman Mike, drive around and kill this f***ing bitches, free me from this machine gun fire of senseless information and allow me five minutes silence, I can no more…“

„Death proof“ started so promising with its 1970ies style and theme and then it turned into that 2 hours stupid girls talking shit. Another thing I will not forgive you, Mr. Tarantino, is that you really perverted the Bullitt car chase scene in the last 10 minutes of the movie. To copy things from holy cultural goods like „Bullitt“ with Steve McQueen is not a bagatelle especially if you give it that prefix of stupid shit-talking girls who from now will rule the world, or what does that f***ing end mean?

Ein primitiver Artikel, geeignet, meine Besucherzahlen in die Höhe schnellen zu lassen…

Meint jedenfalls ein engagierter nova express-Leser, der sich Sorgen um meine Zugriffszahlen macht. Und stellte ein komplett ausgearbeiteten Artikel in meinen Kommentarbereich. Da kann ich aber nicht widerstehen und veröffentliche ihn hier komplett. Nicht ganz mein Stil – aber: Löblich. Löblich.

[verfasst von Herrn ExaG (Ex-aufgeschreckter Gutmensch)]

Düstere Wolken ziehen über Deutschland! Ein Haufen durchgeknallter Miesepeter schickt sich an, Deutschland in ein intolerantes und gewaltbereites Schlachthaus zu verwandeln, in dem wir alle angestachelt und aufgehetzt uns gegen das Anderssein von Menschen vergehen sollen und die Moslems zum Teufel jagen. 50 Jahre nach Kriegsende sind in Deutschland nun wieder Untermenschen gesichtet worden, denen die Lebensberechtigung abgesprochen wird. Der nun freigesetzte Größenwahn für alle Volksstämmigen soll zu entschiedenen Säuberungsaktionen führen und Deutschland frei von vergiftenden kulturellen Einflüssen machen.

Es reicht! Wer mich zu einem Werwolf der Menschlichkeit machen möchte, wer mich in Verfolgung und Vertreibung hineinziehen will, wer möchte, dass ich meine guten Gefühle verliere und mir seine Leidensempfindungen von Verachtung, Hass, Verurteilung, Paranoia und Mißtrauen, Agressionen und Rachsucht und einiges mehr aufnötigen will und als Lebensentwurf anbietet, will sich nur freisprechen von den eigenen primitiven Anwandlungen und sich über weiter so bezogene Menschen in einer Normalität wähnen, die an ihn keine Veränderungsansprüche stellt. Solch ein Mensch kann nicht mehr, wie andere für seine Zwecke auszunutzen und auszubeuten und das alles nur, weil sein Wesen dahin verkümmert ist, sich selbst nicht mehr hinterfragen zu können. Ein Unfähiger, der sein inneres Versammeltsein dadurch mildern will, dass er es auf andere überträgt.

Ein Mensch, der mit Krüken laufen muß und nun befiehlt, dass jeder Gesunde nun selbst gehbehindert wird, damit seine Augen nicht den Anstoß der eigenen Zurückgebliebenheit einfangen müssen. Voller Fressgier an eigener Bedürftigkeit muß er sich und andere einschwören und Verderbnis in die Köpfe anderer Menschen bringen und ihre Charakterbildung in Untiefen hineintreiben, sie verstricken und aushungern lassen, weil er sich von ihren negativen Energien ernähren muß. Es kümmert ihn nicht wieviele Gefangene er unter den Eingestimmten nimmt, er braucht sie und das macht ihn rücksichtslos.

Er höhlt sie aus, bereitet ihnen Streß und Ungemach und treibt sie in kollektiven Selbstmord. Eine Armee von Zombies, deren Heilslehre der eigene innere Untergang ist. Um ihre Selbstachtung zu retten, wollen sie glauben zu den guten Menschen zu gehören, die nur um den Umstand erweitert sind, vor Unausweichlichkeiten nicht auszuscheren und damit auf einer höheren Entwicklungsstufe zu stehen, wie der vor Ungemach zurückschreckende Normalgutmensch, der für seine Verfassheit eine Blindenbinde braucht, während ihnen alle Ferngläser und Beleuchtungskörper der Welt zur Verfügung stehen. Ein in Täuschung verhafteter Haufen, der seine eigenen Fesseln nicht erkennt.

Lasst uns ihnen unseren Groll spüren und tauchen wir sie unter, in die Gosse aus der sie gekommen sind.

Politically Incorrect: Von Morddrohungen, Menschenrechtsverletzungen und Opferrollen

In letzter Zeit verschwendete auch die Mainstreampresse einige Aufmerksamkeit darauf, was da im Internet so aus den Kellerlöchern quillt, namentlich dem islamkritischen verfassungsfeindlichen (*) Weblog „politicallyincorrect.de“. „Politically Incorrect“ schlug zurück: Zunächst erschienen einige Postings, die den Zeitungen tendenziöse Berichterstattung vorwarfen, die Journalisten auf persönlicher Ebene angriffen, sowie sich ironisch für die öffentliche Aufmerksamkeit bedankten. Diese Postings erschienen wohl nicht nur dem kritischen Leser als lächerliche, untaugliche Versuche, die argumentativ nicht das Geringste zu bieten hatten, sondern offenbar auch den „politicallyincorrect“-Machern selbst. Wohl deshalb – so jedenfalls die Deutung des Autors – wich man dort auf eine andere Ebene aus: Man interpretiert sich jetzt hauptsächlich als Opfer einer Rufmordkampagne.

Herr H., Gründer von „Politically Incorrect“, erhielt nach eigenem Bekunden ständig Morddrohungen, stemmte sich aber trotzdem weiterhin mutig gegen den „politisch korrekten Mainstream“. Auf seiner Website veröffentlichte er weiterhin willkürliche Zusammenstellungen von Nachrichten über Taten mutmaßlicher Muslime, für die er dann pauschal den ganzen Kulturkreis verantwortlich erklärte. Die Tatsache, dass in der Mainstreampresse weiterhin Mindeststandards journalistischer Ausgewogenheit gelten, diese somit der Logik Herrn H.s nicht ganz folgen kann, werten er und seine Entourage als eindeutigen Beweis für die „politisch korrekte Meinungszensur“ und die „schleichende Islamisierung Europas“. Nun erhält Herr H. angeblich eine weitere angebliche Morddrohung. die plötzlich allerdings vieeeeeeel ernstzunehmender ist. Die Morddrohung ergibt sich laut Zeugen, die vor Ort waren (Herrn H.), aus einem apokalyptischen Handyanruf morgens um 7.00 Uhr:

“Ist da [Herr H.]?”
“Ja, warum?”
“Ich stehe vor deiner Tür. Ich hab ein rotes Auto. Komm raus.”
“Wieso sollte ich?”
“Es wird Zeit für dich…”

Irgendwie kann ich Herrn H. ja auch verstehen. Handyanrufe um 7.00 Uhr morgens sind echt unangebracht… (**) Nun, der Herr H. war wohl immer noch recht sauer, da vor zwei Tagen in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS)“ ein harscher Artikel des bekannten und preisgekrönten Journalisten und Bloggers Stefan N. sein Lebenswerk (das „politisch inkorrekte“ Weblog „politicallyincorrect.de“) sowie die Fundamente seiner Weltanschauung (die „schleichende Islamisierung Europas“) in massive Zweifel zog. Dazu war Herrn H. nichts, aber auch gar nichts besseres eingefallen, als die dümmliche Replik in seinem Weblog „Die FAS blind vor Menschenrechtsverletzungen“. Ganz so, als stellte Kritik an einem Blog, das die zumindest anzweifelbare Meinung vertritt, 1,3 Mrd. Angehörige einer Religionsgruppe vereinte nur ein Ziel, nämlich die Vernichtung „des Westens“, sowie „die Politiker“, „die Medien“ und der verblendete „linksgrüngutmenschliche Mainstream“ ebenjenes Westens täten alles um sie hierin zu unterstützen, schon eine Menschenrechtsverletzung dar. Offenbar handelt Herr H. nach der Logik: „Ich bin ein Mensch. Und ich hab recht (ich hab immer recht). Der FAS-Artikel hat mich verletzt. Es handelt sich daher um eine Menschenrechtsverletztung.“

Kurz und gut, Herr H. beschloss, sich und seine „Islamkritiker“ fortan „Menschenrechtsaktivisten“ zu nennen und den FAS-Artikel „Rufmord“. Mit glasklarer Logik folgert der Bericht auf „politicallyincorrect.de“ über die oben wiedergegebene Morddrohung gegen Herrn H. nun:

„Dem Rufmord folgt gelegentlich ein Mord. Pim Fortuyn war ein solches Opfer. […] Er wurde von einem radikalen Linken (bzw. radikalen Multikulturalisten) ermordet, der in Fortuyn […] einen „Rassisten“ sah. (***) Zweifellos war der Mörder Fortuyns beeinflusst von Medien und Politikern, die zuvor Fortuyns berechtigte Anliegen und seine Person in massiver Weise diffamiert haben […]“

„Wie schon andere zuvor wird nun auch [Herr H.] Betroffener jener ausufernden Intoleranz und Gewalt […] Besonders schockierend daran ist, daß überregionale Tageszeitungen bei dieser Hetzkampagne mitmachen […]“

„Wann folgt dem Rufmord ein Verbrechen – denn die Verunmenschlichung, wie sie […] insbesondere gegen [Herr H.] betrieben wird, senkt die Hemmschwelle zur Gewalt, wie wir am schrecklichen Schicksal Pim Fortyuns gesehen haben.“

Um es noch einmal klar zu sagen: Der Autor verurteilt Morddrohungen, selbstverständlich auch wenn sie sich gegen politisch Andersdenkende richten, auf das Schärfste. Diese angebliche Morddrohung gegen Herrn H. halte ich jedoch von vorne bis hinten für erstunken und erlogen. M. E. schafft sich der Mann seinen eigenen Mythos inklusive Märtyrer- und Führerkult, um schön von den Spenden seiner „politisch inkorrekten“, „islamkritischen“ Schafherde leben zu können. Unter „Politische Unkorrektheit“ verstehen ihre Verfechtern offenbar zunehmend dass in die Welt setzen zweifelhafter Legenden, um Gegner, denen man nicht gewachsen ist, mit Dreck zu bewerfen…

Der geneigte Leser bilde sich seine eigene Meinung:

http://www.politicallyincorrect.de/2007/10/fas-blind-vor-menschenrechtsverletzungen/
http://www.politicallyincorrect.de/2007/10/drohungen-gegen-pi-gruender-stefan-herre/
FAS-Artikel vom 21.10.2007 via Watchblog Islamophobie http://zwischenruf.wordpress.com/2007/10/22/morddrohungen-gegen-pi-team/

politischkorrekt.info: „surprise, surprise!“
___________________________________________________________________________________________ Fußnoten:

(*) Artikel 4 des Grundgesetzes:

1. Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
2. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(**) An dieser Stelle will ich mal nicht so sein und mich der Solidaritätsaktion von politischkorrekt.info für Herrn H. anschliessen: Keine Mobifunkanrufe vor neun Uhr!

(***) Der Mörder Pim Fortuyns war radikaler Umweltaktivist und Tierrechtler, ein gerichtliches Gutachten bescheinigte ihm eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung (aber keine Unzurechnungsfähigkeit) (wikipedia)

 

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…cited:

"First rule about journalism: Don't talk about journalism. Or maybe that's fight club. Or whatever..." (Stephen Colbert)

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