Kurz notiert: Neocon-Pointe, die

Ein Autor des Weblogs „policallyincorrect.de“ beendete mit einigem Aufsehen seine Tätigkeit dort, nämlich mit einem Gastartikel im Blog des Journalisten Ramon Schack. Das kann man bejubeln, man kann J. W. Respekt zollen, man kann es auch einfach als persönliche Entscheidung eines Individuums hinnehmen, ohne allzuviel in die Sache hinein zu interpretieren. Relativ deutlich ist jedenfalls der Ansehensverlust für „politicallyincorrect“, handelt es sich hier doch um ein publizistisches Organ, das nach Selbstbezeugung der Autoren und ihrer Claqueure qua definitionem immer recht hat, weil man ist ja gegen den Mainstream und so – ein Gesinnungswandel im „inneren Kreis“ sieht da nicht gut aus. Der Blog veröffentlichte nur einen nichtssagende Mitteilung über den Abgang J. W.s  – die verstörte Glaubensgemeinschaft Leserschaft findet auch keinen Trost in den zahlreichen „politisch inkorrekten“ Epigonen-Blogs. Bis man auf diesen Artikel bei „Gegenstimme“ stößt, nach dem man natürlich greift wie ein Ertrinkender nach einem Strohhalm.

„Gegenstimme“ vertritt im großen und ganzen dieselben „islamkritischen“, neokonservativen und „mainstreamresistenten“ Positionen. Zu den Vorbildern zählen auch US-amerikanische, erzneokonservative Talkshow-Hosts wie Rush Limbaugh mit ihrem holprigen, goldigen „die Axt im Walde“-Humor. Dementsprechend liefert „Gegenstimme“-Autor Yaab eine Abrechnung mit dem Ex-„politicallyincorrect“-Autoren J. W., in dem er dessen Ausstiegserklärung satirisch aufbereitet, bzw. selbiges versucht. Laut der Pointe von Herrn Yaabs Satire – der Rest lohnt kaum der Betrachtung – war Grund für J. W.s Ausstieg bei „politicallyincorrect“:

„[Ich habe] auf dem Muslimmarkt eine Frau gefunden […], die ich preisgünstig erstehen konnte. Wir haben gestern geheiratet und sind auf dem Weg in die Flitterwochen. Möge Allah mir beistehen.“

Schön. Humor ist, wenn man trotzdem lacht, so heisst es. Har har har. Die jahrzehntelang unterdrückte Sexualität verklemmter konservativer Dampfplauderer hat hier offenbar gewisse spätpubertäre Langzeitschäden verursacht.

5 Antworten zu “Kurz notiert: Neocon-Pointe, die”


  1. 1 maloXP November 9, 2007 um 2:25

    Ist ja bald wieder Karneval, da passt eine solche Schote auf Büttenredenniveau schon.

  2. 2 rational November 11, 2007 um 5:31

    Verklemmte Sexualität scheint überhaupt eine Hauptantriebsfeder der politisch Inkontinenten zu sein:

    #102 Kreuzotter (11. Nov 2007 03:35) Die Musels ficken Deutschland einfach weg. Oder:

    28 Zenta (11. Nov 2007 11:31) Wer hätte das gedacht, dass Friseuse ein Problemberuf für MohammedanerInnen werden könnte.
    In Islam-World nehmen die Frauen beim Kopf waschen und frisieren doch sicher ihre Kopftücher auch nicht ab.
    Dafür gibt es spezielle Hochsicherheitstrakts, bewacht von bewaffneten Muslimas, Zutritt für Männer und Hunde verboten!
    Soll schliesslich keiner sehen, wenn die kopftuchlose, somit nackte Muslima ihre KopfSchambehaarung gestylt bekommt.

    Oder :

    #29 Zenta (11. Nov 2007 11:33) Die MohammedanerInnen haben also ein Schamhaarproblem, überall wuchern die raus, sogar aus der Kopfhaut!
    Liegt übrigens sehr pflegeleicht unter dem festgezurrten Kopftuch.

  3. 3 Ex-aufgeschreckter Gutmensch November 29, 2007 um 1:32

    Ja,ja, wie schmerzlich, wenn man bemerkt, dass das Übereinstimmungsmaß, das ich mit anderen Menschen erzielt habe, zugunsten besserer Einsichten und Wahrheitsnäherungen, wieder aufgegeben werden muß. Wie gemein vom Leben, uns durch Gefühle von Verlustigkeit zu schleusen. Klar, das da die Standhaften, die Sinnstifter der Gemeinde, die berauschten Vordenker, die Chefideologen, die Abhängigen, in einer Schutzreaktion nichts übrig lassen dürfen, was ein nachvollziehen dieser Abkehr erlauben würde. Das müssen sie für sich und ihre Leser tun. Das die Wahl auf abfälligen Humor fällt, zeigt nur wie nötig die Gefahrenabwehr war und sendet das Signal der Nichtbeachtensempfehlung.
    Das wird sicher gerne angenommen, da sich ja auch der gemeine Leser in seiner Ausrichtung bedroht fühlt. Gerade erst hat er entdeckt wie high Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten machen und dann soll er sie gleich wieder aufgeben? Den Gedanken an eine solche Möglichkeit, muß er sich sicher erst gewöhnend beibringen, falls ein Rest Ausgewogenheitswillen vorhanden ist. Und man darf nicht vergessen wie einfach die Regeln für Übereinstimmungen sind. Einfaches Zustimmen ist völlig ausreichend. So einfach wird es einem im Leben sonst selten gemacht. Und man bedenke auch wie arm die Zeit an Bewegungen ist, die sonst die Bedürftigen einsammeln konnten. Vorbei die Zeiten, als noch in jedem ein Revoluzzer, ein Vegetarier, ein Atomkraftgegner
    ein Emanzipierter oder esoterischer Spinner steckte. Stabile massenbewegte Einstellungen sind rar geworden. Zu entdecken wofür das Herz eines Menschen schlägt, ist in diesen anlehnungslosen Zeiten immer schwieriger geworden.Fast jeder nötigt einem eine Einzelfallprüfung ab und nur ein starker Auseinandersetzungswille bringt einen näher heran. Wie erholsam muß es da sein, wenn man auf eine Geisteshaltung stößt, die ihre Haltungen stets wiederholt und darin verlässlich bleibt. Die Wenigsten wollen Denker sein und nach Antworten für selbstgestellte herausfordernde Fragen suchen. Den Meisten reicht es aus zu funktionieren, mit den improvisierten Mitteln, die sie dafür entdeckt haben. Und sie wollen das nicht einsam tun. Vielleicht gehört erst eine gewisse Reife dazu, um zu erkennen, das ein gewisser Teil in uns stets einsam bleiben wird, weil wir nie unsere ganzen Anschauungen mit einem anderen Menschen zur Deckung bringen können und weil es geboten erscheint auf die individuellen Besonderheiten einzugehen ohne vorwiegend die eigenen Rezepte verkaufen zu wollen. Wenn man das richtig versteht ist man nicht mehr zuerst auf Bestätigung aus und gönnt dem Leben ihre vielen Gesichter.

  4. 4 Ex-aufgeschreckter Gutmensch November 30, 2007 um 10:41

    Es gab bei mir eine längere Zeit der Traurigkeit, als meine eigenständige Entwicklung an einen Punkt kam, die die Suche nach übernahmenswerten Lebenseinstellungen in verschiedensten Geistesschulen stark einschränkte. Ich begriff immer stärker, dass diese geistigen Angebote zu den Personen gehörten, die sie erdacht haben und das keiner in der Lage ist für alle Menschen mitzudenken. Wenn ich meiner individuellen Wirklichkeit gerecht werden wollte, in den Angeboten, die ich mir erstellen wollte, dann würde mir nichts anderes übrig bleiben, als die an mich angepassten Antworten zu suchen und damit leben können, wenn ich sie nicht zum teilen anbieten kann, weil sie zu speziell erdacht waren. Sich der Wahrheit nähern bedeutet manchmal sich von anderen Menschen zu entfernen. Ich glaube, dass in unseren Gefühlen auch viel Wissen vorhanden ist und das wir um Dinge wissen, die wir uns noch gar nicht formuliert haben. Ich könnte mir vorstellen, dass wir alle die Konsequenzen selbstständigen und eigenständigen Denkens, Empfindens, Fühlens und Handelns kennen und dies im Widerspruch zu einigen in uns veranlagten Bedürfnissen und Wünschen steht. Wenn Menschen sich einander nähern, versuchen sie eigentlich immer sich auch abzustimmen und es taucht Freude auf, wenn wir eine Übereinkunft ausfindig machen konnten. Diese wird dann oft in der weiteren Zeit unangetastet stehen gelassen, weil wir mit dieser Verbundenheit leben wollen, die ja ein so schönes Gefühl der Zuneigung hervorgerufen hat, die man sich nun weiterhin bezeugt. Wir haben Bedeutung vor einem anderen Menschen erlangt.
    Die Wahrheit ist, wir beugen alle die Möglichkeit zu weiterführenden Erkenntnissen, wenn sie den Erhalt zwischenmenschlicher Errungenschaften gefährdet und eine Prise Entfremdung einstreuen würde. Wir bleiben gerne bei unseren Ankerplätzen. Es ist durchaus eine berechtigte Frage, wieviel man der Wahrheit opfern sollte oder ob es nicht besser ist mit seinen Veranlagungen zu leben und diese wohlgefühlig einzusetzen, als ständig etwas überschreiten und übersteigen zu wollen und dann einsam in seiner Turmwarte lebt. Der Zustand der Einsamkeit hebt sich erst dann wieder auf, wenn ich meine Ansprüche aufgebe oder andere für meine Ideen begeistere. Für eine dieser Möglichkeiten wird es eine gefühlsmäßige Aufforderung in uns geben. Wir sind nun mal von unserer Art für Geselligkeit ausgelegt und wollen im Austausch mit anderen stehen. Wir haben Mitteilungsbedürfnisse. Je mehr Bestätigung wir erfahren, umso bewährter kommen uns unsere Positionen vor und wir fühlen uns nicht unbedingt dazu aufgerufen an Umbauten zu denken. Stattdessen suchen wir nach Erweiterungen und Ergänzungen, die das Vorangegangene nicht in Frage stellen und uns weiteren Zuspruch einstellbar machen könnte.
    Wieviele Philosophen kennen sie, die ihre Grundpositionen noch einmal angetastet haben? Sie werden schwer suchen müssen! Wir sind also alle verführbar, wenn es um den Erhalt von Zuwendung geht und täuschen uns oft darin wie absolut wir unsere Empfehlungen ansehen können, zumal wenn sich entschiedene Zustimmung von anderen einstellt. Vordenker korrigieren sich nur selten darauf, bestenfalls nur eine Alternative angeboten zu haben. Sie wollen daran glauben etwas weitergebracht zu haben und empfehlen nun die Aneignung davon. In meinen Augen ist das Selbstüberschätzung, aber durchaus ein naheliegendes Versehen und ich bin selbst nicht frei davon solche Irrtümer zu begehen. Jeder wird den Anflug von Euphorie kennen, wenn wir meinen etwas in einem neuen Licht sehen zu können, weil uns ein neuer Zusammenhang aufgefallen ist. Begeistert teilen wir uns mit. Dann kommt die Gewöhnung und wir finden den gefundenen Gedanken gar nicht mehr so weltbewegend und eigentlich war die Erkenntnis davon die ganze Zeit vorhanden und hätte auch schon zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen können. Und er bleibt nur gültig, solange wie ich mich dort aufhalten will. Man kann sich auch eine andere Auswahl erarbeiten und dann wird die Aussage bedeutungslos. Man kehrt vom Absoluten ins Relative zurück. Bestenfalls ein Weg. Nicht ohne Schwierigkeiten uns etwas zusammenzustellen, woran wir uns halten wollen und vielleicht ist alles nur eine Frage der Entscheidung.

  5. 5 Ex-aufgeschreckter Gutmensch November 30, 2007 um 4:27

    Mir fällt die Quelle nicht mehr ein, aber irgendwer hat mal gesagt:”Entscheidungen künden sich im Fühlen an!”. Von meinen Erfahrungen her muß ich da zustimmen, was nicht ausschließen soll, das es veränderte Gedanken waren, die das neue Empfinden ausgelöst haben könnten.
    Es muß schwierig gewesen sein von unserem von PI abgekehrten Beitragsschreiber, während eines Veränderungsprozesses, weiterhin unverändert die Botschaften zu transportieren für die PI steht. Und man verlangt es sicher auch mit flammenden Herzen. Man hätte es ihm wohl kaum gestattet einfach nur seine Person und seine Entwicklung anzubieten. PI hat eine Mission und da brauchts halt Gleichgesinnte, schließlich definiert man sich ja auch über die schon dargebotenen Inhalte, die längst keine Nachrichten mehr sind, sondern ein Geist wurde geboren, in der Umfassung der Wertungen, die man für Denkendpunkte hält, und für die beste Sammlung an Schlußfolgerungen und Handlungsnotwendigkeiten hält, und das schönste daran: Alles lässt sich über nur einen einzigen Zugang verstehen! Man braucht nur die Bedrohung, die der Islam für Europa hat, zu verstehen und Blub, leitet sich alles ab, worum wir uns die nächsten hundert Jahre zu kümmern hat. Man hat eine Küche und beginnt sofort, unter Einbeziehung der Anhängerschaft, Strategien auszubrüten und die überzeugensden Argumente aufzufinden, mit denen sie die gefährlich unaufgeklärten Massen erreichen können, um den Rückhalt in der Gesellschaft zu finden, der das Inkorekte in der Sache ausdrückt und die unausweichlichen und notwendigen Entscheidungen populär machen könnte, damit sie bei Alarmstufe Rot, noch rechtzeitig den Bremsfallschirm auslösen können und mit der Rettungsaktion beginnen.
    Hat Alles: Dramatik und grenzenlose Unterhaltung und jeder wird ernst genommen, der nach dem Dargebotenem mitgeht. Könnte ja ein wichtiger und anregender Beitrag sein. Und die Küche brodelt! Soviel Sinngehalt hat das Leben schon lange nicht mehr gehabt! Das lassen wir uns jetzt von keinem mehr nehmen! Das muß man verstehen: Man ist überfrachtet mit Bedeutung, da man den Pioniergeist mitbegründet und es besteht kein Zweifel, das die sich erhebende Geisteshaltung, ihren Siegeszug durch die Gesellschaft und Gemeinde noch antreten wird und die Bedeutung und Verbreitung ständig zunehmen wird, weil die dargebotenen Hinweise doch einmal kein Wegschauen mehr erlauben und dann kommt der Hygieneumsturz und alle Weichen bleiben gleichgestellt .Es geht aber auch darum, jetzt schon eine innere Einstellung aufzusuchen, die einem über die Kampfabschnitte hinweghelfen könnte. Moralisch gerüstet und aufrecht will man durch diese schwierigen Zeiten gehen. Man muß gewappnet sein!
    Ich bin lange keiner Konstruktion begegnet, die soviel Halt anbietet!
    Es schlägt die Bibel um Längen! Es ist modern, es ist überaus wichtig, keine Sache der Welt könnte mehr Bedeutung für die Wahl eines Engagements haben, könnte wohlgerüsteter nach Aufmerksamkeit verlangen. Das Unausweichliche pocht an Deine Tür! Gehöre dazu!
    Na, wenn das nicht beeindruckend daherkommt, dann weiß ich auch nicht mehr.
    Dafür mußte unser abgekehrte Schreiberling den Durchströmten anbieten. Ich glaube er hat sich hektisch entschieden. Die für ihn wichtigen Fragen und die Antworten, die er sich darauf gegeben hat, hatten keinen praktisch erfahrbaren Freiraum, mußten uneinsehbar bleiben. Unter Abschirmung baut sich schnell ein Konflikt auf und man erlebt sich als unaufrichtig, unehrlich, selbstbetrügerisch, zumindest streuen sich von hier aus die Zweifel ein. Die Lage beginnt unbequem zu werden, man strebt nach einer Korrektur, nach Eingriff und Ausrichtung.
    Er bietet uns eine Empfindung an, die für uns, die wir als Leser ihn wahrnehmen können, der Einstieg und Ausgangspunkt eines angenommenen Verständnisses und einer angenommenen Entschuldigung sein soll, die Empfindung, die Realität so wahrnehmen zu müssen, das die Presse gleichgeschaltet ist. Als er auf ein Duplikat dieser Meinungsausübung stieß, fühlte er sich bestätigt und der Wahrheit näher. Jetzt verstieg er sich zu der hoffenden Erwartung auf weitere Schätze zu stoßen und der stets überzeugte Tonfall ließ ihn an etwas total Durchdachtem glauben machen. Er durfte auch gleich vom Teamspirit kosten. Wow, was für ein Seiteneinstieg! Das Leben ist gut zu Dir! Umarmungen, anerkennende Schläge auf den Rücken und feste Händedrücke. Wenn er nicht den rechten Einstieg in einen Artikel fand und über das grübelte woran er appelieren könnte, hatte man stets einen schnellen und passenden Ratschlag parat. Das vermittelte Vertrauen in eine hohe Kompetenz. Konnte er noch nicht wissen. Was für die einen fast ein Routinebesuch war und nur daraus sich die Schnelligkeit speiste, waren für ihn noch alles frische und aufregende Eindrücke vorhanden. Inspiration ohne Ende, für die ersten Eindrücke.
    Das es hektisch zugegangen sein muß, in seinen Innenleben, lässt mich auch das später gebrauchte Wort Sekte vermuten. Klingt stark nach einem Bedürfniss etwas gebrauchen zu wollen, womit man die Sache auf Abstand halten kann, damit sich der Freiraum nicht verknappt und er besser nachsinnen kann. Könnte erst die Einleitung eines Verarbeitungsprozeßes sein. Dann wäre es nach vielleicht drei Monaten interessant ihn zu fragen wo er sich jetzt sieht. Ich wünsche ihm alles Gute und das gelungene Öffnen von wünschenswerten Türen!


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…cited:

"First rule about journalism: Don't talk about journalism. Or maybe that's fight club. Or whatever..." (Stephen Colbert)

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