Während einer Odyssee durch das Internet entdeckte ich die Website 1001geschichte.de des Vereins “Community of Interests against Bezness (CIB e. V.)”. Laut Selbstbeschreibung:
“[...] In den letzten Jahren [hat sich] in einigen Urlaubsländern ein neuer Geschäftszweig entwickelt, der sich BEZNESS nennt. Diese Bezeichnung steht in orientalischen Ländern für das Geschäft mit den Gefühlen europäischer Frauen. Tausendfach verlieren hauptsächlich Frauen [...] nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr gesamtes Hab und Gut, weil sie den gespielten Liebesschwüren und betrügerischen, schauspielerischen Höchstleistungen ihrer Urlaubslieben aus Unkenntnis verfallen. [...]“
widmet sich der Verein der Information und dem Kampf gegen ebenjenes “bezness”. Was mir zunächst mal sauer aufstösst ist die Aussage auf der Homepage: “Bezness verstößt gegen die Menschenrechte”. Zynisch könnte ich darauf erwidern: Da Dummheit zweifellos eine zutiefst menschliche Eigenschaft ist, kann sie nicht gegen die Menschenrechte verstoßen, q.e.d. Moralisch will ich dem gegenüber stellen: Armut verstößt gegen die Menschenrechte. “Bezness” (wie auch Sextourismus) ist eine Folge von Armut bei gleichzeitigem Tourismus “reicher” Europäer in diese Länder. Betroffene Frauen werden also im abstrakten Sinne Opfer dieser Armut.
Die auf der Homepage veröffentlichen Erlebnisberichte sind emotional packend und ich als versuchender Frauenversteher (god loves the tryer) las sie mit großem Interesse. Ich kann mich in die einzelnen Geschichten sehr wohl hineinversetzen, das Gefühlschaos, den Scham gegenüber dem Umfeld und den finanziellen Ruin. Ich weiss auch wie es ist, eine Frau zu lieben und einfach nur zu lieben, wie eine schlimme Krankheit, obwohl das gesamte Umfeld, das die Hintergründe kennt, einfach nur noch den Kopf schüttelt. Was ich nicht verstehe sind 2 Haltungen, die hinter vielen der Geschichten stecken:
1. “Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt”
Gut, da ist diese Verliebtheitsphase am Anfang jeder Beziehung, wie ein süß-klebriger, rosaroter Drogenrausch, während der man eigentlich als partiell unzurechnungsfähig eingestuft werden sollte, die allerdings nicht länger als ein halbes Jahr andauert (Quelle: eigene Evaluierung). Dann jener entscheidende Knackpunkt, wo Verliebtheit in Liebe, Neues in Vertrautes und eine Affäre in eine Beziehung übergeht (oder eben nicht). So. Bei sämtlichen der Geschichten handelt es sich um längere Beziehungen über mehrere Jahre, mit Zuzug in das eine oder andere Land und Heirat. Was denkt sich so eine Frau, die in einen orientalischen Mann verliebt ist, an diesem Punkt? Klar, der ist 20-30 Jahre in der patriarchalisch-traditionalen Kultur Tunesiens/Marokkos/Nigerias/Kenyas sozialisiert. Aber jetzt hat er schließlich MICH getroffen und wird sich zweifellos innerhalb der nächsten anderthalb Jahre zu einem emanzipierten Mann erziehen lassen und mir alle Freiheiten einräumen, die ich mit meiner europäischen Sozialisation gewohnt bin, zusätzlich aber ein kleines bisschen seiner Exotik und archaischen Männlichkeit behalten, die mich von Anfang an so faszinierte?
2. Der Opfer-Habitus
“Er sagte mir knallhart, dass es eben etwas kosten würde, sich einen jüngeren und gutaussehenden Mann im Bett zu halten und wenn ich das weiter so haben wollte, dann sollte ich gefälligst ruhig sein und ihn nie wieder nach Geld fragen.” (Quelle)
Es ist zweifellos obszön und erniedrigend so etwas zu einer Frau zu sagen. Andererseits, wenn ich als Mann 40 wäre und eine landschaftlich beeindruckende, etwa 10-20 Jahre jüngere Frau machte mir Avancen, würde es sich bei obigen “business agreement” schon fast um einen gesellschaftlich akzeptierten Normalfall handeln. Nur das hier eher der Mann “der Böse” ist - tatsächlich schildern sehr viele der Autorinnen, vorher von ihrem Mann für eine jüngere verlassen worden zu sein. Klarer Fall also: Mann kauft Frau, Schuld: der Mann - Frau kauft Mann, Schuld: der Mann? Und das nennt sich dann “Gleichberechtigung”?
Mir geht v. a. diese unerträgliche Opfer-isierung auf die Nerven - nicht nur hier, es scheint mir mittlerweile fast schon ein gesellschaftlicher Trend zu sein: Ich armes, hilfloses Opfer habe natürlich überhaupt keinen Einfluss auf mein Leben und was mit mir passiert, Schuld sind die anderen. Niemand -ausgenommen hilflose Personen wie Kinder- ist jemals zu 100% nur Opfer. Meine Damen, Sie sind alle volljährig, in den meisten Fällen ungefähr 40, geschieden und z. T. mit Kindern, also durchaus schon durch einige Höhen und Tiefen des Lebens gewandert. Als westliche Frau sehen Sie sich als vergleichsweise emanzipiert und relativ gleichberechtigt an - aber (wirkliche) Emanzipation heisst auch: Sie sind selbstständig, verantwortlich für Ihr Leben und nicht mehr in einer abhängigen und hilflosen Position, wie dies im 19. Jahrhundert noch der Fall war. Kurz gesagt, Emanzipation bedeutet auch, keine (totale) Opferrolle mehr einnehmen zu können.
“Er hat mir alles genommen was mir was bedeutet hat- meine Selbstachtung, mein Vertrauen in Menschen, viele Personen in meinem Leben, mein hart verdientes Geld.” (Quelle)
Natürlich verstehe ich so eine Aussage unter dem Schock der Ereignisse. In der reflexiven Nachbetrachtung Jahre später muss es aber lauten: “Er hat mir alles genommen was mir was bedeutet hat und ich habe mir alles nehmen lassen… D. h. ich bin zu mindestens 50% mit Schuld an dem, was mir passiert ist.”
In jedem Reiseführer der entsprechend stark betroffenen Länder wird vor männlichen Prostitutions-Trickbetrügern gewarnt, die 20-30 sind und sich an 10-20 Jahre ältere Frauen ranmachen. Wenn Sie es fertig bringen, auch nur einmal den Fuß vor Ihr Touristen-Resort zu setzen, werden Sie vermutlich bemerken, wie arm die Menschen dort relativ zu Ihnen sind bzw. im Umkehrschluss wie unendlich reich Sie den Einheimischen vorkommen müssen (die z. B. nichts über unsere hohen Lebenshaltungskosten wissen). Wenn Sie über Einfühlungsvermögen verfügen, können Sie sich vielleicht vorstellen, dass einige Menschen alles zu tun bereit sind, um der Armut zu entfliehen, sobald sie einmal in Kontakt mit der europäischen “Wohlstandsinsel” kommen. Und Sie hinterfragen es trotzdem nicht, wenn sich ein junger, athletischer Romeo mit großen braunen Kulleraugen und lustigem Kraushaar sich an Sie heranmacht? Warum stellen Sie sich nicht gleich auf einen Basar in Djerba, halten ein dickes Bündel mit 100 €-Scheinen zwischen zwei Fingern in die Luft und beschweren sich hinterher darüber, beklaut worden zu sein? Vielleicht ist diese Kritik etwas harsch und etwas unfair. V. a. dann, wenn die Frauen in einigen Situationen Opfer (hilflos, da meist körperlich unterlegen) von Vergewaltigung (in den Geschichten allerdings selten) und/oder körperlicher Gewalt (deutlich häufiger) wurden.
Dennoch glaube ich, dass ich im Groben richtig liege - denn was wäre die Konsequenz der Opfer- und “Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt”- Haltung?
“Mädels, wacht auf und lasst wirklich die Finger von Nigerianern. Das rate ich euch allen Ernstes. In Nigeria hab ich gesehen, was läuft und erfahren, was die Devise ist, egal ob Männlein oder Weiblein: Abzocke, Geld, Frauen schlecht behandeln, was anderes können und wollen die nicht. Es war mir eine Lehre. Aber, wer zuletzt lacht, lacht am besten.” (Quelle)
Und, was ist das jetzt, Mädel? Feministischer Rassismus?
Wie schrecklich natürlich haben Europärische Männer sich noch nie Frauen aus Dritte Welt Ländern oder Osteuropa besorgt oder deren Situation ausgenutzt
und meines wissen fahren Alte Europäerinnen doch bewusst in arme Länder weil sie sich von nen armen Stecher durchnehmen lassen wollen, der sie ohne seine Lage nicht anrühren würde.
red.cloud, sehr guter Beitrag (mal wieder)! Ich teile Deine Sichtweise, diesbzüglich habe ich in Mombasa viel erlebt. Werde zu diesem Thema bald auch eine Story in meinen Blog schreiben und hierhin trackbacken, denn es passt gut zusammen. Der Titel steht schon:
Sextourismus und “westliche” Moral.
Gruß
tom
@ Laughing Man
So verallgemeinern würde ich nicht. Es bestehen m. E. ein mehr als nur gradueller Unterschied zwischen “bezness” und Sextourismus, da im ersteren Fall der “geschäftliche Charakter” der Beziehung ja nur einer Partei bekannt ist - d. h. es sich um Betrug handelt.
Am Betrug ist der Betrogene aber mitschuld, da er sich betrügen liess (und das ist bei “bezness” ja nun ziemlich offensichtlich - “das konnte ich vorher nicht wissen” kann eigentlich niemand sagen), und das wollte ich aussagen.
@ Tom
Danke. Bin ich aber gespannt auf Deinen Artikel. Ich hab in Daressalaam auch einiges in dieser Hinsicht erlebt, sogar am eigenen Leib (hat allerdings nicht geklappt - armes Mädel), aber das hätte jetzt die Grenzen des Artikels gesprengt. Ich hatte sowieso vor, wieder mehr auf Afrika und Weltpolitik zu fokussieren, was ursprünglich mal der Sinn dieses Blogs sein sollte, wer weiss, vielleicht inspiriert man sich ja gegenseitig?
Wie immer verstehen Sie sich darauf zu argumentieren. Aber diesmal scheinen Sie sich mir einer zu herzlosen Sache unterzogen zu haben. Mir drängt sich das Gefühl auf, das Sie zu rigeros versuchen, den islamkritischen Seiten alles zu entziehen, was sie sich in ihrer Verwendung befindet.
Interesse und Stützfunktion kommt sicherlich auch aus einer Beschützerrollenannahme. Man ist Bewahrer und Beschützer. Ich bin eigentlich froh, das diese Einflüsse auf islamkritischer Seite vorhanden sind. Es gibt einen emotionalen Bezug, der viele Ehrbegriffe, traditionell oder modern, zulässt. Es kommt jetzt darauf an, sich diese Tugendzusammenstellungen anzuschauen und da haben nicht vordringlich die Erfolg, die sich nur einen sehr engen historischen Bezugsrahmen aussuchen wollen, obwohl es hier auch Wortführer gibt, sondern die, die den angenehmsten Bezug einer Eigenschaft herausfinden wollen. Mit ihrer Popularität und dem demokratischen System kommentieren zu können, geraten ursprüngliche Begründer immer weiter ins Hintertreffen und es gibt einen bunteren Mix aus Hervorbringungen, die sich auch ihre quantitativen Anteile holen. Mit zunehmender Masse nehmen auch die Eigendynamiken zu. Es kommt darauf an sich zu beteildigen. Pi ist ein zu beobachtendes unfreiwilliges gigantisches soziologisches Experiment. Die Frage ist doch, wie sich die Ausgangsmasse zu den Rändern hin verschiebt? Welche vertretbaren Vereinbarungen finden Einzug und entwickeln die Sache weiter? Welche emotionalen Bezüge wollen gefunden sein? Ich empfinde die Sache als positiv, wenn einer aus dem Leben greifen will, und dafür eignet sich nun mal der zitierte Link. Es sind Schicksalsgeschichten, sicherlich emotional eingefärbt, aber eben auch Angebote, die eigene Geschichte zu verarbeiten und Reaktionen darauf zu bekommen. Sicherlich, so wie das Angebot auf dieser Seite gestellt ist, wird es natürlich kulturkritische Töne in der Empfindung hervorrufen. Das Meiste sind ja Hineinziehungs- und Herauslösungsgeschichten. In einer persönlichen Geschichte wird man anfangen sich identifizieren zu wollen und da die Seite dessen feststeht, für das wir Partei ergreifen, bleiben wir bei fortgesetztem Lesen, auch bei einer Opferbetrachtung und einer Vorwurfshaltung. Es sind aber wahre Geschichten und als solches ein seltenes Quellenmaterial im Internet. Es fordert uns auf, unsere moralischen Seiten abzufragen. Wer das einbringt, will aus echten menschlichen Bezügen heraus nach einer Rechtfertigung für seine Parteinahme und sein Engagement suchen. Das ist dann aber schon eine Verschiebung zu den Rändern hin und ich halte es für wünschenswerte Bewegungen. Ich kann das in gelassener Ruhe betrachten.
In ihrem Verweis auf botschaftliche Hinweise zur männlichen Prostitution, blenden Sie die Vielfalt dessen aus, wovon sich Menschen leiten lassen können. Was ist mit denen, die sich von der Glitzerwelt eines Reiseprospekts beeinflussen ließen und sich nur einem harmlosen Empfinden dem Land gegenüber hingegeben haben. (Würde man sie nicht warnen, wenn es auch gefährlich sein könnte?) Die nicht nach allen Auskunftsquellen suchende Frau, der Sie ihr „selbst schuld“ entgegenwerfen, hat es nicht verdient Ihren Achtungsentzug zu erfahren.
Es ist nur eine kleine Gruppe von Frauen, denen Sie hier den Stab halten wollen und damit bekommt das Ganze etwas elitäres und diskriminierendes. Das ist so gar nicht Ihre Art hier fehl zu gehen. Gerade für Gerechtigkeiten auf diesem Gebiet treten Sie oft an. Ich bedauere den Entzug von Mitgefühl, den irgendein Motiv bei Ihnen auslösen konnte.
@ Fragezeichen
Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Allerdings sehe ich den Zusammenhang zwischen den “Islamkritikern” von PI hier überhaupt nicht und es war auch nicht beabsichtigt einen solchen darzustellen. Mir ging generell darum, im Kontext der westlichen “Emanzipation der Frau” auf folgende Diskrepanz hinzuweisen: Frauen sehen sich -und zwar völlig zu recht- als von Männern vollkommen unabhängig, andererseits ist in den Geschichten (die ich individuell genau wie Sie als wahre und wertvolle Tatsachenberichte sehe - deren Verallgemeinerung ich aber ablehne) IMMER der (orientalische) Mann der Schuldige - die (westliche) Frau in dieser Hinsicht also alles andere als emanzipiert und unabhängig.
Simpel wie es ist: Wenn ich auf einen Trickbetrüger hereinfalle, habe ich mich hereinlegen lassen, bin also (auch) selbst schuld. Über diese (in meinen Augen) Grundregel kann auch kein Mitgefühl hinwegtäuschen.
Red Cloud
Der Zusammenhang zu PI besteht darin, das dieser Link dort öfter von Kommentatoren zitiert wird. Er ist also vereinnahmt worden. Hätte ich besser erwähnen sollen, aber ich war beim vorherigen Kommentar gerade bekifft und da überspringt man leicht die Sätze, die das Gesagte besser zusammenhalten.
Mir ist das aber eine zu einfache Logik, wer sich betrügen lässt ist selber schuld. Dann dürfte es ja keine Opfer bei Trickbetrügereien geben. Man kann den Menschen nicht zum Vorwurf machen, wenn sie leichtgläubig und vom Wunschdenken her auf Aussagen vertrauen wollen und schon gar nicht, wenn auch noch Liebe dazukommt und man den Partner idealistisch betrachten möchte. Früher, vereinzelt auch heutzutage, gab es Heiratsschwindler und sie hatten auch Erfolg. Auch Männer fallen auf Frauen herein, die es auf einen Gewinn bei Scheidungsangelegenheiten abgesehen haben. Ich schaue gerne Overhaulin, eine Autoschraubersendung, auf Dmax und da gehört es zum Konzept die Autos zu klauen und aufzubauen und die Besitzer durch Streiche eine Woche leiden zu lassen. Bis jetzt konnte noch jeder hereingelegt werden, auch Polizisten. Oder denken Sie an die versteckte Kamera und worin sich die Leute da alles verstricken lassen. Lügen werden in der Regel nicht erkannt. Und es dürfte wohl kaum zu einem Beginn einer Liebe gehören den Partner zu verdächtigen.
Sicher, die Frauen, die zu Opfern wurden, haben sich auf ein kulturelles Wagnis eingelassen, aber dies haben sie nur, weil sie sich auf Beteuerungen verlassen wollten, die ihrem Selbstverständnis entsprochen haben. Ich ziehe es vor hierbei mein Mitgefühl zu behalten und wenn ich dann von Wandlungen lese, die einen häuslichen Arrest nach sich gezogen haben und die vollständige Unterordnung unter den Willen des Mannes eingefordert haben, reagiere ich auch betroffen.
Sie besitzen eine außergewöhnliche Begabung Ihre Standpunkte zu bekräftigen. Aber das sollte Sie vorsichtig gegenüber sich selbst machen, denn egal was Sie vorbringen, Sie werden es überzeugend tun und Menschen finden, die sich diesen Haltungen anschließen werden.
Sie transportieren mir für meinen Geschmack in diesem Artikel eine zu starke Unempfänglichkeit und Verhärtung und das finde ich schade, denn Ihre intellektuellen Fähigkeiten sollten auch vom Mitgefühl mitbestimmt werden. Erst dann hätten Sie die wünschenswertesten Eigenschaften vereint. Am Beginn des Verstehens menschlichen Verhaltens steht immer das Nachvollziehen und ich kenne keinen, den das nicht milde stimmen würde. Trotzdem lese ich gerne die Proben Ihres scharfen Verstandes. Denken will nun mal herausgefordert sein.
Auf Ihrem Zähler habe ich gesehen, das Sie doch eine beträchtliche Anzahl von Lesern haben. Könnten Sie Ihre Artikel nicht mit einer Frage an die Leser abschließen? Ich würde gerne mehr Kommentare auf Ihren Seiten lesen. Ihre abgerundeten und abgegrasten Artikel lassen sonst zu wenig Raum für eine Äußerung.
Alles Gute!
@ Fragezeichen
Ich verstehe Ihre grundsätzliche Kritik. Mein Punkt war aber nicht, der /die Betrogene hat selbst Schuld - sondern: der/die Betrogene ist mitschuld. Für mich besteht der Sinn dieser Sichtweise darin, sich eben NICHT nur als Opfer fühlen zu MÜSSEN. Denn das hilft einem nicht, um über einen Betrug/Überfall/Verbrechen, das einem selbst zustiess, hinwegzukommen.
Sie mögen diese Sichtweise als hart empfinden - ich bin jedoch weit öfter im Ausland, als diese Urlauberinnen und früher auch schon entführt/betrogen/beklaut worden. Das wichtigste ist doch nicht, sich als Opfer zu sehen, das wichtigste, ist, weiterzumachen und sich nicht von solchen Dingen beherrschen zu lassen. Und was mich -nebenbei bemerkt- wirklich aufregt, sind Aussagen auf der Website wie diese: “Bezness verstößt gegen die Menschenrechte.” Sieh an, sieh an. Da würde mir auf Anhieb aber wirklich naheliegenderes einfallen, wie: Hunger, Armut, Ausbeutung, Unterdrückung der Frau (in Entwicklungsländern). Was Menschenrechte angeht, haben wir Angehörige der westlichen Industrieländer uns wirklich nicht zu beklagen.
Ihren Vorschlag mehr der Frage am Ende der Artikel werde ich aufgreifen, allerdings bin ich im Moment arbeitsmäßig ziemlich eingespannt und sehe nicht, wann ich wieder zum Artikelschreiben komme…
Red Cloud
Ich erfahre mit Bedauern und Betroffenheit von Ihren Schicksalsschlägen. Sie scheinen eine sehr gesunde Reaktion darauf ausgebildet zu haben und Sie haben wahrscheinlich schnell Ihre Handlungsfähigkeit zurückgewonnen. Das zeigt mir aufs Neue, das es sich bei Ihnen um einen außergewöhnlichen Menschen handelt. Vielleicht fehlt aber doch noch eine Etappe im Verarbeitungsprozeß. Wirklich gewonnen haben Sie erst, wenn ein Feingefühl wieder lebbar wird und Sie sich weniger an den Schwächen von anderen Menschen stören. Alles Gute für Ihren Werdegang!
Red Cloud
“Armut verstoesst gegen die Menschenrechte”??
Wie das? Bitte um Aufklaerung.
TC
Wenn Menschen bzw Regierungen durch ihr politisches (militärisches)und wirtschaftliches Handeln, für die Armut anderer Menschen verantwortlich sind, begehen sie m.E. Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen!
Sind nicht auch “westliche” Machthaber maßgeblich für die Armut in den sogenannten Entwicklungsländern mitverantwortlich?