Short Story Express: Die Frau aus Glas (I)
Published March 2, 2008 Die Arglosen im Ausland , Fernweh , Serie , Short Story Express 2 CommentsTags: Bergsteigen, Karakorum, Pakistan
Karakorum/Pakistan: Es war atemberaubend. Zwischen zwei rundlichen Bergkuppen tauchte plötzlich diese furchterregende dreiseitige Gipfelpyramide auf. Der Wind stäubte den Schnee von ihren Flanken. Majestätisch stand der Berg da und degradierte alles in seiner Umgebung durch seine schiere Größe zu Staub. Er stieß die Trekkingstöcke in den harten Boden und schaute nach oben. Er war plötzlich aufgeregt, es war, als fühlte bei diesem Anblick sein Leben in den Knien zittern. Aber es dauerte nur einen Augenblick. Es war nicht mehr als die instinktive Angst des Lebewesens vor etwas Drohendem, was auf es zukam. Der Tod. Sein Tod. Er liess den schweren Rucksack von den Schultern gleiten, es klirrte leicht auf den Steinen und tastete unwillkürlich nach der schmerzenden Stelle zwischen den Schulterblättern. Er war da, sein erstes Ziel hatte er, nach einer fünfwöchigen Trekkingtour, erreicht. Nun stand er hier und schaute auf die Spitze des Berges. Es sah einfach nicht so aus, als könnte man da heraufklettern. Aber er, würde es tun, oder bei dem Versuch sterben. Es war Wahnsinn, aber es hatte Methode. Niemand wusste, dass er hier war. Er hatte keinen Permit, keinen Guide und keine Träger. Seine Ausrüstung war unzureichend, er hatte vermutlich nicht einmal genügend Lebensmittel. Er verfügte über nicht viel bergsteigerische Erfahrung, aber trotzdem war es nicht so, dass er leichtfertig sein Leben aufs Spiel setzte. Im Gegenteil, ihm war es nur recht, hier Schluss zu machen.
Auf einem Schotterbett, an einem kleinen gefrorenen Bach, der hier aus großer Höhe herunterkam, gut gedeckt gegen neugierige Blicke, stand eine kleine blaue Kuppel aus Nylon. Davor saß er und kaute lustlos an seinem Essen und nutzte das letzte Licht des Tages dazu, sein Schuhwerk zu richten. Aber er war nicht bei der Sache. Immer wieder schweiften seine Gedanken ab. Es gab jede Menge Leute, die ihre Sehnsüchte und Hoffnungen auf die Berge projizierten und dann, da die Berge mächtig und unbarmherzig und in keinster Weise an den Träumen der auf ihnen herumkrabbelnden Menschlein interessiert sind, abstürzten, erfroren, Höhenödeme bekamen oder sich schlimmste Verstümmelungen zuzogen. Zu diesen Leuten zählte er nicht. Er wollte nichts erreichen oder gewinnen dadurch, dass er den Berg bestieg. Er war hier, weil ihm nicht anderes mehr zu tun blieb. Es wurde sehr schnell empfindlich kalt und bei dem Versuch, die Steigeisen an den Schuh anzupassen, rutschte er ab und verletzte sich an der Hand. Ausdrucklos beobachtete er, wie sich das Blut in der großen, aber nicht sehr tiefen Wunde sammelte. Schließlich schmierte er Jod darauf und band eine Gazèbinde lose darum. Vor der Kälte zog er sich ins Zeltinnere zu Daunenschlafsack und Gaskocher zurück.
Es schlief sich sehr schlecht auf über viertausend Metern. Er wälzte sich hin und her, dachte, an was er nicht denken sollte, er stöhnte sogar einen Namen, den er nie wieder aussprechen wollte. Er träumte von einer schmalen Frauenhand, die die Kordel eines seidenen Oberteils aufzog, von schmalen Lippen, ausdrucksstark verzogen, hellblaue, große Augen blickten ihn an, nein, blickten direkt in sein Herz. Dann hörte er wieder ihre Stimme am Telefon, kalt und desinteressiert, wie sie -nein sagte und immer wieder –nein, nein, nein, es echote in seinem Kopf, er liess den Hörer fallen und hockte auf dem Boden, die Hände vor dem Gesicht. Er liebte sie und sie hatte ihn verlassen – nichts besonders aufregendes oder ungewöhnliches, aber er… er war damit nicht klar gekommen, es war, als hätte irgendwas in seinem normalerweise kühl berechnenden Verstand ausgesetzt. Als er schweissgebadet und wach dalag, wusste er eine ganze Zeit nicht, wo er eigentlich war. Dann dachte er, es müsse an der klaren und dünnen Höhenluft liegen, dass man sich hier nicht selbst belügen konnte. Aber ganz egal, ob er sich selbst belog oder nicht, die Chance war vertan, die Chance auf ein glückliches Leben, offensichtlich gehörte er zu denjenigen Menschen, die in einer normalen sozialen Umwelt nicht mehr lebensfähig waren.
Es war noch dunkel, als er eilig sein Zelt abbaute, die Ausrüstung verstaute und aufbrach. Wie eine plötzliche Todessehnsucht hatte es ihn gepackt. Er stapfte los, Kies knirschte unter seinen Schuhen, an seiner Jacke bildete sich glitzernder Raureif. Er atmete rythmisch und der Lichtkegel seiner Stirnlampe strich über den Boden wie die eines Tiefseetauchers. Was konnte man im Leben lieben, ausser einen Fuß vor den anderen zu setzen und irgendwann irgendwo anzukommen und dabei an nichts zu denken? Bald erreichte er das erste Schneefeld, wo es sich lohnte, die Steigeisen anzuschnallen. Sie passten nicht richtig auf die Sohle und die Clips rasteten nicht ein, schließlich nahm er die Spitze des Eispickels zu Hilfe. Es war alter Schnee, steinhart gefroren und unbequem zu laufen. Mehrmals strauchelte er, fing sich aber noch mit dem Eispickel ab. Er hatte ein mehrere Kilometer langes Tal zu durchqueren, um an den Fuß des Berges zu kommen.
Bezness: Betrügen “orientalische Romeos” europäische Touristinnen oder betrügen diese sich selbst?
Published February 29, 2008 Blickpunkt Afrika , Bloggosphäre , Die Arglosen im Ausland , Essay , Globaler Tellerrand , Hintergrund 11 CommentsTags: Armut, Betrug, Bezness, Gender, Tourismus
Während einer Odyssee durch das Internet entdeckte ich die Website 1001geschichte.de des Vereins “Community of Interests against Bezness (CIB e. V.)”. Laut Selbstbeschreibung:
“[...] In den letzten Jahren [hat sich] in einigen Urlaubsländern ein neuer Geschäftszweig entwickelt, der sich BEZNESS nennt. Diese Bezeichnung steht in orientalischen Ländern für das Geschäft mit den Gefühlen europäischer Frauen. Tausendfach verlieren hauptsächlich Frauen [...] nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr gesamtes Hab und Gut, weil sie den gespielten Liebesschwüren und betrügerischen, schauspielerischen Höchstleistungen ihrer Urlaubslieben aus Unkenntnis verfallen. [...]“
widmet sich der Verein der Information und dem Kampf gegen ebenjenes “bezness”. Was mir zunächst mal sauer aufstösst ist die Aussage auf der Homepage: “Bezness verstößt gegen die Menschenrechte”. Zynisch könnte ich darauf erwidern: Da Dummheit zweifellos eine zutiefst menschliche Eigenschaft ist, kann sie nicht gegen die Menschenrechte verstoßen, q.e.d. Moralisch will ich dem gegenüber stellen: Armut verstößt gegen die Menschenrechte. “Bezness” (wie auch Sextourismus) ist eine Folge von Armut bei gleichzeitigem Tourismus “reicher” Europäer in diese Länder. Betroffene Frauen werden also im abstrakten Sinne Opfer dieser Armut.
Die auf der Homepage veröffentlichen Erlebnisberichte sind emotional packend und ich als versuchender Frauenversteher (god loves the tryer) las sie mit großem Interesse. Ich kann mich in die einzelnen Geschichten sehr wohl hineinversetzen, das Gefühlschaos, den Scham gegenüber dem Umfeld und den finanziellen Ruin. Ich weiss auch wie es ist, eine Frau zu lieben und einfach nur zu lieben, wie eine schlimme Krankheit, obwohl das gesamte Umfeld, das die Hintergründe kennt, einfach nur noch den Kopf schüttelt. Was ich nicht verstehe sind 2 Haltungen, die hinter vielen der Geschichten stecken:
1. “Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt”
Gut, da ist diese Verliebtheitsphase am Anfang jeder Beziehung, wie ein süß-klebriger, rosaroter Drogenrausch, während der man eigentlich als partiell unzurechnungsfähig eingestuft werden sollte, die allerdings nicht länger als ein halbes Jahr andauert (Quelle: eigene Evaluierung). Dann jener entscheidende Knackpunkt, wo Verliebtheit in Liebe, Neues in Vertrautes und eine Affäre in eine Beziehung übergeht (oder eben nicht). So. Bei sämtlichen der Geschichten handelt es sich um längere Beziehungen über mehrere Jahre, mit Zuzug in das eine oder andere Land und Heirat. Was denkt sich so eine Frau, die in einen orientalischen Mann verliebt ist, an diesem Punkt? Klar, der ist 20-30 Jahre in der patriarchalisch-traditionalen Kultur Tunesiens/Marokkos/Nigerias/Kenyas sozialisiert. Aber jetzt hat er schließlich MICH getroffen und wird sich zweifellos innerhalb der nächsten anderthalb Jahre zu einem emanzipierten Mann erziehen lassen und mir alle Freiheiten einräumen, die ich mit meiner europäischen Sozialisation gewohnt bin, zusätzlich aber ein kleines bisschen seiner Exotik und archaischen Männlichkeit behalten, die mich von Anfang an so faszinierte?
2. Der Opfer-Habitus
“Er sagte mir knallhart, dass es eben etwas kosten würde, sich einen jüngeren und gutaussehenden Mann im Bett zu halten und wenn ich das weiter so haben wollte, dann sollte ich gefälligst ruhig sein und ihn nie wieder nach Geld fragen.” (Quelle)
Es ist zweifellos obszön und erniedrigend so etwas zu einer Frau zu sagen. Andererseits, wenn ich als Mann 40 wäre und eine landschaftlich beeindruckende, etwa 10-20 Jahre jüngere Frau machte mir Avancen, würde es sich bei obigen “business agreement” schon fast um einen gesellschaftlich akzeptierten Normalfall handeln. Nur das hier eher der Mann “der Böse” ist - tatsächlich schildern sehr viele der Autorinnen, vorher von ihrem Mann für eine jüngere verlassen worden zu sein. Klarer Fall also: Mann kauft Frau, Schuld: der Mann - Frau kauft Mann, Schuld: der Mann? Und das nennt sich dann “Gleichberechtigung”?
Mir geht v. a. diese unerträgliche Opfer-isierung auf die Nerven - nicht nur hier, es scheint mir mittlerweile fast schon ein gesellschaftlicher Trend zu sein: Ich armes, hilfloses Opfer habe natürlich überhaupt keinen Einfluss auf mein Leben und was mit mir passiert, Schuld sind die anderen. Niemand -ausgenommen hilflose Personen wie Kinder- ist jemals zu 100% nur Opfer. Meine Damen, Sie sind alle volljährig, in den meisten Fällen ungefähr 40, geschieden und z. T. mit Kindern, also durchaus schon durch einige Höhen und Tiefen des Lebens gewandert. Als westliche Frau sehen Sie sich als vergleichsweise emanzipiert und relativ gleichberechtigt an - aber (wirkliche) Emanzipation heisst auch: Sie sind selbstständig, verantwortlich für Ihr Leben und nicht mehr in einer abhängigen und hilflosen Position, wie dies im 19. Jahrhundert noch der Fall war. Kurz gesagt, Emanzipation bedeutet auch, keine (totale) Opferrolle mehr einnehmen zu können.
“Er hat mir alles genommen was mir was bedeutet hat- meine Selbstachtung, mein Vertrauen in Menschen, viele Personen in meinem Leben, mein hart verdientes Geld.” (Quelle)
Natürlich verstehe ich so eine Aussage unter dem Schock der Ereignisse. In der reflexiven Nachbetrachtung Jahre später muss es aber lauten: “Er hat mir alles genommen was mir was bedeutet hat und ich habe mir alles nehmen lassen… D. h. ich bin zu mindestens 50% mit Schuld an dem, was mir passiert ist.”
In jedem Reiseführer der entsprechend stark betroffenen Länder wird vor männlichen Prostitutions-Trickbetrügern gewarnt, die 20-30 sind und sich an 10-20 Jahre ältere Frauen ranmachen. Wenn Sie es fertig bringen, auch nur einmal den Fuß vor Ihr Touristen-Resort zu setzen, werden Sie vermutlich bemerken, wie arm die Menschen dort relativ zu Ihnen sind bzw. im Umkehrschluss wie unendlich reich Sie den Einheimischen vorkommen müssen (die z. B. nichts über unsere hohen Lebenshaltungskosten wissen). Wenn Sie über Einfühlungsvermögen verfügen, können Sie sich vielleicht vorstellen, dass einige Menschen alles zu tun bereit sind, um der Armut zu entfliehen, sobald sie einmal in Kontakt mit der europäischen “Wohlstandsinsel” kommen. Und Sie hinterfragen es trotzdem nicht, wenn sich ein junger, athletischer Romeo mit großen braunen Kulleraugen und lustigem Kraushaar sich an Sie heranmacht? Warum stellen Sie sich nicht gleich auf einen Basar in Djerba, halten ein dickes Bündel mit 100 €-Scheinen zwischen zwei Fingern in die Luft und beschweren sich hinterher darüber, beklaut worden zu sein? Vielleicht ist diese Kritik etwas harsch und etwas unfair. V. a. dann, wenn die Frauen in einigen Situationen Opfer (hilflos, da meist körperlich unterlegen) von Vergewaltigung (in den Geschichten allerdings selten) und/oder körperlicher Gewalt (deutlich häufiger) wurden.
Dennoch glaube ich, dass ich im Groben richtig liege - denn was wäre die Konsequenz der Opfer- und “Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt”- Haltung?
“Mädels, wacht auf und lasst wirklich die Finger von Nigerianern. Das rate ich euch allen Ernstes. In Nigeria hab ich gesehen, was läuft und erfahren, was die Devise ist, egal ob Männlein oder Weiblein: Abzocke, Geld, Frauen schlecht behandeln, was anderes können und wollen die nicht. Es war mir eine Lehre. Aber, wer zuletzt lacht, lacht am besten.” (Quelle)
Und, was ist das jetzt, Mädel? Feministischer Rassismus?
Sexually Correct
Published February 10, 2008 Bloggosphäre , Net of Absurdities , Tücken des Alltags 6 CommentsTags: Diskussionskultur, Feminismus, soziale Interaktion, Sprache
Dieser Blog versteht sich ja durchaus als politisch korrekt, d. h. weder von Inhalt und Sprache der Beiträge sollen sich bestimmte Personengruppen verletzt fühlen - es sei denn, sie haben es verdient. Wie man aber bei bestem Wissen und Gewissen in seinen hehren Absichten scheitern kann, dass wurde mir beim Lesen dieses Beitrages im mädchenblog bewusst (auf den ich durch Arne Hoffmanns genderama-Blog aufmerksam wurde, den ich in letzter Zeit begeistert lese, ich ahnte nämlich bislang gar nicht, dass auch ich einer unterdrückten Klasse angehöre - man lernt nie aus.)
Wie allein die zweimalige Verwendung des Wortes “man” im vorherigen Absatz zeigt, reicht politisch korrekter Sprachgebrauch nämlich allein nicht aus - das Wort ist ja eine verallgemeinerte Personalisierung - menschIn muss sorgfältiger werden und Sprache auch “sexuell korrekt” verwenden, schliesslich lesen auch Frauen dieses Blog. Entschuldigung.
Wobei “menschIn” darob auch wieder nicht geht, denn wie das mädchenblog erklärt:
“[...] die schreibweise mit dem großen I, was auch binnen-I genannt wird. was ist aber mit personen, die sich weder als männlich noch als weiblich einordnen lassen oder wollen? die können von der sprache nicht so gut benannt werden. das sieht man auch daran, dass für die bezeichnung von personen nur “er” oder “sie” zur auswahl stehen [...]“
Das stimmt. Da kann man menschIn mal sehen… Daran ist zu erkennen wie sehr jemand durch den kulturellen Diskurs vorgeprägt wird. Ich möchte mich daher ausdrücklich bei allen
“[...] fällen von intersexualität, bekannter ist der begriff “zwitter” [bei denen], von den ärzt_innen und den eltern entschieden [wurde], welches geschlecht das kind haben soll,
entschuldigen. Ferner möchte ich mich bei
“[...] menschen, die als jugendliche oder erwachsene merken, dass sie sich in der geschlechtskategorie, in der sie aufgewachsen sind, nicht wohl fühlen. sicherlich habt ihr schon mal von transsexuellen gehört [...]“
entschuldigen, sowie bei
“[...] menschen, die sich in ihrem geburts-geschlecht nicht wohl fühlen, aber keine lust haben, ihren körper durch eine operation zu verändern. dafür gibt es den begriff transgender.”
Tut mir echt leid. Es ist nämlich so:
“da die menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich einordnen, meistens auch von der sprache nicht berücksichtig werden, muss man auch die sprache verändern, wenn man diese einteilung in nur zwei geschlechter verändern will. ein vorschlag dazu ist die verwendung des unterstrichs, der praktisch eine leerstelle in der sprache anzeigt.”
Das ist die Lösung, mit der mensch_in nicht nur kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, sondern die noch weitere unschätzbare Vorteile birgt:
“wenn nun die aufteilung in genau zwei geschlechter etwas durcheinander gebracht wird, ist das nicht nur besser für diejenigen, die sich keiner der kategorien mann und frau zuordnen wollen. auch diejenigen, die trotzdem gerne mann oder frau sein wollen, könnten so größere spielräume innerhalb ihrer geschlechtskategorie haben. zum beispiel wenn ein junge einfach gerne mal einen rock anziehen möchte, oder ein mädchen ene krawatte. [...]“
Wer nun denkt, sie, es oder er könne sich nun beruhigt von dem Artikel abwenden und fröhlich pfeifend ihr oder sein Leben weiterleben, die, das oder der irrt. Denn im Kommentarbereich werden berechtigte Zweifel laut, ob nicht selbst diese vorgeschlagene Version diskriminierend ist:
soe:
“interessanterweise gibt es zu “unterstrich” oder “großes-I” umgedreht die gleiche interpretation [...] d.h. der unterstrich betont erst die differen(z) zwischen “weiblich” und “männlich” [...] meine präferenz ist ja */frau/man in sich stets abwechselnden reihenfolgen. [...] bei der unterstrich variante [wird] zwangsläufig zuerst das “männliche”, dann dass dazwischen und zum schluss erst das “weibliche” [genannt]. als gegenstrategie wird [...] in feministischen zeitungen und blogs entweder in einer rein “weiblichen” form oder aber zumindest in einer das “weibliche” zu erstnennenden form geschrieben. [...]“
schnabeltasse:
“Eigentlich wollte ich nur einbringen, dass ein Unterstrich denkbar ungeeignet ist, die bestehenden sexuellen Herrschaftsformen zu kritisieren. Der Unterstrich steht vielmehr symbolhaft für die Darstellung des Phallus. [...]“
admin:
“schnabeltasse, mal ganz assoziativ - was ist phallischer: _ oder I?”
schnabeltasse:
“Das kommt zum einen auf das Auge des Betrachters, zum anderen sicherlich auf den Zustand des Phallus an. In der Mythologie wird häufig ein horizontoler Strich als Phallussymbol und ein Kreis als Symbol für eine Scheide verwendet. [...]“
Ich finde diesen Aspekt beachtenswert, neige aber -rein assoziativ- dazu, der Administratorin zuzustimmen. Vielleicht haben ja auch beide recht, denn da die sexuell korrekte Stellung des Mannes ganz sicher die in 180° liegende Position darstellt, ergibt sich:
“I”: potenter Zustand des Phallus
“_”: impotenter Zustand des Phallus
Und auch “soes” Präferenz bietet unter dieser Annahme keine Lösung, denn “/” könnte bedeuten:
ER: Sowas ist mir noch nie passiert… (gelogen); SIE: Das macht doch nichts, dass kann jedem mal passieren… (auch gelogen)
Geradezu obszön ist unter dieser Annahme übrigens der griechische Buchstabe Phi Φ …
Einen praktischen Vorschlag macht die oder das oder der Kommentierende “ch”:
“am besten assen wr gech ae buchstaben, de aussehen we pensse, ganz weg. dann wrd das auge ncht mehr beästgt von wederchen geschechtsteen, de ohnehn nemand sehen w. doroborhonoos soton wor oo vokoo dorch schöno os orsotzon, om doo woobochkoot zo botonon [...]“
Homer Simpson for President!
Published February 9, 2008 Aktuelles , Gedankenverbrechen , Globaler Tellerrand , Hintergrund , Krieg der Wahrheiten 3 CommentsTags: Barack Obama, Globalisierung, Homer Simpson, US-Präsidentschaftswahl, USA, Weltwirtschaftsforum Davos
Anlässlich des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos äußerte sich der Soziologe und Reichtumsforscher Prof. Hans Jürgen Krysmanski im stern.de-Interview über Netzwerke des Geldes und der Macht und den Diskurs der Eliten.
“Das World Economic Forum ist etwas Besonderes geworden, weil dort Spitzenmanager mit Vertretern anderer Eliten in Berührung kommen. Das ist ja gar nicht selbstverständlich. [...] aufstrebende Politiker aus Afrika auf, die Musiklegende Brian Eno [...], Hollywoodstar Angelina Jolie [...] Wissenschaftler [...] alle verständigen sich selbstverständlich über Fragen, die jeden Menschen auf der Welt betreffen, aber es ist ein Diskurs unter Eliten für Eliten. Wenn dabei etwas für die Massen “abfällt”, ist das eher Zufall. “
“Davos ist ein Symbol für die Privatisierung der Macht. Schon längst sind große transnationale Konzerne mächtiger als die meisten Regierungen [...] Politische Macht ist abgewandert in die Finanzsphäre und in die Hände einer neuen Managerklasse, die über informelle Netzwerke weltweit politisch wirksam wird. [...] Dieser Primat der Politik aber wird derzeit in einem erschreckenden und noch gar nicht begriffenen Ausmaß ausgehöhlt. [...] gerade auch in den Bollwerken der westlichen Demokratie [...]“
“Wir sprechen von tausend bis zweitausend Milliardären, von hundert- bis zweihunderttausend Personen mit einem frei verfügbaren Geldvermögen von je über 30 Millionen Dollar weltweit. Das ist eine winzige Gruppe. Und doch scheint der auf dieser Welt produzierte Reichtum in diese Richtung zu fließen [...]“
Wie ist vor diesem Hintergrund das Wahlspektakel in den USA zu bewerten?
“Politische Macht ist unsichtbar geworden und zugleich weiß jedermann, dass es sie gibt,”
sagt Krysmanski (bezugnehmend auf Davos).
“Deshalb wird diese neue Form der Macht in prächtigen Schaubildern inszeniert.”
Dieser Eindruck drängt sich beim US-Vorwahlkampf allerdings auch auf. Sind Politiker als vom Volk gewählte Repräsentanten inzwischen mehr oder weniger Polit-Darsteller auf der Bühne der öffentlichen Aufmerksamkeit? Kaum mehr als Comic-Figuren, auf die sich Träume und Hoffnungen von Millionen marginalisierter Bürger projizieren?


Welchen dieser Kandidaten würden Sie wählen? (Quelle 1, 2)
Die schon immer - diesmal aber besonders starke - Art der Personalisierung mag ja dem ganzen Schauspiel die Spannung einer Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft verleihen, lassen wir uns davon aber nicht allzusehr mitreissen und vergessen über den ganzen bunten Bildchen die wirklich wichtigen Fragen zu stellen? Wer zahlt und v. a. warum zahlt jemand für das ganze Spektakel? Laut der “Federal Election Commission” könnte der gesamte Präsidentschaftswahlkampf diesmal nicht nur die 1-Mrd.-US$-Schallmauer durchbrechen, sondern direkt die 2-Mrd-US$-Schwelle erreichen. Lagen die Kosten der Präsidentschaftswahl 2004 insgesamt noch bei 693 Mio. US$, wurden bis jetzt -obwohl die eigentliche Präsidentenwahl erst am 04. November stattfindet- schon fast 600 Mio. US$ an Spenden eingesammelt. Und diesmal liegen die demokratischen Präsidentschaftsbewerber mit ihren “Kriegskassen” weit in Führung - obwohl die Republikaner gemeinhin als Vertreter der US-Großindustrie betrachtet werden: Hillary Clinton sammelte 118 Mio. US$, Barack Obama 104 Mio., gefolgt von Mitt Romney mit 90 Mio., John McCain mit 42 und Mike Huckabee mit nur 9 Mio. US$. (Quelle) Wer immer die noblen Spender sind -von Obama heisst es, das hauptsächlich kleine Spender zu seiner Wahlkampfkasse beitragen würden und er Geld von “der Wall Street” ablehne und von Romney, dass er einen Großteil aus seinem eigenen Multi-Millionen Doller-Vermögen eingebracht habe- zeichnet sich hier bereits eine Entscheidung um das Präsidentenamt ab?
Für das Geld wird uns aber auch eine perfekt inszenierte Multmedia-Show geboten, bei der mich (natürlich) insbesondere Barack Obamas Kampagne beeindruckt: „Change – we can believe in“: Partizipation, gelebte Demokratie, eine bessere Zukunft und ein neues Amerika. Der USA-Korrespondent der “Wirtschaftswoche”, Dieter Schnaas, berichtet über eine Wahlkampfveranstaltung in South Carolinas Hauptstadt Columbia am 25. Januar, dem Tag vor den Vorwahlen:
Amerika steht vor dem Ruin, ruft Obama, die Regierung sei ein Synonym für Korruption und Vetternwirtschaft, Washington ein Sammelbegriff für die Herrschaft von Lobbyismus und Unternehmensinteressen, Amerikas internationale Reputation durch eine bornierte Klimapolitik und dumme Kriege dahin […] [Aber eine Wandel ist möglich], durch eine nationale Anstrengung, [...] im Namen aller Amerikaner [...] durch ein Ende der alten Grabenkämpfe zwischen Demokraten und Republikanern, durch einen neuen Anfang und eine überparteiliche Politik des gesunden Menschenverstandes, die zum Beispiel nicht wollen kann, dass 47 Millionen Amerikaner nicht krankenversichert sind.
“Hoffnung”, ruft Obama, „bedeutet nicht, dass man sich etwas wünscht, sondern dass man sich Ziele setzt, um sie kämpft, sich für sie abrackert – und manchmal auch für sie stirbt“.
Einen Tag seinem Vorwahlsieg in South Carolina erhält Obama Unterstützung durch die liberalen Säulenheiligen Amerikas, den Kennedy-Clan:
„Ich habe keinen Präsidenten erlebt, der mich so inspiriert hat, wie mein Vater andere Menschen inspiriert hat“, schreibt John F. Kennedys Tochter Caroline in der „New York Times“, „und ich glaube, in Barack Obama den Menschen gefunden zu haben, der dieser Präsident sein könnte…“
Die anderen Präsidentschaftskandidaten konnten sich dem Sog von Obamas “Change”-Kampagne nicht entziehen: Hillbilly R. Clinton predigt den „cleverern Wandel“ und John Edwards (im Achtelfinale ausgeschieden) „wirklichen Wandel“, auch die republikanischen Kandidaten präsentieren sich als Erneuerer und der amtierende Präsident George W. Bush könnte, um einen von ihnen zu bestrafen, auf dessen Wahlkampfveranstaltung auftreten.
Ach, ist das schöööööööön, und es könnte dem Autor die Tränen in die Augen treiben - wenn, ja wenn ich religiös wäre. Ich glaube nicht an Erlöser. Politische Heilsversprechen mit dem Potenzial, dass sich alles von nun an in Richtung einer anderen, besseren Welt bewegen wird, dass der Zeiger einer Richterskala nach all den Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu weit ausgeschlagen ist und sich nun wieder zurückbewegen muss, hat es schon zu oft gegeben - man denke etwa an Präsident Lula in Brasilien oder Nelson Mandela in Südafrika. Und Präsidentschaftskampagnen, die hunderte Millionen Dollar kosten, können nicht die “Interessen des kleinen Mannes” gegen die Strukturen und Netzwerke des “großen Geldes” vertreten. Millionensummen würden nicht fliessen, wenn Unterstützer nicht ein “Shareholder Value” des entsprechenden Kandidaten nach Antritt der Präsidentschaft erwarten würden.
Vorbehaltlos unterstützte ich deshalb nur eine einzige Kandidatur, die Homer Simpsons, welche er hier in der “Late Show with David Letterman” ankündigt.
[Den besten Punkt der Top-Ten-Liste "Gründe, warum Homer Präsident werden sollte" finde ich No. 8: "FOX News (welches "The Simpsons" in den USA ausstrahlt) hätte ich in jedem Fall auf meiner Seite."]
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“Gottesstaat” USA: Die Präsidentschaftswahl 2008 und der Kampf um die Deutungshoheit über dem Altar
Phrasenverbrechen
Published February 8, 2008 Bloggosphäre , Essay , Medienschelte 4 CommentsTags: Diskussionskultur, soziale Interaktion, Sprache
Eine Phrase, die mir jedesmal auffällt, wenn ich Blogs lese -sei es in Artikeln oder Kommentaren- ist: „Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.“ Ganz abgesehen davon, dass das mittlerweile schon so abgedroschen ist, das jedesmal denke: Ooooh, noch so ein Langweiler, der seine Zeit vor dem Rechner verbringt um die virtuelle Welt zu langweilen, weil in der realen Welt schon jedermann flieht sobald er den Raum betritt - … handelt es sich dabei um den Ausspruch des deutsch-jüdischen Malers Max Liebermann, getätigt 1933, als ein Fackelzug der SA nach der Machtergreifung an seinem Haus vorbeizog. Alles klar?! Nun sehe ich das so, liebe Blogautoren und -kommentatoren: Hat irgendeiner von euch schon mal eine Situation erlebt, die auch nur im entferntesten damit zu vergleichen wäre, dass ein Angehöriger eines Kulturkreises seine Todfeinde und späteren Massenmörder dieses Kulturkreises im Triumph nach der Machtergreifung martialisch an seinem Haus vorbeimarschieren sieht? Hat irgendeiner der Zusammenhänge, in denen dieses Liebermann-Zitat gebraucht wird: Politiker X hat dieses, Prominenter Y jenes gesagt, das mir nicht passt, eine Fernsehsendung wurde abgesetzt, gestern ist in der Stadt Z etwas passiert, was einfach nicht in mein Weltbild passt… - auch nur annähernd eine solche magenverdrehende und angseinflössende Drohkulisse wie der Kontext in den das Zitat gehört? Nein?! Dann solltet ihr spätestens bei “Ich kann gar nicht soviel…” einen arthritischen Schreibkrampf in den Fingern bekommen.
Für mich ist der inflationäre, unpassende Gebrauch des Liebermann-Zitats eine Zeichen für die Hysterisierung der Sprache, ähnlich Dosenpfand-Chaos (griech: “Das Ende aller Ordnungen”) oder Hühner-Holocaust (unsägliche PETA-Tierschutz-Kampagne). Sprache ist das wichtigste Symbolsystem sozialer Interaktion, wobei die Deutungszuweisungen der Symbole sich im ständigen (re-)interpretativen Prozess befinden und mit der Zeit wandeln. Die Hysterisierung der Sprache geschieht im wesentlichen im Kampf um Aufmerksamkeit in Politik, Medien und Wirtschaft (Werbung): Mag sein, dass ich ein fürchterlichen, plattdummen, reisserischen Dünnschiss an die öffentliche Plakatwand klebe, bei dem jeder halbwegs nachdenkende Mensch sich an den Kopf fasst, für den ich mich in zwei Wochen schäme und möglicherweise sogar entschuldigen muss, aber ich bin zwei Sekunden im Focus der öffentlichen Aufmerksamkeit - wenn ich Glück habe regt sich vielleicht sogar jemand darüber auf und ich bin für vier Sekunden im Focus… Ähnliches gilt offenbar oft auch für die recht seltsame Parallelwelt “Bloggosphäre”, konstituiert von zänkischen Menschen, die in langen Nächten vor ihren Computern sitzen und glauben, sie würden mit der Welt kommunizieren… Wo soll diese sprachliche Hysterisierung enden? Wird in 20 Jahren ein Frau, deren Mann sich verspätet, ihn vorwurfsvoll anblicken und sagen: “Mach nie wieder so einen Holocaust mit mir, du Nazi?”
Update: 3 Genervte - ein Gedanke, siehe auch Bla bla, Plattitüden sowie Franks Kommentar im Craplog…
Mediale Vergewaltigungsopfer
Published February 4, 2008 Aktuelles , Bloggosphäre , Demagogen , Krieg der Wahrheiten , Net of Absurdities 0 CommentsTags: Extremismus, gestörte Wahrnehmung, Islamoparanoiker, Neocons, PI
Leider, leider habe ich im Moment keine Zeit für tiefschürfende Textanalysen. Denn dieser Phallisch Inkompatible (PI) Artikel haut mich echt vom Hocker. Kurz zusammengefasst:
Roland Koch hat die Wahl in Hessen verloren, weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk gleich einem Triebtäter manisch über jeden armen Konservativen dieses Landes herfällt und ihn medial vergewaltigt.
So weit, so Pathologisch Irrational (PI). Was mich dabei jedoch am meisten verwirrt, ist: Gibt es nicht mal mehr im stramm rechtskonservativen Lager noch echte Männer? Nur noch heulende Memmen, die, wenn etwas nicht läuft wie geplant, alles auf das böse, böse Umfeld schieben, statt zu sagen: Gut. Hab ich wohl die Situation falsch eingeschätzt. Ist halt wie es ist. Das Leben geht weiter… ?
Ich meine, wie unaussprechlich armselig muss man eigentlich sein, um sich bzw. das eigene rechtskonservative Lager als mediales Vergewaltigungsopfer zu inszenieren?
Eigentlich fällt mir dazu nicht mehr viel ein.
So sehen Sieger aus…
Published January 30, 2008 Aktuelles , Innenansichten , Krieg der Wahrheiten 0 CommentsTags: Chavez, Linkspartei, soziale Marktwirtschaft, Sozialismus
Und was jetzt fehlt, G’nossen, ist ein klares parteiprogrammatisches Bekenntnis zur sozialen, d. h. keynesianistischen Marktwirtschaft - mit der Betonung auf ersterem Attribut. Und nicht -wie Sie, geschätzter Herr Gysi, bei AnneWill am vergangenen Sonntag- von “neuen, sozialistischen Konzepten in Südamerika” schwärmen. Dass das mit dem selbstverliebten, egomanischen Großmaul Chavez in Venezuela klappt, liegt allein an den sprudelnden Staatseinnahmen aus dem sprudelnden Erdöl, da sollten wir uns ja wohl nichts vormachen…
Review: “Death Proof” by Quentin Tarantino
Published January 21, 2008 Essay , Medienschelte 1 CommentTags: Movies, Quentin Tarantino
(Second part of “Grindhouse” double feature with Robert Rodriguez’ “Planet Terror”)
The storyline is narrated around two groups of girls which one of them in each group is a model who started carrier shortly before. In general all the girls are wicked and in-heated as girls are rarely outside mens phantasies, especially old men I presume, which seems to be the main topic of Quentins last movie. For example it turns a lot about the young womens feet which are maybe nice but normally you’re not so much interested in feet, I mean there are definetely other more interesting parts. But in one of the best scenes a cutted leg of one girl is flying straight through the air and drops to the ground jerking like a spider leg after her and her girlfriends car crashed frontally because she put it out of the open window before. It’s a typical Tarantino and I really enjoyed that because while watching I started to hate that f***ing bitches I will get to that point later. There is an old guy -”Stuntman Mike”, played by Kurt Russell- which is jealous about his non-success in life, his ageing and because he will not be able to get one of this young chicks in his bed ever again. This guy is really disgusting, very impressive is his introduction to the story by eating a pizza so nasty and noisy that it’s shuddering. “Stuntman Mike” has taken to observe young girls and drive nearby them in his 1960ies Ford Mustang muscle car which is special designed as a stuntmen car and “death proof” as he claims.
Really “Stuntman Mike” isn’t the sort of guy I would normally sympathize with but in this movie I came to that very soon. More precisely I don’t sympathize with him - I only hope that he will succeed. He is a ripper by using his “death proof” car to kill young ladies and in the context of the movie that seems to be not a bad idea because dead they’re at least shut their f***ing mouth: Three quarters of the whole movie only consists of girl A meet girl B and they talking about something shit then girl C comes around and she has some more shit to talk about and don’t forget girl D who was out for a half hour refreshing her reserves in shit-talking. I mean Tarantino is a great screenplay writer but here are only dialogues without any sense, story or humor. You became an auto-agressive finger-nail-chewer while watching the movie and you’re begging: “Pleeeeeeeeeaaaaaaase, Stuntman Mike, drive around and kill this f***ing bitches, free me from this machine gun fire of senseless information and allow me five minutes silence, I can no more…”
“Death proof” started so promising with its 1970ies style and theme and then it turned into that 2 hours stupid girls talking shit. Another thing I will not forgive you, Mr. Tarantino, is that you really perverted the Bullitt car chase scene in the last 10 minutes of the movie. To copy things from holy cultural goods like “Bullitt” with Steve McQueen is not a bagatelle especially if you give it that prefix of stupid shit-talking girls who from now will rule the world, or what does that f***ing end mean?
Ist die Supernanny mitschuldig an der Islamisierung Europas? Wie Politische Inquisition (PI) funktioniert…
Published January 20, 2008 Aktuelles , Bloggosphäre , Demagogen , Innenansichten , Krieg der Wahrheiten , Medienschelte 3 CommentsTags: Diskussionskultur, Extremismus, Islamoparanoiker, Migranten, Neocons, PI, rechter Rand
Ey, isch schwör, Alter… weder Überschrift noch Thematik des Beitrags passen zum Niveau dieses Blogs (ich bin mir sicher, es gibt irgendwo eins…) Frau Saalfranks Sendung kenne ich nur vom durchzappen, überhaupt gehen mir diese ganzen langweiligen “DokuSoaps”, mit denen ausgerechnet die Privatsender vordergründig die Bevölkerung erziehen wollen, schwer auf mein empfindliches Nervenkostüm. Es soll hier aber nicht um boulevardeske TV-Formate gehen, sondern um den grotesken, rektalen Ausfluss einer bestimmten -eigentlich marginalen- neurechten Ecke, der im Moment, mit tatkräftiger Unterstützung der Springer-Presse, der FAZ und dem wahlkämpfenden hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, in den Mainstream der politisch-publizistischen Debatte um die “jugendliche Migrationshintergrundsgewalt” gespült wird. Wie diese Politische Inquisition (PI) funktioniert, und dass ihr eigentlich jeder, der tatsächlich oder scheinbar nicht auf Linie dieser neurechten Hetzergemeinde liegt, zum Opfer fallen kann, zeigt der im folgenden zitierte Artikel “Die rote Super-Nanny” symptomatisch. Es reicht, Zusammenhänge zu verdrehen, zu unterstellen, zu lügen, Opfer zu instrumentalisieren, und fertig ist der Pranger, an dem der zum Feind auserkorene Mensch steht, der dann von erregten kleinbürgerlichen Geistern mit Schmutz, übelriechenden Parolen und schlechten Witzen beworfen werden kann.
Die Faktenlage ist simpel. Deutschlands größtes Online-Boulevardmagazin Spiegel Online interviewt Deutschlands größte Vorzeige-TV-Pädagogin Katharina Saalfrank bezüglich der Mediendiskussion zur jugendlichen Migrationshintergrundsgewalt, das ganze wird dann auf Deutschlands größtem politischen Hetzblog PI zweitverwertet (und hier jetzt gewissermaßen drittverwertet). Wohlgemerkt, SpOn befragt Frau Saalfrank ausdrücklich als Pädagogin, wie aus dem Untertitel “Deutschlands oberste Fernseherzieherin ist böse…” in Springpiegel-typischer Manier klar hervorgeht. Für PI-”Gastautor Micha” steht Frau Saalfrank auf einer Liste einer Reihe von “Volksfeinden”, welche in der von ihm prognostizierten Zukunft in einem von ihm prognostizierten
“…Buche steht. Und zwar in einem Buch, das so etwa in 50 Jahren im Rest der freien Welt erscheinen wird und zu erklären versucht, wie es dazu kommen konnte.”
Aus dem weiteren SpOn-Untertitel:
“…schimpft Katharina Saalfrank über die Unions-Debatte zum Thema Jugendgewalt - und erklärt, warum bei ihr nie ausländische Problembälger auftreten.”
meint “Micha”, man könne
“…zwischen den Zeilen [lesen, dass], “ausländische Problembälger” [...] im Vergleich zu “einheimischen Problembälgern” kaum vor [-kommen]…”
Die Antwort auf die SpOn-Frage, was denn die “Supernanny” von Roland Kochs Wahlkampagne halte:
Saalfrank: “Herr Koch betreibt Wahlkampf auf dem Rücken der Jugendlichen. Was er fordert, ist für meine Begriffe eine reine Katastrophe – vor allem für die Jugendlichen. Offensichtlich hat Koch überhaupt keine Ahnung davon, was die Jugend für eine sensible Lebensphase ist [...]“
hat für “Micha” natürlich nur eine Erklärung:
“Frau Saalfrank, die Rolle der Täterversteherin füllen Sie prima aus, das Opfer zu verstehen fällt Ihnen offensichtlich schon schwerer.”
Dann er brilliert mit seinen “anatomischen Grundkenntnissen”:
“…der Schädel [ist] eine sensible Körperregion [...], wenn mit voller Wucht dagegen getreten wird…”
Wer hätte das gedacht… Bei “Micha” scheint die “sensible Körperregion” weniger der Schädel als vielmehr dessen Inhalt zu sein, denn: Der tatsächliche Grund, warum Frau Saalfrank zu den jugendlichen Tätern (des U-Bahn-Überfalls in München) Stellung bezieht, ist natürlich, dass sie ausdrücklich als Pädagogin für schwererziehbare Jugendliche befragt wird, wie aus dem Untertitel auch klar hervorgeht. Jedenfalls für den, der lesen kann und will. Kontexte wie berufliche Hintergründe spielten für PI ja noch nie eine Rolle, außerdem bekennt Frau Saalfrank jetzt sowieso ihr Zentralverbrechen:
SpOn: “Sind Sie noch Mitglied in der SPD?”
Saalfrank: “Ja, noch bin ich nicht ausgetreten. Und das habe ich auch nicht vor.”
SpOn: “Wie wollen Sie denn der Jugendgewalt begegnen?
Saalfrank: Die Situation wird sicherlich nicht dadurch entschärft, dass Leute weggesperrt werden. Die entscheidende Frage ist, warum Menschen aggressiv und straffällig werden [...]“
Was Frau Saalfrank hier (wahrscheinlich) meint, ist, dass eine Verschärfung des Strafrechts nicht zu weniger Kriminalität führt. Höhere Strafen haben keine Abschreckungswirkung, zahlreiche Untersuchungen zeigen dies, weswegen sich Experten eindeutig gegen eine Verschärfung des Jugendstrafrechts aussprechen. Das sind natürlich schon wieder Kontexte, die “Michas” “sensibelste Körperregion” überanstrengen, deswegen hilft er sich lieber mit einfacher Logik:
“Wenn die Schläger [...] rechtzeitig hinter Gitter oder [...] über die Grenze gewandert wären, hätte es die 100 Straftaten, [...] weniger gegeben. [...] für die 100 Opfer (ja, zu jeder Straftat gehört auch ein Opfer! Schon mal gehört?) 100 entschärfte Situationen gegeben hätte [...]: die Straftaten hätten einfach nicht stattgefunden!”
Wenn man Straftäter einsperrt, bevor sie Straftaten begehen, begehen sie keine Straftaten… Und wenn man den Rechtsstaat kritisiert ohne zu wissen, was ein Rechtsstaat überhaupt ist, läuft man Gefahr, sein wahres Gesicht zu zeigen…
“Für die Opfer ist die entscheidende Frage, warum man die Straftäter wieder und wieder und wieder und wieder (hier bitte mal durchschnittlich 50 ‘wieders’ denken) lässt!”
Die beiden Intensivstraftäter von München wurden nicht angeklagt und freigesprochen, sondern die Gerichtsverhandlungen kamen gar nicht erst (oder noch nicht) zustande. Zwischen der Verschleppung von Gerichtsverfahren, aufeinanderfolgenden “Bewährungs-”strafen aufgrund mangelnder Gefängniskapazitäten und dem Strafrecht besteht überhaupt kein Sinnzusammenhang. Es sei denn, man konstruiert einfach einen, redet von “zu gnädigen Richtern”, “zu laschen Gesetzen” und hofft, das Leute darauf hereinfallen, die mit ihren “sensibelsten Körperregionen” dieselben Schwierigkeiten haben wie Freund “Micha”. Ursachen für wie oben genannten Zustände dürften wohl eher bei Einsparungen in der Justiz zu finden sein, sowohl in Bayern als auch anderen Bundesländern.
Saalfrank: “Und was die Herkunft angeht: Es schlagen genauso viele deutsche Jugendliche.Die Debatte wäre sicherlich nicht im doppelten Sinne so hochgekocht worden, wenn deutsche Jugendliche die letzten Überfälle begangen hätten.Mir ist der ethnische Hintergrund erst einmal egal. Als Pädagogin setze ich bei den Eltern an und betreibe Ursachenforschung - und gerade bei Kindern unter 14 Jahren hat man noch gute Chancen die Eltern zu erreichen.”
Das Frau Saalfrank bei ihrer Arbeit als Pädagogin objektiv vorgeht und die “Herkunft” ihrer Schützlinge keine Rolle spielt, das ist für “Micha” nun der Gipfel der Unverfrorenheit. Da er ein gewiefter Mathematiker ist, der schon den Dreisatz beherrscht, hängt er sich an der Formulierung “genauso viele” auf und beweist uns:
“Tut mir Leid, Frau Saalfrank, jetzt wird es ein wenig mathematisch. Ich weiß, das kommt in Ihren Glaubenssystemen nicht vor - Glauben ersetzt bekanntlich Wissen - , aber versuchen Sie mir trotzdem mal zu folgen. Wenn die Bevölkerung mal angenommen aus 20% Migranten und 80% ‘Eingeborenen’ besteht,dann dürften nur 20 von 100 Schlägern einen Migationshintergrund haben. Sind es aber gleichviel, also 50 von 100 [...], das macht mitgerechnet eine VIERMAL höhere Gewaltneigung…”
Gut. Frau Saalfrank hat einen Fehler gemacht, sie hätte statt “genauso viele” sagen müssen: “es schlagen mehr deutsche Jugendliche”. Dass sie sich damit der Kritik von Dreisatzverstehern aussetzt, hat sie vermutlich nicht bedacht. Was “der Micha” bei anderen Leuten nicht ok findet, nämlich ungenaue Annahmen zu machen und damit zu argumentieren, findet er bei sich aber selbst offenbar weniger schlimm: Er geht nämlich von “…20% Migranten und 80% ‘Eingeborenen’…” aus, tatsächlich beträgt der Anteil ethnischer Deutscher an der Wohnbevölkerung 91,5% (2007 est.; CIA World Factbook).
Um zu wissen, worüber man überhaupt redet, sollte man zunächst die Fakten kennen. Hier mal ein kleiner “kriminalstatistischer” Exkurs:
Die polizeiliche Kriminalstatistik 2006 weist bei 14-21-jähriger Tatverdächtigen einen nichtdeutschen Anteil von 17% aus. Wobei sich “nichtdeutsch” auf die Staatsangehörigkeit bezieht und nicht auf den “Migrationshintergrund”: Von 2000 (Reform des Staatsbürgerschaftsrechts) bis 2006 wurden rund 1 Mio. Menschen, also etwa 1,2% der Gesamtbevölkerung eingebürgert. Da insgesamt 8,5% der Wohnbevölkerung nichtdeutscher Herkunft minus 1,5% Eingebürgerter (wegen des fehlenden Jahres 2007 aufgerundet) ergeben sich 7% der Wohnbevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Diesen 7% wird ein Anteil von Jugendkriminalität von 17% zugeschrieben. Damit ist der Anteil nichtdeutscher jugendlicher Straftäter, bezogen auf den Bevölkerungsanteil, höher: 93% “Staatsangehörige” begehen 83%; 7% “nicht-Staatsangehörige” 17% der Jugendstraftaten. Also begehen rund 13mal mehr “Staatsangehörige” nur 5mal mehr Jugendstraftaten; Jugendkriminalität geht damit in etwa zweieinhalb so häufig von “nicht-Staatsangehörigen” aus. Was die Ursachen für diese erhöhte Rate angeht, kommt diese Studie, die im Unterschied zu den Zahlen “Michas” statt auf “Annahmen” auf Umfragen, Quellenangaben und falsifizierbaren Operatoren basiert, zu folgendem Schluss:
“Die berichteten Ergebnisse zu den Ursachenfaktoren gewalttägen Verhaltens lassen sich wie folgt zusammenfassen: Deutsche Jugendliche bilden bei fast allen Indikatoren die am wenigsten belastete Gruppe. Soziale Benachteiligung, gewaltförmige Erziehung, problematische Persönlichkeitsfaktoren usw. sind bei Deutschen weniger verbreitet. Auf der anderen Seite gibt es aber keine nichtdeutsche Gruppe, die sich als durchgehend auffällig erweist. Insofern existieren gruppenspezifische Belastungen. Türkische Jugendliche sind häufiger von einer schlechten ökonomischen Lage und von geringerer Bildungsintegration betroffen [...]” (S. 32)
Aber nach Fakten zu recherchieren, diese in Beziehung zueinander zu setzen und damit nachvollziehbar zu argumentieren, das können wir weder von unserem Dreisatzexperten noch von PI erwarten:
“Aber haben wir wirklich gleich viele ausländische und deutsche Schläger? Allein wenn ich die Vergewaltigungsrate in Berlin mit über 80% Migrantenanteil sehe, hätte ich da meine Zweifel.”
Quelle? Quelle? Da ist sie: Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin 2006 (S. 15) Nichtdeutscher Anteil bei Sexualdelikten in Berlin: 39% . Aber… wie war das doch, Freund “Micha”?
“…Glauben ersetzt bekanntlich Wissen…”
Genau.
Aber leider ersetzt bei Politisch Indiskutabel (PI) und “Micha” nicht nur der Glaube das Wissen, sondern sehr viel stärker noch die Hetze. Das die PI-Macher dabei kein Tabu kennen, haben sie oft genug bewiesen und wozu das im Kommentarbereich führt, ist hier und neuerlich hier dokumentiert.
“Mir ist der ethnische Hintergrund erst einmal egal.”
hatte Frau Saalfrank im obigen Kontext gesagt.
“Das merkt man. So egal wie die Opfer oder noch egal-er?”
erwidert Horst “Micha” darauf. Nicht nur das er hier und im folgenden Satzfetzen aus den Interview-Antworten willkürlich auseinanderreisst und neu zusammensetzt, nein, dieser Satz will uns sagen: Die erhöhte Jugendkriminalitätsrate von Migrationshintergründlern nicht durch deren “artfremde” Kultur zu erklären ist gleichbedeutend mit Gleichgültigkeit gegenüber den Gewaltopfern. Dabei lautet die simple Wahrheit in diesem speziellen Fall Frau Saalfranks, dass sie Pädagogin ist und sicher daher mit Jugendlichen und nicht mit Rentnern beschäftigt.
SpOn: “[...] Wie wollen Sie zum Beispiel an eine türkische Problemfamilie in Berlin-Neukölln rankommen?”
Saalfrank: “Problemfamilien gibt es nicht. Es gibt aber schwierige Situationen und ungünstige Voraussetzungen. Wichtig ist, immer wieder Angebote zu machen - auch wenn das für uns Pädagogen anstrengend ist.”
Dem letzten Satz widmet der PI-Autor einen ironischen Exkurs, denn er hat Frau Saalfrank durchschaut:
“Lieber Herr Pensionär, wenn Sie glauben, sie haben es als Opfer nicht leicht: bitte nehmen Sie doch einmal zur Kenntnis, wie sehr man sich um Sie bemüht! [...] nimmt sich Frau Saalfrank auch noch die Zeit, Ihnen zu erläutern, dass es nicht die Opfer, sondern die Pädagogen sind, die die Last dieser Sozialexperimente zu tragen haben, denn:
“Wichtig ist, immer wieder Angebote zu machen – auch wenn das für uns Pädagogen anstrengend ist.”Könnten Sie daher also vielleicht etwas leiser jammern? [...]
(Und nun ganz im Ernst: bitte nehmen Sie, falls Sie diesen Text lesen sollten, meine Entschuldigung dafür entgegen, mich hier zu Ihrem unglaublichen Erlebnis so sarkastisch auszulassen. [...] wird mir trotz des Sarkasmus’ schlecht - aber Leute wie Frau Saalfrank [...] meinen das auch noch ganz im Ernst - und es geht ihnen prächtig dabei!)”
Gestatten, mein Name ist Überlegenheit. Moralische Überlegenheit. Auch wenn ich Sie, wertes Opfer, vielleicht ein ganz klitzekleines bisschen als politische Waffe gegen “Überfremdung” und “Linksgrünfaschistischgutmenschliche Sozialexperimente” instrumentalisiere.
SpOn:”Nehmen wir mal an, Sie dürften eine einzige politische Maßnahme durchdrücken. Welche wäre das?”
lautet des Journalisten Thosten Dörtings Frage und:
Saalfrank: “Es muss gut ausgestattete Beratungsstellen geben und gut ausgebildete Pädagogen, die sich um Eltern und Kinder kümmern. Das heißt: Es geht ums Geld, nicht nur - aber auch! Und nicht nur um mehr, sondern das Geld muss anders verteilt werden. Und es muss ein wertschätzender Umgang mit den Menschen stattfinden - keine staatliche Kontrolle. In der derzeitigen Debatte fühlen sich viele Migranten sicherlich angegriffen. Das ist respektlos, kontraproduktiv und nicht zielführend.”
…Katharina Saalfranks Antwort. Was dreht Permanent Indoktrinierend (PI) daraus? Der Autor zitiert nur die letzten beiden Sätze und erwidert:
“Da habe ich doch glatt etwas falsch verstanden. Der Rentner wurde gar nicht angegriffen? Das waren vielmehr die Prügler, die angegriffen wurden? Ach ja, das hat uns Jessen von der ZEIT ja auch schon mal erklärt, aber das habe ich wohl einfach nicht verstanden.”
What the heck does that mean? Does the Supernanny talks in a foreign language you aren’t able to understand, dude? Where does she mention one single word of that crap you try to infiltrate here?
SpOn: “In Ihrer Sendung hält die Kamera auch beim schlimmsten Familienkrach respektlos drauf und baut so gesellschaftliche Hemmschwellen ab.”
Saalfrank: “Finden Sie? Ich bin etwas überrascht, weil mir diese Frage so noch nie gestellt wurde. Die gängige Kritik lautet ja eher: Wer schützt eigentlich die Kinder, wenn die Eltern das Verhalten der Kinder einer breiten Öffentlichkeit zeigen?”
SpOn: “Und?”
Saalfrank: “Ich antworte mit einer Gegenfrage: Wer schützt die Kinder, wenn niemand hinguckt? Und ich meine nicht die Fernsehöffentlichkeit, sondern Nachbarn, Lehrer, die Gesellschaft insgesamt. Ich verstehe, wenn sich der Zuschauer auch mal unwohl fühlt und denkt: Das ist mir zu intim. Und dennoch: In vielen Familien geschieht tagtäglich Gewalt. Ich möchte mit meiner Arbeit enttabuisieren.”
Saalfrank redet über ihre RTL-Sendung. Klar und erkennbar. Wiederum greift “Micha” zwei Sätze aus diesem Zusammenhang heraus:
“Wer schützt die Kinder, wenn niemand hinguckt? Und ich meine nicht die Fernsehöffentlichkeit, sondern Nachbarn, Lehrer, die Gesellschaft insgesamt.”
…und berichtet live aus seiner imaginären Welt, in der er und die “Supernanny” gemeinsam U-Bahnfahren:
“Ich stelle mir mal vor, ich sage etwas, wenn z.B. ein migrantischer Vater sein Kind in der Öffentlichkeit ohrfeigt. Was dann passiert, und wie Menschen wie Sie anschließend dann zu mir stehen … Oder ich stelle mir vor, ich sage etwas, wenn z.B. ein migrantischer Jugendlicher mir in einer Rauchverbotszone Rauch mitten ins Gesicht bläst … Was dann passiert, und wie Menschen wie Sie anschließend dann zu mir stehen…”
“Ich stelle mir mal vor…,” dass Sie das und das machen… Sie Schwein! Und damit, dass “ich mir das mal vorstelle…” habe ich ganz klar bewiesen, das Sie eine Heuchlerin sind, Frau Saalfrank, jawohl!
SpOn: “Sie nehmen für sich in Anspruch, dahin zu gehen, wo es pädagogisch weh tut. Haben Sie schon mal mit Migrantenfamilien gearbeitet?”
Saalfrank: “Natürlich! In meiner Zeit in der Familienberatung hatte ich viele Eltern und Kinder mit einem solchen Hintergrund. Im Rahmen der Sendung noch nicht.”
SpOn: “Ich sage Ihnen auch warum: Es bewerben sich zwar viele Familien, aber RTL nimmt davon Abstand. Der Sender hat uns mitgeteilt, dass er die Sendung nicht mit Untertiteln versehen will.”
Saalfrank: “Ja, ich kenne die Begründung und bedauere das. Es wäre spannend zu sehen, dass es auch in diesen Familien teilweise nicht anders aussieht als bei uns! Aber das ist nicht meine Entscheidung.”
Hier, werter Herr “Micha”, ist tatsächlich Gelegenheit, Frau Saalfrank zu kritisieren. Und zwar als Opportunistin, die sich zwar im Rahmen halbstündiger Interviews bedingungslos für die Integration von Migranten einsetzt, wenn es sie nichts kostet - gegenüber ihrem Sender RTL aber dessen fadenscheinige Begründung mit den Untertiteln einfach akzeptiert, als hätte sie als “Kopf” der Sendung keinen Einfluss auf die Gestaltung. Oder gibt es Studien darüber, dass ein signifikanter Anteil der RTL-Zuschauer nicht lesen kann? In diesem Fall könnte ja der durchschnittliche RTL-Zuschauer auch nicht besser deutsch als viele “problematische Migrantenfamilien”, denen die “Supernanny” auf die Pelle rücken und mal einen echten Beitrag zur Integration leisten könnte. Tatsächlich haben wir ja einen -wenn auch nicht besonders wichtigen- Fall von Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. DAS dürfen Sie, Herr “Micha”, als neurechter “Islamkritiker” natürlich so nicht schlussfolgern, das wäre geradezu ein Gedankenverbrechen. Deswegen bleibt bei Ihnen nur ein:
“Ach so, natürlich, Sie enttabuisieren ja nur deutsche Gewalt.”
Es wird ein Motiv unterstellt wo keines ist, denn Frau Saalfrank sagte ja deutlich:
“Ja, ich kenne die Begründung und bedauere das. Es wäre spannend zu sehen, dass es auch in diesen Familien teilweise nicht anders aussieht als bei uns! Aber das ist nicht meine Entscheidung.”
D. h. sie würde ja gerne (zumindest sagt sie das), aber man lässt sie nicht.
“Ja, beschränken wir das dann mal auf ein Bedauern. Während der Betreiber und die Autoren dieses Blogs bedroht werden, während Warner wie Ralf Giordano oder Henryk M. Broder mehr Morddrohungen gesammelt haben als diese Schläger Straftaten [...] bei Ihrer Popularität bei RTL [...], natürlich auf keinen Fall irgend etwas anderes tun, als das lediglich zu bedauern. [...]“
Tja, das ist schon eine Krux mit diesen Morddrohungen… Sie werden anonym geäußert, zurückverfolgen oder gar beweisen lässt sich meistens nix und überwiegend stammen sie von ausgesprochenen Soziopathen, die sowieso keiner Ernst nimmt, z. B. diesem. Aufgrund aller dies Eigenschaft eignen sie sich aber auch gar trefflich als “Argument”, v. a. wenn man keine hat, nicht wahr, Herr “Micha”? Was haben denn Morddrohungen gegen den Politisch Irrationalen (PI) Blogbetreiber, gegen Ralph Giordano und Henryk Broder mit der “Supernanny” zu tun? Oder mit der Debatte um jugendliche Migrationshintergrundsgewalt bzw. die politische und mediale Ausschlachtung derselben? Was wollen Sie denn damit aussagen? Das ihre, die “islamkritische” Front die einzig wahren Opfer sind? Das derjenige, der mehr Morddrohungen “sammelt” eine höhere moralische Autorität besitzt? Wenn letzteres -was ich vermute- Ihrer Intention entspricht, ist es dann nicht unklug, das das PI-Weblog zu jeder missliebigen Person Kontaktdaten veröffentlicht, zumal häufig gewaltphantasmatische Kommentare aufgefallen sind?
“Und nun kommen wir zum Höhepunkt. Das absolute Highlight, quasi die Perle [...]“
SpOn: “Manche Publizisten vertreten jetzt die Meinung, dass ausländische Jugendliche aus rassistischen Motiven Gewalt gegen Deutsche ausüben. Ein Rentner wird nicht mehr angegriffen, weil er ein leichtes Opfer ist, sondern weil er ein deutsches Opfer ist.”
Saalfrank: “Ich stelle mir umgekehrt die Frage, warum wir uns der rechten Gewalt nicht genauso zuwenden. Vielfach werden Ausländer in Deutschland überfallen. Und außerdem: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Diese Jugendlichen werden allen möglichen Diskriminierungen ausgesetzt gewesen sein - was die Tatsache an sich natürlich nicht besser macht.”“Das ist jetzt nicht wirklich Ihr Ernst? [...] Vielmehr ist dem Redakteur bloß ein Textbaustein aus einem Uralt-Programm hier reingeraten? [...] Dann erlaube ich mir mal eine Anleihe [...]:
Ostersonntag 2006: In Potsdam wird ein Schwarzafrikaner ins Koma geprügelt. Folgen: bundesweite Seite-1-Pressemeldungen, Solidaritätsbekundungen, Lichterketten, Warnung vor aufkommendem Rechtsradikalismus, Proklamieren von No-go-Areas im Osten, Einschaltung der Bundesanwaltschaft, Handschellen, medienwirksamer Abtransport im orangefarbigen Dress Hubschrauber…
Juni 2007: In Berlin-Neukölln wird ein Schwarzafrikaner ins Koma geprügelt. Folgen: etwas Lokalpresse, sonst nichts. Die Tatverdächtigen wurden nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der Unterschied? Tatverdächtige im ersten Fall: Ostdeutsche. Tatverdächtige im zweiten Fall: türkischstämmige Migranten.
Noch Fragen, Kienzle?”
Ja. Übersieht man hier nicht das Offensichtliche?
22. Dezember 2007: Ein 76-jähriger Rentner wird in der Münchner U-Bahn brutal zusammengetreten und erleidet mehrere Schädelfrakturen. (Mediale) Folgen: Eine mehrwöchige Medienkampagne der Bild -”Zeitung” und das Aufgreifen des Themas “Gewalt jugendlicher Migranten gegen Deutsche” vom wahlkämpfenden hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch…
Täter: ein 17-jähriger Grieche und einen 20-jähriger Türke
Nämlich, dass der Presse die Opfer scheissegal sind, es sei denn, ein entsprechendes Thema wird aktuell als mediale Sau durchs Dorf getrieben? Wie im ersteren Fall, als die Fußball-WM ins Haus stand und man eine Medienhysterie angesichts der Außenwirkung Deutschlands startete oder im aktuellen Fall, wo dem brodelnde “Volkszorn” latent fremdenfeindlicher Kleinbürger wie Sie einer sind, Herr “Micha”, ein Druckablassventil gewährt wird, damit Roland Koch seine Wahlkampfsuppe darauf kochen kann?
Kommen wir nun endlich zum Abschlussurteil, welches der PI-Autor sich über Frau Saalfrank erdreistet:
“Bisher waren mir Sie und Ihre Sendung relativ gleichgültig [...] aber meine Meinung über Sie muss ich nach dem, was Sie sich hier geleistet haben, revidieren:
Ich erkenne in Ihnen nun einen ignoranten Gutmenschen übelster Sorte; jemanden, der auf die Gewaltopfer spuckt; bis zur Schmerzgrenze uninformiert ist; Wissenslücken durch Glaubensinhalte füllt [...]“
Auf wen diese Attribute -insbesondere was “Wissenslücken” und “Glaubensinhalte” angehen- wohl eher zutreffen, dürfte die obige Betrachtung einer reinen Scheinargumentation mit dem Zweck zu diffamieren, wohl hinreichend gezeigt haben.
“[...] kurz gesagt: Ich erkenne in Ihnen einen, wenn auch zugegebenermaßen hübsch verpackten, Kotzbrocken.”
“Micha” ist nicht nur ein diffamierender, fremdenfeindlicher Hetzer mit einem wirklich bemerkenswert dummdreisten Scheinargumentations-Stil sondern auch noch ein Macho-Arschloch. Na, wie putzig.
“Und damit Sie nicht annehmen, das kann ich nur in der Anonymität des Internets so schön sagen - Irrtum: Sie bekommen von mir den Ausdruck des Artikels [...] und das ordentlich mit Absender!
Dann können Sie mich ganz nach Belieben ignorieren, verklagen, zum Teufel wünschen, einer Antwort würdigen oder in eine Diskussion verwickeln.”
Einen größeren Gefallen könnte man so einem neurechten Gollum aus den Tiefen des Internet gar nicht tun, denn alles wonach es ihm giert, ist AUF-MERK-SAM-KEIT für sein absurd zusammenkonstruierten Weltbild…
by red.cloud



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