kleinen argumentativen Auseinandersetzung mit einer „islamkritischen Bloggerin“ durch in seinem Weblog „<arabische Schriftzeichen> – Der Sieg der Revolution“ nichts aussetzen.
Mit dem Titel seines Weblogs meint Herr I. F. offenbar den Sieg der islamischen Revolution im Iran 1979. Herr I. F. ist scheinbar der Überzeugung, diese wäre ein Gewinn gewesen, nicht nur für den Iran, sondern auch für die Welt und zitiert u. a. Ayatollah Khomeini:
„Ich hoffe, dass wir das Banner des Islam – das Banner der Islamischen Rebuplik – in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam, der ein Recht aller ist, anschliessen werden.“
Und wissen Sie was, Herr I. F.?
NEIN, DANKE.
Wie alle Fanatiker denkt Herr I. F., dass das Beste für ihn auch das Beste für die ganze Welt ist. Ich dagegen behalte mir die Entscheidung, was das Beste für mich ist, als meine eigene vor – und bin zutiefst davon überzeugt, dass dieses Recht jedem Menschen der Welt zusteht.
Des weiteren hält es Herr I. F. für angebracht, die Fahne der islamistischen Terrororganisation Hezbollah auf seiner Seite zu veröffentlichen. Ich lehne religiösen Fanatismus, die Vermischung von Politik und Religion und erst recht das Ermorden unschuldiger Zivilisten für politische Ziele ohne Einschränkung ab. Wenn Herr I. F. sich die Mühe gemacht hätte, etwa diesen, diesen oder diesen Artikel von mir zu lesen, dann wüsste er das auch. Des weiteren distanziere ich mich ausdrücklich von antisemitischen Inhalten sowie Inhalten, die sich gegen das Existenzrecht Israels richten, welches für mich in keiner Weise in Frage steht.
Herr I. F. zitierte meinen Artikel offenbar unter der Prämisse „Meines Feindes Feind ist mein Freund“. Dazu möchte ich folgendes feststellen: Mein Kritik, die in dem besagten Artikel zum Ausdruck gebracht wird, richtete sich gegen die fanatische Einstellung in gewissen „islamkritischen“ Bloggerkreisen, die einen gesamten Kulturkreis unter Generalverdacht stellen und absurde Verschwörungstheorien zusammenkonstruieren, um politische Hetze zu betreiben und von den eigentlichen Problemen der Welt, etwa der sozialen „Gretchen“-Frage, abzulenken. Genau dasselbe also, was etwa Hassan Nasrallah, Machmud Ahmadinedjad und diverse andere islamistische „Führer“ auch tun. Wäre ich ein libanesischer oder eine iranischer Blogger, dann stände die Auseinandersetzung mit solchen Einstellungen von islamistischer Seite ganz oben auf meiner Agenda.
red.cloud
Schön und gut.
Anscheinend hast du (wenn ich darf?) hier etwas Mißverstanden.
Es geht hier weder um dich noch um deine Einstellung zu irgendetwas.
Dein Beitrag wurde deshalb in meinen Blog gestellt weil dieser Brief so schön darin auseinandergenommen wurde. Das war alles.
Wie du zu Leuten wie mir oder meinesgleichen stehst sei dir genauso freigestellt wie meine Einstellung zu Zionisten und deren Unterstützer.
Wenn Du dir die Mühe gemacht hättest die Texte in der Sidebar genau zu lesen und auch zu verstehen hättest Du erkannt das hier NIEMAND zu etwas gezwungen werden soll. Oft liest man „Insh allah“ und einmal sogar kann man „Ich hoffe ….“ lesen. Ich schreibe nirgendwo von irgendeiner Gewaltanwendung.
Uund weil die islamische Revolution anscheinend für dich sooo ein Unglück war dann Frag doch bitte einmal warum hat die USA Mosadegh gestürzt und damit eine aufkeimende Demokratische Entwicklung im Iran ein für allemal vernichtet.Warum wurde Mosadegh gestürzt?
Warum wollte man dem Iran des Schahs Nukleare Technologie in die Hand geben, womit der Schah das selbe erreichen wollte wie das was man jetzt dem Iran jetzt vorwirft obwohl es eine Fatwa des höchsten islamischen Geistlichen im Iran gegen Nuklearwaffen gibt?
Und Warum wird der Schah im Westen noch immer so verehrt.Warum gab es nie Dokumentationen (Filme) in den westlichen Medien über die Greueltaten des Schahs und seines Sawak, welcher von den USA aufgebaut wurde.Aber es gibt so viele negative Dokus über den Iran nach 1979! Warum??
Und schon einmal darüber nachgedacht wer die Hizbollah zur „Terrororganisation“ erklärt hat und warum?
Warum und wann wurde die Hizbollah gegründet? Ist dir dies bekannt?
Du fällst in diesen Dingen zu leicht auf die westliche Propaganda hinein red.cloud!
Khoda Hafez
Ahmed
Ahmed Ibn Fahdlan
Zunächst mal ging es mir beim Verfassen des obigen Postings hauptsächlich darum, klarzustellen, womit ich (bzw. die von mir verfassten Texte) in Zusammenhang gebracht werden möchte und womit nicht. Bloggen ist für mich nämlich total eine Sache der persönlichen Einstellung – die ich v. a. mir selbst gegenüber so ehrlich wie möglich machen will… Wenn das jemandem nicht passt – nicht mein Problem.
„Wie du zu Leuten wie mir oder meinesgleichen stehst sei dir genauso freigestellt wie meine Einstellung…“ Das ist aber schön, das Du das nochmal betonst. Du willst mir aber nicht erzählen, dass der von Dir auf Deinem Blog bewunderte Khomeini diesen Grundsatz auch vertrat bzw. dass, wäre ich Iraner, ich mich beispielsweise in Teheran auf einen öffentlichen Platz stellen und etwa sagen könnte: „Ich finde, das Religion in der Politik grundsätzlich nichts zu suchen hat. Ajatollah Khamenei muss daher zurücktreten und auch der „Wächterrat“ gehört abgeschafft…“?
Ich bin durchaus der Ansicht, dass die „islamische Revolution“ eine Art Gegenreaktion zu dem verbrecherischen Schah-Regime war, welches durch die USA reinstalliert wurde, als diese 1953 den Putsch gegen den demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh unterstützten, der die Ölindustrie verstaatlicht hatte. Die alte Geschichte… Das heisst aber NICHT, das die islamische Republik Iran „gut“ ist, weil das vorherige Schah-Regime „schlecht“ war.
Das der Schah „im Westen“ „noch immer so verehrt“ werden würde, bestreite ich. Dir dürfte wohl kaum entgangen sein, dass die ganze 68er Studentenbewegung überhaupt erst mit den Protesten gegen den Schah-Besuch 1967 in Berlin begann?
Und schließlich: Ich weiss, dass die USA die Hezbollah als „Terrororganisation“ einstuft, während die EU oder Deutschland dies nicht oder nicht so eindeutig tun. Dennoch: Kaum zu bestreiten, dass die Hezbollah Terroranschläge gegen Zivilisten zur Durchsetzung politischer Ziele durchführt und Hezbollah-Generalsekretär Nasrallah die „Auslöschung Israels“ propagiert und damit ist es für mich eine indiskutable terroristische Organisation. Punkt.
Was die „westliche Propaganda“ angeht, auf die ich „zu leicht“ hereinfalle, Herr Ibn Fahdlan, so denke ich, dass Europa in punkto Pressefreiheit und Meinungsvielfalt weitaus mehr zu bieten hat als etwa der Iran (wo z. B. westliches Fernsehen verboten ist wie früher in der DDR) – zumindest wenn man auch ganze Sätze lesen kann und daher nicht auf die B…-Zeitung angewiesen ist. So lasse ich bspw. auf die gute alte Tante BBC nichts kommen…
Deine westliche Auffassung von Staat und Regierung sind zwar schön und gut,jedoch wer sagt das es auf der ganzen Welt so sein muß wie ihr im Westen glaubt das es richtig sei? Wenn die Priester des Kapitals(nennen sich ja so schön Lobbyisten),was ja der neue Glauben des Westens ist, sich auch aus der Politik herraushalten würden dann könnte es ja vielleicht irgendwann wirklich auch ein Modell für die ganze Welt sein.
Die Zionisten töten auch Zivilisten zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele.( = sich die Besetzten Gebiete für immer gegen jedes Internationale Recht einzuverleiben ).Und sie werden noch viel schlimmere Dinge tun um ihre Demographische Vorherrschaft in Palaestina (= Israel) zu sichern.
Den Judenstaat auslöschen zu wollen ist zwar in meinen Augen falsch. Jedoch ist es mehr als Rechtens das Existenzrecht des Judenstaates ausserhalb der Grenzen von 1967 anzuzweifeln oder gar abzulehnen.
ALLE Siedlungen in den besetzten Gebieten sind ILLEGAL!!
Es ging um die Frage einer „weltlichen“ Demokratie – nicht einer „westlichen“. Der Gesinnungsdogmatismus einer Religion ist mit demokratischen Grundprinzipien nun mal unvereinbar – sei es eine „westliche Idee“ oder nicht. Oder wie stellst Du Dir eine „religiöse Demokratie“ vor? „Du kannst mich zwar frei wählen, aber wenn du das nicht tust, wird Gott dich strafen?“
Dass die neoliberalistische Ideologie durchaus pseudoreligiöse (die „unsichtbare Hand“ des Marktes) und in letzter Konsequenz totalitaristische Züge trägt ist richtig. (In diesem Fall lautet die obige Aussage „Du kannst mich zwar frei wählen, aber wenn du das nicht tust, wird der Markt dich strafen„) – das macht aber einen „Gottesstaat“ wie den Iran auch nicht besser.
Was den Nahostkonflikt angeht, so muss ein Ausgleich gefunden werden zwischen den Interessen Israels, der Palästinenser und Jordaniens – und Libanon und Ägypten, in denen sich palästinensische Flüchtlingslager befinden. Alle anderen arabischen Staaten und insbesondere auch der Iran benutzen die Palästinenserfrage lediglich als politische Waffe gegen den Westen.
“Du kannst mich zwar frei wählen, aber wenn du das nicht tust, wird Gott dich strafen?”
Interessanter Ansatz. Wo konnte man so etwas bei den letzten Präsidentschaftswahlen im Iran lesen??
Darf ich darauf verweisen was eine „Islamische Republik“ ausmacht: http://ahmedibnfahdlan.twoday.net/stories/1329914/
Natürlich macht es einen Staat besser wenn in ihm die Gesetze Gottes gelten und nicht die,von Lobbyisten durchgesetzten, „Gesetze“ einer durch und durch korrupten Politqlique die nur dem Kapital dienen.Gottes Gesetze werden immer über weltlichen stehen!!
Welchen „Ausgleich“ kann man mit einem Judenstaat finden dessen Interesse nur diesem gilt:
-keinen Palästinenser-Staat zuzulassen
-die besetzten Gebiete für immer zu annektieren.
-der zukünftige Transfer,selbst der israelischen, Palestinänser
- und zuletzt keinem anderen Staat im Nahen und Mittleren Osten das zuzugestehen was sie, die Zionisten, selbst tun!
Also welchen „Ausgleich“ soll es deiner meinung nach geben? Findest du nicht das sich Israel hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen muß?
“Du kannst mich zwar frei wählen, aber wenn du das nicht tust, wird Gott dich strafen?”
Ich habe nicht behauptet, dass dies bei den letzten Präsidentschaftswahlen im Iran irgendwo zu lesen war. Da wir schon bei diesen Wahlen sind: Wie lautete doch gleich der Name des säkularen Präsidentschaftskandidaten, der vom islamischen Wächterrat zugelassen wurde? Eben.
„…macht es einen Staat besser wenn in ihm die Gesetze Gottes gelten…“
Es gibt aber – jenseits der menschlichen Ideenwelt – keinen Gott. Bis Du mir hier also einen objektiven Gottesbeweis präsentierst, betrachte ich diese Aussage als offensichtlich absurd.
„Findest du nicht das sich Israel hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen muß?“
Meines Wissens müsste Israel dies nach UN-Resolution von 1947 (?) schon tun. Wenn ich aber Angehöriger der israelischen Regierung mit einem Interesse an der Unabhängigkeit meines Landes wäre, würde ich es ablehnen, die Kontrolle über die Westbank vollständig aufzugeben – allein schon wegen der Wasserressourcen. Andererseits, wenn ich ein israelischer Politiker (vermutlich Arbeitspartei) wäre, würde ich wohl die vom Likud betriebene Siedlungspolitik in der Westbank als Versuch der „ethnischen Flurbereinigung“ ablehnen…