Frau Dr. Schröder, Familienministerin, hat eine wissenschaftliche Studie absichtlich fehlinterpretiert. Das ist nicht das erste Mal. Das erste Mal fiel das bei der ehemaligen Hinterbänklerin und ehemaligen Frau Dr. Köhler in der „Panorama“-Sendung vom 24. Januar 2008 auf:
„Wir stellen fest, dass es in Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen gibt, […] Was wir mitbekommen, ist, dass dieses Phänomen in immer mehr Fällen eine Rolle spielt. Das sagen uns Polizisten, das sagen uns Staatsanwälte, das sagen uns Richter.“
„Panorama“ befragt einen Staatsanwalt:
„Wir haben keine Belege dafür, dass die deutschfeindlichen Gewalttaten zugenommen haben.“
und einen Richter:
„Die unsinnigsten Anlässe führen dazu, dass im schwersten Maße Gewalttaten begangen werden. Dass das Motiv aber Deutschenhass wäre, das können wir kaum feststellen.“
Schröder, damals noch Köhler, nennt eine weitere Quelle:
„Da handelt es sich um Professor Pfeiffer, ein bekannter Kriminologe […]“
„Panorama“ befragt Pfeiffer dazu:
„Ich werte es als Missbrauch unserer Thesen, unserer wissenschaftlichen Befunde. […] zu politischen Zwecken. Dagegen möchten wir uns dann doch verwahren. Es gibt keine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, die belegen würde, dass die Deutschfeindlichkeit zunimmt.“
Im November 2010 gibt Ministerin Schröder die Ergebnisse zweier von ihrem Ministerium in Auftrag gegebenen Studien so wieder:
„Da scheint es einen Zusammenhang zu geben, dass eine erhöhte islamische Religiosität korreliert mit einer erhöhten Zustimmung zu Männlichkeitsnormen, die Gewalt legitimieren.“
Der Autor einer der beiden Studien, der Dortmunder Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak sagt dazu (in derselben Pressekonferenz, nachdem die Ministerin diese verlassen hat):
„Es gibt keine Zahl, wonach Muslime eine höhere Gewaltbereitschaft haben […] Religion und Männlichkeit werden dann interessant, wenn die soziale Lage prekär ist. [Sie] […] könnten auch zur Gewalt führen, aber nicht zwangsläufig.“ (Quelle)
Nun stellte Ministerin eine Studie zum Thema Zwangsehen in Deutschland vor. Um der Gefahr zu entgehen, dass ihr die Autoren noch in derselben Pressekonferenz widersprechen, schreibt sie einen Tag vor der Veröffentlichung der Studie in der FAZ vom 8.11.11:
„3443 Fälle von Zwangsverheiratungen haben die Beratungsstellen in Deutschland für das Jahr 2008 registriert.“
„Nach Angaben der Betroffenen sind 83,4 Prozent der Eltern Muslime, […] Aus gutem Grund warnen viele Wissenschaftler vor […] zu einfachen Kausalketten. Trotzdem darf uns der religiöse Aspekt nicht kalt lassen. […] dieser Zusammenhang [wird] in Hinblick auf den Islam oft verleugnet […] Wir müssen erreichen, dass islamische Autoritäten in Deutschland es noch stärker als ihre Aufgabe begreifen, Zwangsverheiratungen zu verweigern […]“
Der wissenschaftliche Beirat ihres eigenen Ministerium und die Teilnehmer des Workshops zur Erstellung der Studie äußern sich dazu in einer Stellungnahme:
„Dass ausgerechnet die Auftraggeberin der Studie verzerrende Interpretationen wichtiger Befunde in der Öffentlichkeit verbreitet, ist für alle Beteiligten, die viel ehrenamtliche Arbeit […] investiert haben, mehr als bedauerlich.“
Die Wissenschaftler äußern sich explizit zu den oben zitierten Punkten:
„Die Studie hat herausgefunden, dass „3.443 Personen im Jahr 2008 in insgesamt 830 Beratungsstellen erfasst“ wurden. Hiervon sind „60% angedrohte und 40% vollzogene Zwangsverheiratungen“ (Kurzfassung Studie S. 7).“
in Ministerin Schröders Darstellung
„[…] werden angedrohte Straftaten mit tatsächlich stattgefundenen gleichgesetzt. Ebenso […] [beinhaltet] diese Zahl Mehrfachnennungen […]“
Ebenso sei die Behauptung, 83,4 Prozent der Eltern von Zwangsverheirateten seien Muslime
„[…] schlichtweg falsch, denn Betroffene von Zwangsverheiratung sind zu keiner Zeit […] direkt befragt worden. […] [Es ist] das Ergebnis einer Befragung von Menschen, die in Beratungseinrichtungen tätig sind […] Wer solche Differenzen als beiläufig abtut, spricht empirischen Studien implizit jeden Sinn ab. […] Darüber hinaus […] sagt nichts darüber aus, welchen Stellenwert Religion im Alltag bzw. im Handeln gespielt hat. So ist es durchaus möglich und wahrscheinlich, dass […] die Religion der Täter/-innen hier lediglich Scheinkorrelationen abbildet.“
Es mag Wahnsinn sein, doch es hat Methode. Frau Dr. Schröder ist nämlich der „Manchurian Candidate“ neurechter Geschichtsrevisionisten, der Vertreter der sogen. Totalitarismustheorie, wie die Professoren Eckehard Jesse, Uwe Backes und der Betreuer der umstrittenen Doktorarbeit Schröders, Prof. Falter. Diese definieren Konservatismus als Mitte der Gesellschaft, Rechts- und Linksextremismus als praktisch dasselbe, nämlich Totalitarismus und bestreiten damit historische Tatsachen, nämlich das Rassismus, Antisemitismus und Nationalsozialismus sehr wohl breite Unterstützung aus „bürgerlichen Kreisen“ fanden und heute noch finden können. In Amt und Würden gelangt, mit einem beeindruckenden Qualifikationsprofil für eine Familienministerin,
„Sie ist aus Hessen.“ (Michael Spreng)
spult sie denn auch gleich ihr Programm ab. Als Familienministerin verantwortlich für die Fördermittel für zivilgesellschaftliche Projekte gegen Rechtsextremismus plant sie eine Kürzung der Mittel gegen Rechtsextremismus über eine Zusammenlegung aller Töpfe gegen Extremismus. Darüber hinaus müssen Empfänger von Fördermitteln eine sogen. Demokratie-Erklärung unterschreiben, dass sowohl sie selbst als auch ihre Kooperationspartner auf dem Boden der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ stehen. Vereine und Initiativen gegen Rechtsextremismus können das selbstverständlich für sich selbst tun, viele sehen sich aber damit überfordert, in „Sippenhaftung“ für ihre Partner genommen zu werden. Dies gilt um so mehr als Ministerin Schröder bereits der Jugendorganisation der Partei „Die Linke“ als verfassungsfeindlich einstuft.
Um mir nach soviel Kritik an der armen Familienministerin keine mangelnde Ausgewogenheit vorwerfen lassen zu müssen, sollen auch lobende Stimmen zu Wort kommen. Auf „PI News“ schreibt der nachgewiesene Verfassungsfreund Michael Stürzenberger unter der Überschrift „Die öffentliche Demontage der Kristina S.“:
„[…] die linksgrüne Meinungsguerilla in der deutschen Presselandschaft [versucht,] eine Politikerin zu zerlegen […], die es wagt, sich auch nur ansatzweise politisch inkorrekt gegen die rote Gesinnungsdiktatur zu verhalten.“
Wie wir alle wissen, ist die linksgrüne Weltverschwörung so durch und durch verdorben, dass sie nicht nur eine „rote Gesinnungsdiktatur“ errichtet hat, sondern gleichzeitig auch noch die Guerilla unterwanderte.
„Kristina Schröder hat […] ihren gesunden Menschenverstand angewendet und aus einer aktuellen Studie […] die Tatsache herausgelesen, dass [Zwangsehen] hauptsächlich religiös motiviert sind. Aber eine solche Annahme könnte ja “antiislamische Ressentiments schüren”, und so fahren die dunkelroten Zensurwächter der SZ alle Geschütze auf […]“
Kristina Schröder hat Dinge aus der Studie heraus gelesen, die da nicht drin standen. Dafür hat sie, laut Stürzenberger, ihren „gesunden Menschenverstand“ benutzt. Die Behauptung war dem Beweis nämlich schon immer überlegen. Und die „Süddeutsche Zeitung“ hat erst versucht, die Ministerin an ihrer Meinungsäußerung zu hindern, dann die Ausgabe der FAZ vom 8.11. zu beschlagnahmen und als all dies fehlschlug, die Verfasser der Studie bestochen, damit sie diese heimlich abändern und sie sich später gegen Schröder stellen. Ist es das, was Stürzenberger mit „dunkelrote Zensurwächter“ meint? Nein, er meint mit „Zensur“ die Tatsache, dass eine Zeitung ein Regierungsmitglied kritisiert. Stürzl, du bist echt der König von Absurdistan.
Es war nicht die
„…linksgrüne Medienmafia…“
oder die Süddeutsche mit ihrem Redakteur Thorsten Denkler,
„…der bisher nicht unbedingt für eine islamkritische Haltung aufgefallen ist…“,
was ihn für Stürzl offenbar als Menschen insgesamt disqualifiziert. Es war der wissenschaftliche Beirat und Teilnehmer des Workshops, die die Studie erstellt haben, welche eine Stellungnahme mit harscher Kritik an den Äußerungen der Ministerin veröffentlichten. Darauf geht Stürzl mit keinem Wort ein. Stattdessen bringt er streng wissenschaftliche Gegenargumente. Er zitiert aus 1000 Jahre alten Märchenbüchern:
„[Mohammed führte] …die Zwangsehe eindrucksvoll… [vor], indem er als 53-jähriger eine sechsjährige ehelichte und den Geschlechtsakt vollzog, als sie neun war.“
Er beweist die Parteilichkeit des wissenschaftlichen Beirats damit, dass das zwei Namen von Beiratsmitgliedern fremdländisch klingen:
„Hier die Namen der Beiratsmitglieder: Heiner Bielefeldt, Yildiz Demirer, Nivedita Prasad und Monika Schröttle. Offensichtlich wurde die Auswahl mit hoher interkultureller Kompetenz vorgenommen.“
Und er nimmt sich den Feind direkt vor. Namentlich einen Autor des „Migazins“, Coskun Canan und die Kolumne „Heymat“. Der zeigt er es schon mal. Eisenhart.
„Es ist ja schon eine Unverschämtheit an sich, dass die deutsche Sprache von Menschen mit ausländischen Wurzeln regelrecht vergewaltigt wird, dazu noch ein so wertbehaftetes Wort wie “Heimat”. Dadurch wird die künftige Landnahme der türkischen Kolonisten schon in der Sprachverhunzung vorweggenommen. Eigentlich müsste man sich dies als Beleidigung des deutschen Sprachschatzes verbieten lassen.“
Zwar drückt sich Canan in seiner Kolumne missverständlich aus: aus der Aussage der Wissenschaftler, ein Zusammenhang zwischen Religionszugehörigkeit und Zwangsehen ist nicht bewiesen, folgt nicht, dass es keinen Zusammenhang zwischen Zwangsehen und Religionszugehörigkeit gibt (oder geben kann). Es ist vielmehr so, dass zwischen den Merkmalen „Religionszugehörigkeit“ und „Zwangsehe“ eine Vielzahl unbestimmter Faktoren liegt, wie „Stellenwert der Religion im Alltag“, so dass keine Aussage gemacht werden kann und nicht klar ist, ob hier lediglich ein Scheinzusammenhang besteht. (s. Stellungnahme des wissenschaftlichen Beirats)
Ein solche sachliche Kritik ist dem „König von Absurdistan“, Stürzl, aber nicht, nun, absurd genug:
„Hier tritt ein Moslem an, um der deutschen Bevölkerung ganz bewusst Sand in die Augen zu streuen. “Scheinzusammenhänge”, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Merke: Der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun.“
Empört entlarvt Stürzl die Aussage Canans, dass es in der Türkei bald eine TV-Serie zum Thema Zwangsehen geben werde, als Versuch
„[…] uns […] glauben machen zu wollen, wie kritisch man auch in der Türkei mit dem Thema Zwangsverheiratung umgehe“
und den Vorschlag Canans an Ministerin Schröder, sich diese doch einmal anzusehen, allerdings sei sie auf türkisch:
„Jetzt wird einer deutschen Ministerin schon vorgeworfen, keine türkischen Sprachkenntnisse zu besitzen. Wenn diese türkischstämmigen Personen in Zukunft immer stärker in unsere Gesellschaft einsickern und dort ihre nationalistisch-islamischen Vorstellungen penetrieren, sekundiert von linksgrünen Kräften, […] stehen uns dunkle Zeiten bevor.“
Am Schluss seiner Abrechnung mit der „linksgrünen Weltverschwörung“ die seine Lieblingsministerin zensieren wollen, folgt das Glaubensbekenntnis, dass alle PImaten jeden Abend beten müssen:
„Wir leben in einem Land, in dem […] linksgrüne Meinungsterroristen […] ein ideologisch motiviertes Zwangsdenken installiert haben, das […] nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun hat.“
Zur Stürzl-Definition von „gesundem Menschenverstand“ siehe weiter oben.
„Und solange sich Politiker diesem irren “Zeitgeist” unterwerfen, haben sie es nicht mehr verdient, dieses Land zu führen. Jeder, der sich diesem Gesinnungsterror […] widersetzte, […] [wurde von] der Political Correctness zermürbt. […] jetzt ist Kristina Köhler dran…“
Du meinst Schröder, Kristina Schröder. Sie ist verheiratet, Stürzl.
„So sehr sich die SZ-Propagandisten auch anstrengen, die Wahrheit zu vertuschen, […], sie werden am Ende nicht die Oberhand behalten. Denn das Volk ist nicht so bescheuert, wie diese Gesinnungswächter der Politischen Korrektheit glauben.“
Wer ist denn das Volk, Stürzl? Du? Wieviel Prozent hatte deine islam- „kritische“ Partei „Die Freiheit“ bei der Berlinwahl nochmal errungen? 0,9%?
Wenn das das Lager ist, aus dem die Ministerin Schröder Beifall erhält, sollte sie dringend anfangen, sich ernsthaft zu hinterfragen.



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