Eine Geschichte voller Missverständnisse: Ministerin Schröder und die Wissenschaft

Frau Dr. Schröder, Familienministerin, hat eine wissenschaftliche Studie absichtlich fehlinterpretiert. Das ist nicht das erste Mal. Das erste Mal fiel das bei der ehemaligen Hinterbänklerin und ehemaligen Frau Dr. Köhler in der „Panorama“-Sendung vom 24. Januar 2008 auf:

Wir stellen fest, dass es in Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen gibt, […] Was wir mitbekommen, ist, dass dieses Phänomen in immer mehr Fällen eine Rolle spielt. Das sagen uns Polizisten, das sagen uns Staatsanwälte, das sagen uns Richter.“

Panorama“ befragt einen Staatsanwalt:

Wir haben keine Belege dafür, dass die deutschfeindlichen Gewalttaten zugenommen haben.“

und einen Richter:

Die unsinnigsten Anlässe führen dazu, dass im schwersten Maße Gewalttaten begangen werden. Dass das Motiv aber Deutschenhass wäre, das können wir kaum feststellen.“

Schröder, damals noch Köhler, nennt eine weitere Quelle:

Da handelt es sich um Professor Pfeiffer, ein bekannter Kriminologe […]“

Panorama“ befragt Pfeiffer dazu:

Ich werte es als Missbrauch unserer Thesen, unserer wissenschaftlichen Befunde. […] zu politischen Zwecken. Dagegen möchten wir uns dann doch verwahren. Es gibt keine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, die belegen würde, dass die Deutschfeindlichkeit zunimmt.“

Im November 2010 gibt Ministerin Schröder die Ergebnisse zweier von ihrem Ministerium in Auftrag gegebenen Studien so wieder:

„Da scheint es einen Zusammenhang zu geben, dass eine erhöhte islamische Religiosität korreliert mit einer erhöhten Zustimmung zu Männlichkeitsnormen, die Gewalt legitimieren.“

Der Autor einer der beiden Studien, der Dortmunder Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak sagt dazu (in derselben Pressekonferenz, nachdem die Ministerin diese verlassen hat):

Es gibt keine Zahl, wonach Muslime eine höhere Gewaltbereitschaft haben […] Religion und Männlichkeit werden dann interessant, wenn die soziale Lage prekär ist. [Sie] […] könnten auch zur Gewalt führen, aber nicht zwangsläufig.“ (Quelle)

Nun stellte Ministerin eine Studie zum Thema Zwangsehen in Deutschland vor. Um der Gefahr zu entgehen, dass ihr die Autoren noch in derselben Pressekonferenz widersprechen, schreibt sie einen Tag vor der Veröffentlichung der Studie in der FAZ vom 8.11.11:

3443 Fälle von Zwangsverheiratungen haben die Beratungsstellen in Deutschland für das Jahr 2008 registriert.“

Nach Angaben der Betroffenen sind 83,4 Prozent der Eltern Muslime, […] Aus gutem Grund warnen viele Wissenschaftler vor […] zu einfachen Kausalketten. Trotzdem darf uns der religiöse Aspekt nicht kalt lassen. […] dieser Zusammenhang [wird] in Hinblick auf den Islam oft verleugnet […] Wir müssen erreichen, dass islamische Autoritäten in Deutschland es noch stärker als ihre Aufgabe begreifen, Zwangsverheiratungen zu verweigern […]“

Der wissenschaftliche Beirat ihres eigenen Ministerium und die Teilnehmer des Workshops zur Erstellung der Studie äußern sich dazu in einer Stellungnahme:

Dass ausgerechnet die Auftraggeberin der Studie verzerrende Interpretationen wichtiger Befunde in der Öffentlichkeit verbreitet, ist für alle Beteiligten, die viel ehrenamtliche Arbeit […] investiert haben, mehr als bedauerlich.“

Die Wissenschaftler äußern sich explizit zu den oben zitierten Punkten:

Die Studie hat herausgefunden, dass „3.443 Personen im Jahr 2008 in insgesamt 830 Beratungsstellen erfasst“ wurden. Hiervon sind „60% angedrohte und 40% vollzogene Zwangsverheiratungen“ (Kurzfassung Studie S. 7).“

in Ministerin Schröders Darstellung

[…] werden angedrohte Straftaten mit tatsächlich stattgefundenen gleichgesetzt. Ebenso […] [beinhaltet] diese Zahl Mehrfachnennungen […]“

Ebenso sei die Behauptung, 83,4 Prozent der Eltern von Zwangsverheirateten seien Muslime

[…] schlichtweg falsch, denn Betroffene von Zwangsverheiratung sind zu keiner Zeit […] direkt befragt worden. […] [Es ist] das Ergebnis einer Befragung von Menschen, die in Beratungseinrichtungen tätig sind […] Wer solche Differenzen als beiläufig abtut, spricht empirischen Studien implizit jeden Sinn ab. […] Darüber hinaus […] sagt nichts darüber aus, welchen Stellenwert Religion im Alltag bzw. im Handeln gespielt hat. So ist es durchaus möglich und wahrscheinlich, dass […] die Religion der Täter/-innen hier lediglich Scheinkorrelationen abbildet.“

Es mag Wahnsinn sein, doch es hat Methode. Frau Dr. Schröder ist nämlich der „Manchurian Candidate“ neurechter Geschichtsrevisionisten, der Vertreter der sogen. Totalitarismustheorie, wie die Professoren Eckehard Jesse, Uwe Backes und der Betreuer der umstrittenen Doktorarbeit Schröders, Prof. Falter. Diese definieren Konservatismus als Mitte der Gesellschaft, Rechts- und Linksextremismus als praktisch dasselbe, nämlich Totalitarismus und bestreiten damit historische Tatsachen, nämlich das Rassismus, Antisemitismus und Nationalsozialismus sehr wohl breite Unterstützung aus „bürgerlichen Kreisen“ fanden und heute noch finden können. In Amt und Würden gelangt, mit einem beeindruckenden Qualifikationsprofil für eine Familienministerin,

Sie ist aus Hessen.“ (Michael Spreng)

spult sie denn auch gleich ihr Programm ab. Als Familienministerin verantwortlich für die Fördermittel für zivilgesellschaftliche Projekte gegen Rechtsextremismus plant sie eine Kürzung der Mittel gegen Rechtsextremismus über eine Zusammenlegung aller Töpfe gegen Extremismus. Darüber hinaus müssen Empfänger von Fördermitteln eine sogen. Demokratie-Erklärung unterschreiben, dass sowohl sie selbst als auch ihre Kooperationspartner auf dem Boden der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ stehen. Vereine und Initiativen gegen Rechtsextremismus können das selbstverständlich für sich selbst tun, viele sehen sich aber damit überfordert, in „Sippenhaftung“ für ihre Partner genommen zu werden. Dies gilt um so mehr als Ministerin Schröder bereits der Jugendorganisation der Partei „Die Linke“ als verfassungsfeindlich einstuft.

Um mir nach soviel Kritik an der armen Familienministerin keine mangelnde Ausgewogenheit vorwerfen lassen zu müssen, sollen auch lobende Stimmen zu Wort kommen. Auf „PI News“ schreibt der nachgewiesene Verfassungsfreund Michael Stürzenberger unter der Überschrift „Die öffentliche Demontage der Kristina S.“:

[…] die linksgrüne Meinungsguerilla in der deutschen Presselandschaft [versucht,] eine Politikerin zu zerlegen […], die es wagt, sich auch nur ansatzweise politisch inkorrekt gegen die rote Gesinnungsdiktatur zu verhalten.“

Wie wir alle wissen, ist die linksgrüne Weltverschwörung so durch und durch verdorben, dass sie nicht nur eine „rote Gesinnungsdiktatur“ errichtet hat, sondern gleichzeitig auch noch die Guerilla unterwanderte.

Kristina Schröder hat […] ihren gesunden Menschenverstand angewendet und aus einer aktuellen Studie […] die Tatsache herausgelesen, dass [Zwangsehen] hauptsächlich religiös motiviert sind. Aber eine solche Annahme könnte ja “antiislamische Ressentiments schüren”, und so fahren die dunkelroten Zensurwächter der SZ alle Geschütze auf […]“

Kristina Schröder hat Dinge aus der Studie heraus gelesen, die da nicht drin standen. Dafür hat sie, laut Stürzenberger, ihren „gesunden Menschenverstand“ benutzt. Die Behauptung war dem Beweis nämlich schon immer überlegen. Und die „Süddeutsche Zeitung“ hat erst versucht, die Ministerin an ihrer Meinungsäußerung zu hindern, dann die Ausgabe der FAZ vom 8.11. zu beschlagnahmen und als all dies fehlschlug, die Verfasser der Studie bestochen, damit sie diese heimlich abändern und sie sich später gegen Schröder stellen. Ist es das, was Stürzenberger mit „dunkelrote Zensurwächter“ meint? Nein, er meint mit „Zensur“ die Tatsache, dass eine Zeitung ein Regierungsmitglied kritisiert. Stürzl, du bist echt der König von Absurdistan.

Es war nicht die

„…linksgrüne Medienmafia…“

oder die Süddeutsche mit ihrem Redakteur Thorsten Denkler,

„…der bisher nicht unbedingt für eine islamkritische Haltung aufgefallen ist…“,

was ihn für Stürzl offenbar als Menschen insgesamt disqualifiziert. Es war der wissenschaftliche Beirat und Teilnehmer des Workshops, die die Studie erstellt haben, welche eine Stellungnahme mit harscher Kritik an den Äußerungen der Ministerin veröffentlichten. Darauf geht Stürzl mit keinem Wort ein. Stattdessen bringt er streng wissenschaftliche Gegenargumente. Er zitiert aus 1000 Jahre alten Märchenbüchern:

[Mohammed führte] …die Zwangsehe eindrucksvoll… [vor], indem er als 53-jähriger eine sechsjährige ehelichte und den Geschlechtsakt vollzog, als sie neun war.“

Er beweist die Parteilichkeit des wissenschaftlichen Beirats damit, dass das zwei Namen von Beiratsmitgliedern fremdländisch klingen:

Hier die Namen der Beiratsmitglieder: Heiner Bielefeldt, Yildiz Demirer, Nivedita Prasad und Monika Schröttle. Offensichtlich wurde die Auswahl mit hoher interkultureller Kompetenz vorgenommen.“

Und er nimmt sich den Feind direkt vor. Namentlich einen Autor des „Migazins“, Coskun Canan und die Kolumne „Heymat“. Der zeigt er es schon mal. Eisenhart.

Es ist ja schon eine Unverschämtheit an sich, dass die deutsche Sprache von Menschen mit ausländischen Wurzeln regelrecht vergewaltigt wird, dazu noch ein so wertbehaftetes Wort wie “Heimat”. Dadurch wird die künftige Landnahme der türkischen Kolonisten schon in der Sprachverhunzung vorweggenommen. Eigentlich müsste man sich dies als Beleidigung des deutschen Sprachschatzes verbieten lassen.“

Zwar drückt sich Canan in seiner Kolumne missverständlich aus: aus der Aussage der Wissenschaftler, ein Zusammenhang zwischen Religionszugehörigkeit und Zwangsehen ist nicht bewiesen, folgt nicht, dass es keinen Zusammenhang zwischen Zwangsehen und Religionszugehörigkeit gibt (oder geben kann). Es ist vielmehr so, dass zwischen den Merkmalen „Religionszugehörigkeit“ und „Zwangsehe“ eine Vielzahl unbestimmter Faktoren liegt, wie „Stellenwert der Religion im Alltag“, so dass keine Aussage gemacht werden kann und nicht klar ist, ob hier lediglich ein Scheinzusammenhang besteht. (s. Stellungnahme des wissenschaftlichen Beirats)

Ein solche sachliche Kritik ist dem „König von Absurdistan“, Stürzl, aber nicht, nun, absurd genug:

Hier tritt ein Moslem an, um der deutschen Bevölkerung ganz bewusst Sand in die Augen zu streuen. “Scheinzusammenhänge”, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Merke: Der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun.“

Empört entlarvt Stürzl die Aussage Canans, dass es in der Türkei bald eine TV-Serie zum Thema Zwangsehen geben werde, als Versuch

[…] uns […] glauben machen zu wollen, wie kritisch man auch in der Türkei mit dem Thema Zwangsverheiratung umgehe“

und den Vorschlag Canans an Ministerin Schröder, sich diese doch einmal anzusehen, allerdings sei sie auf türkisch:

Jetzt wird einer deutschen Ministerin schon vorgeworfen, keine türkischen Sprachkenntnisse zu besitzen. Wenn diese türkischstämmigen Personen in Zukunft immer stärker in unsere Gesellschaft einsickern und dort ihre nationalistisch-islamischen Vorstellungen penetrieren, sekundiert von linksgrünen Kräften, […] stehen uns dunkle Zeiten bevor.“

Am Schluss seiner Abrechnung mit der „linksgrünen Weltverschwörung“ die seine Lieblingsministerin zensieren wollen, folgt das Glaubensbekenntnis, dass alle PImaten jeden Abend beten müssen:

Wir leben in einem Land, in dem […] linksgrüne Meinungsterroristen […] ein ideologisch motiviertes Zwangsdenken installiert haben, das […] nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun hat.“

Zur Stürzl-Definition von „gesundem Menschenverstand“ siehe weiter oben.

Und solange sich Politiker diesem irren “Zeitgeist” unterwerfen, haben sie es nicht mehr verdient, dieses Land zu führen. Jeder, der sich diesem Gesinnungsterror […] widersetzte, […] [wurde von] der Political Correctness zermürbt. […] jetzt ist Kristina Köhler dran…“

Du meinst Schröder, Kristina Schröder. Sie ist verheiratet, Stürzl.

So sehr sich die SZ-Propagandisten auch anstrengen, die Wahrheit zu vertuschen, […], sie werden am Ende nicht die Oberhand behalten. Denn das Volk ist nicht so bescheuert, wie diese Gesinnungswächter der Politischen Korrektheit glauben.“

Wer ist denn das Volk, Stürzl? Du? Wieviel Prozent hatte deine islam- „kritische“ Partei „Die Freiheit“ bei der Berlinwahl nochmal errungen? 0,9%?

Wenn das das Lager ist, aus dem die Ministerin Schröder Beifall erhält, sollte sie dringend anfangen, sich ernsthaft zu hinterfragen. 

Verrat im politisch inkorrekten Lager – eine Seifenoper, Teil 1

novaexpress Drama, Hass, Konflikt und Tränen, Freundschaft, die sich in unversöhnliche Feindschaft verwandelt, Bedauerliches und noch mehr Bedauernswertes… Das Zerwürfnis von Stefan H. und seinen Mitstreitern für Deutschland, westliche Werte und Meinungsfreiheit (außer für Linke, Moslems und allen anderen Meinungen, außer PI) hat wirklich alle Stilelemente einer großen „politisch inkorrekten“ Blog-Seifenoper.

„Die große PI-Lüge“ ist der Titel einer erschütternden Dokumentation auf dem KairosTheos-Blog. In dessen Verlauf geraten die eigentlichen Feinde, die Linken und die Islamiker fast in Vergessenheit, nach dem Motto: aus dem intimsten Freund erwächst dein größter Feind. Und nein, es handelt sich nicht um einen Heldenepos aus Freundschaft, Schmerz, Verrat oder doch zumindest um einen großen, politischen Skandal. Es mag den geneigten Leser verwundern, aber die Rede ist von einem Weblog. Wie sehr sich die Akteure des Dramas angeblichen oder tatsächlichen Aktionen des Betreiberteams zu Herzen nehmen und welche Bedeutung sie ihren Kommentaren beimessen. Es scheint so, als handele es sich tatsächlich um eine Art Ersatz-Religion.

Der Untertitel lautet:

„Fehler oder linke Unterwanderung? Kommentarsterben auf PI“ oder auch „Irrtümer des Kairos, Part V – PI“

Der gute „Kairos“ ist ob des Verrats, des „Politically Incorrect“en Weblogs an seinen Idealen etwas ausser sich, wie es scheint. So ist seine Dokumentation etwas wirr zusammengestellt.

„8.2.10
Es schmerzt mich, das zu schreiben, aber angesichts der Geschichte gestern hat die Plattform PI jede Glaubwürdigkeit für mich verloren.

[…] PI führt unter „Ethnische Europäer als Menschen zweiter Klasse“ [http://www.pi-news.net/2010/02/ethnische-europaeer-menschen-zweiter-klasse/] einen „Bericht“ von Udo Ulfkotte an, […] in England habe ein Moslem einem Engländer den Kiefer zertrümmert und sei dafür von der Richterin Blair (Gattin von Tony) nur mit 228 Euro (sic!) Bußgeld versehen worden.

Der User „abberatio ictus“ stellte Links ein, […] dass das Opfer ebenfalls Moslem ist und Frau Blair dienstrechtliche Konsequenzen […] befürchten muss […]. Plötzlich setzte ein heftiges Kommentarsterben auf PI ein, dem je etwa 10 Kommentare von a.i. und mir als auch ca. 20 andere Kommentare, die sich irgendwie darauf bezogen, ein. […]

Das Thema PI ist damit für mich erledigt. Wer den MSM […] vorwirft tendenziös Bericht zu erstatten, […] der darf nicht selbst tendenziöse Berichte, wie den von Ulfkotte veröffentlichen […] Wer nimmt denn auch schon an, dass ein „renommierter Autor“ […] falsche Quellen für seine Thesen angibt, bzw. Fakten auslässt oder verdreht? […]

Ich dachte, im Rahmen der Islamkritik könnte und müsste man auch soziale und demographische Phänomene, […] diskutieren, wie die demographische Zeitbombe (vielgebärende Moslems und geburtenarme Europäer) und Gewalt jugendlicher Migranten. Ich wusste nicht, dass PI unter Islamkritik versteht jede Nachricht […] so zu verdrehen, dass wir alle noch mehr Angst vor den bösen Migranten kriegen […], dass PI jede abweichende Ansicht aus dem Programm löscht […]

[…] das kann sich seriöse Islamkritik nicht leisten. […] Konkret bedeutet das, dass ich NICHTS mehr von dem, was ich jemals bei PI gelesen habe und KEINE EINZIGE von Ulfkottes Darstellungen mehr glauben kann.[…]

Zunächst mal, gänzlich unironisch, begrüße ich es außerordentlich, wenn es selbst unter dem PI-Mob noch selbstständig denkende Individuen gibt, die nicht zu jedem Schreibdurchfall des Blogs sofort Beifall schreien, sondern tatsächlich die Faktenlage überprüfen. Drei Dinge lassen mich allerdings daran zweifeln, dass die tatsächlich der Fall ist:

Erstens, es gehört schon eine äußerst eingeschränkte Wahrnehmung dazu, länger als ein paar Tage oder Wochen PI zu lesen, ohne deren Schlussfolgerungen aus den vermeintlichen oder tatsächlichen Fakten absurd zu finden: Die Auswahl der Nachrichten (natürlich fast ausschließlich aus den „linksdominierten“ MSM gesammelt) ist höchst selektiv und werden immer nur ausschließlich zwei Merkmalen bestimmter Menschengruppen zugeordnet – Religionszugehörigkeit (islamisch) und politischer Einstellung („linksgrün“, wobei alles jenseitig der PI-Linie als mehr oder weniger „linksgrün“ definiert wird). Von diesem Punkt ist nur ein kleiner Schritt, eine fast fließender Übergang bis zur tatsächlichen Verdrehung der Ausgangsfakten. „Kairos“ hört sich an wie ein langjähriger Leser und Kommentator, sonst würde er sich die Sache kaum so zu Herzen nehmen. Er und alle Leser, die das Blog ernst nehmen, lesen es nicht, um sich zu „informieren“, sondern um sich das eigene Weltbild bestätigen zu lassen.

Zweitens, der Untertitel von „kairos“ Enthüllungsbericht. Klar, es ist ja auch unheimlich normal, dass, wenn irgendwas schiefläuft, man erst mal den politischen Gegner verantwortlich macht: Computer ist abgestürzt? Linke Unterwanderung! Auto springt nicht an? Linke Unterwanderung!

Drittens, Dr. Udo Ulfkotte. Meiner Meinung nach* ist Dr. Udo Ulfkotte von Beruf Geschichtenerzähler und Verschwörungstheoretiker, der sich primitiv-sinistre Welterklärungs- und Weltuntergangs-Szenarien ausdenkt. Manche Leute sind Paranoiker und müssen bei jedem Ereignis zwanghaft an dunkle Machenschaften glauben, oder sie sind mit ihrem Leben so unzufrieden und geben allen anderen die Schuld daran, dass sie das gegenwärtige Gesellschaftsmodell lieber heute als morgen untergehen sehen möchten. Dieser mittel- bis stark geistesgestörten Klientel verkauft der Herr Dr. Ulfkotte mittels des Weltuntergangs-Verschwörungstheorie-Esoterik-Verlages Kopp seine Bücher, Meiner Meinung nach*. Das ist, Meiner Meinung nach*, sein Renommee. Wer sich im übrigen Ulfkottes Webseite „Akte Islam“ anschaut und auch nur die Überschriften der Artikel lesen kann, ohne ob des dort betriebenen – Meiner Meinung nach*– „Stürmer-“ Stils Übelkeit und Erbrechen zu empfinden und nicht begreift, dass Dr. Ulfkotte – Meiner Meinung nach* – selbst in diesen trüben, Ressentiment-geladenen Gewässern fischt, um seine Märchenbücher zu verkaufen, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

In einem der folgenden Kommentare unter „kairos“ Enthüllungsbericht wird übrigens die Vermutung laut, der ehemalige Sportlehrer Stefan H. wolle seinen islam-„kritischen“ Weblog kommerzialisieren. Das könnte etwa in Richtung einer Bücherverkaufs- und Fundraisung-Plattform für – meiner Meinung nach* – zwielichtige Autoren wie Dr. Udo Ulfkotte oder ebensolche politischen Parteien gehen. Das wäre ja wirklich eine ganz tolle Sache: Erst denkt man sich eine Ideologie aus, die die in der Gesellschaft vorhandenen Unsicherheiten, Ressentiments und Hassgefühle in eine ganz bestimmte Richtung lenkt, die dann an allem Schuld ist. Dann propagiert man das einige Jahre im Internet und schafft sich eine gläubige Gemeinde. Und dann verkauft man dieser Gemeinde ideologischen Merchandising-Scheisse. In den USA ist Glenn Beck damit Multimillionär geworden.

* Es handelt sich um eine Meinungsäußerung, nicht um eine Tatsachenbehauptung, liebe Abmahnanwälte.

Es folgt eine Auswahl an Kommentaren aus KairosTheos Blogarchiv, in denen ähnliche Erfahrungen mit „Politically Incorrect (PI News)“ geschildert werden:

Kairos (7.2.10 21:08)

„[…] Ich will gar nicht wissen wieviele andere PI Einträge auf diese Art und Weise zustande gekommen sind. Wenn ich hinters Licht geführt werden will kann ich auch „tagesschau“ sehen. Schade! PI scheint zu glauben, dass das Fehlen von ein paar Mitgliedern, die man auf diese Weise verprellt, schon nicht ins Gewicht fällt. Damit verhält man sich so wie die großen Einkaufsketten, die auch auf den Einzelkunden scheißen. Früher oder später gibts aber die Quittung für ein solches Geschäftsgebaren, nämlich massiven Vertrauensverlust (bei mir insb. Saturn und Ikea).

Ich muss jetzt erstmal ein wenig durchatmen […]“

Ich dagegen muss erstmal etwas durchschnaufen, um über diesen Vergleich hinweg zu kommen… PI als monopolistische Einzelhandelskette für die tägliche Dosis Hass, der es nichts ausmacht „Einzelkunden“ zu verprellen. Und Herr „kairos“ der am PI-Kundenservice ansteht: Mit diesem Hass-Artikel stimmt was nicht, da steht, ein Muslim hätte einen Briten geschlagen, aber in Wirklichkeit war der auch Muslim!

nonkonformist (10.2.10 18:23)

„Hallo Kairos,

bei PI stehe ich wohl jetzt auch unter Beobachtung, […] ohne plausiblen Grund […]

Vielleicht wird es langsam links unterwandert, ich habe einen Kommentar über den weißen Autorassismus der Antifa geschrieben (Good night, white pride),[…] der wurde komplett gelöscht […].

Ich […] lese wohl noch gelegentlich dort, bin jedoch nachhaltig mißtrauisch gegen PI geworden. […]“

Ich weiss es nicht, sollen wir alle zusammen mal vermuten, warum der Kommentar von „nonkonformist“ gelöscht wurde? Weil der selbst für PI zu eklig war? Weil die „Neue Rechte“ mit ihrer „Die Moslems sind unser Unglück“-Ideologie noch nicht ganz so weit am rechten Rand stehen wie die „alte Rechte“ mit „Die Juden sind unser Unglück“? Weil sich Erstere durchaus noch Hoffnung machen – und machen können, siehe Sarrazin – Anschluss an die „Mitte der Gesellschaft“ zu finden? Weil sie auf dem Weg dahin zumindest den Schein aufrecht zu erhalten, keine extremen und verfassungsfeindlicher Positionen zu vertreten? Weil „die Moslems sind unser Unglück“ in unserer Gesellschaft nicht als sooooo extreme Position wahr genommen wird, wenn sich selbst der Verfassungsschutz nur all zu gern von den drei Schlagworten im PI-Header: „proisraelisch, proamerikanisch, für Grundgesetz und Menschenrechte“ darüber hinweg täuschen lässt?

Adenauers Enkel (14.2.10 18:05)

„Ich verwende hier nicht meinen üblichen Nickname, da dieser zu bekannt ist. […] Ich bin ein PI-Leser und -kommentator der ersten Stunde (damals noch myblog und „nur“ 2.000 Besucher/Tag). […] Ich habe PI auch schon mal wegen schlechter Recherche oder populistischem Schreibstil kritisiert, […] Seit Herbst 2009 gewann ich den Eindruck, dass PI unterwandert sein könnte, auch weil ich dort die Löschung von Kommentaren anderer Kommentatoren live miterlebte […] Seit Jahreswechsel werden meine Kommentare bei PI moderiert, sobald diese einen Link enthalten […] Bei PI stimmt etwas nicht und ich habe keine Vertrauen mehr. Die PI-Gruppen, so hoffnungsvoll, weil aktiv diese sind, erachte ich eher als Gefahr, weil ich nicht weiss, wer diese kontrolliert und wen man damit ggf. kontrollieren möchte.“

(16.2.10 07:48)

„Wohin sich PI bewegt oder bewegen möchte, vielleicht sogar von Dritten bewegt wird, darüber kann ich nur spekulieren. Eine Möglichkeit wäre das finanzielle Geschäft mit Islamkritik, für welches PI die notwendige Plattform bilden könnte. […] PI wird gewiss Leser verlieren, aber auch immer wieder neue finden, die sich dort über neue Bücher und Spendenmöglichkeiten informieren können.“

Der Kommentator schreibt inkognito. Also, inkognito inkognito. In der Parallelwelt zählt er nämlich zu den Prominenten der anonymen Kommentatoren eines Blogs, zu den Verteidigern des Abendlandes, weil sie auf einem Blog anonym Kommentare unter Hetzartikeln hinterlassen… der-ersten- Stunde. Diese Leute sind doch nicht alle dumm. Nicht sooooo dumm. Dieser könnte ein relativ alter, stockkonservativer Akademiker sein. „Die PI-Gruppen, so hoffnungsvoll, weil aktiv diese sind…,“ er hört sich an wie Meister Yoda, der vor der „dunklen Seite der Macht“ warnt. Wann kommen die Leute eigentlich mal auf die Idee, dass das PI-Gerede von Meinungsfreiheit, die angeblich überall von der „Politicall Correctness“ unterdrückt wird, ausser auf ihrem Blog, nichts als Gesülze ist, ihre Ideologie, die sie zu ihrem eigenen Süppchen verrühren wollen? Aber nein, es ist klar, der Blog ist „unterwandert“. Die Spekulation über die kommerzielle Fortentwicklung des Blogs zu eine Buchverkaufs- und Fundraisingplattform für zwielichtige Autoren und Parteien hatte ich oben schon aufgegriffen. Das wäre eine Erklärung dafür, dass Zweifel an der Glaubwürdigkeit Ulfkottes rigoros aus dem Kommentarbereich gelöscht wurden.

max.w (8.3.10 16:33)

„[…] Mit dieser Zensur stellen sie sich auf eine Stufe mit Welt, SpOn und anderen „Qualitätsmedien“, die sie so gerne kritisieren. […] Meine Konsequenz: Das brauche ich nicht, ich gehe in Zukunft woanders surfen.“

PI-„News“ ist nichts weiter als Zweitverwerter, „Wiederkäuer“ von Nachrichten, die sie aus der Mainstreampresse aufgreifen und mit sehr zweifelhaften Schlussfolgerungen versehen. Und nachdem tausende Artikel auf diese billigste Art zusammen-kopiert-und-eingefügt wurden, stellen sie sich hin und behaupten, sie fabrizieren „News gegen den Mainstream“. Diese Behauptung ist offensichtlich lächerlich! „Politically Incorrect (PI)“ ist eine sehr, sehr, sehr schlechte, noch manipulativere Kopie der Mainstreampresse – und eine Kopie kann niemals besser sein als die Originale.

Einige Monate später schrieb „kairos“ ein Fazit zu dem Skandal rund um das Weblog „Politically Incorrect (PI)“, welcher (vermutlich) nur deshalb nicht die deutsche Medienlandschaft erschüttert hat, weil (vermutlich) die links-grün unterwanderten Mainstreammedien (MSM) mal wieder alles verschwiegen haben.

„Zum Abschluss und mit einigem Abstand muss ich sagen, dass mich an der ganzen Geschichte am meisten die hämische Schadenfreude irgendwelcher selbsternannter Besserwisser aufgeregt hat. Diese waren von Anfang an überzeugt, dass PI nicht koscher sei und fühlten sich in ihrer Überzeugung bestätigt. Da ich naiverweise wirklich davon ausgegangen war, dass es Menschen geben könnte, die nicht nur behaupten sie seien libertär und wahrheitsliebend, sondern das auch sind, […] solche Spinner trauen sich das auch nur im Internet, weil sie sich anonym wissen.

Ich freue mich über jeden, der gegenüber den MSM skeptisch wird, […] Ich finde es allerdings nicht lächerlich, wenn Leute überzeugte „PIler“ sind, also die Richtlinien von PI unterstützen. Ich will diese Leute nur darauf aufmerksam machen, dass PI sich nicht an diese Leitlinien hält, […]

Was diese Leute dann daraus machen ist ihre Sache. […]

Man kann Blinden nicht versuchen zu erklären was Farben sind. Das gilt für fanatische PIler genauso wie für fanatische Kommunisten oder den Durchschnittsmenschen, der fanatisch daran glaubt in einem freien Land zu leben und von einer freien Presse neutral informiert zu werden. […]“

Ja, ich gestehe es, ich bin einer jener „selbsternannten (sic!) Besserwisser“. Als ich 2006 das erste Mal auf PI gestoßen bin, las ich 3 oder 4 Artikel und kam zu der Überzeugung, es müsse sich um irgendeine Form rechtsextremer Propaganda handeln. Ich bin politisch links eingestellt und es verstößt gegen meine Grundüberzeugungen, pauschal gegen sozial schwache Minderheiten zu hetzen, wie es bei einem der ersten PI-Artikel, den ich las, der Fall war. Da hatte ich es leichter als „kairos“, gegen dessen „libertäre und wahrheits-liebende“ Überzeugungen das offenbar nicht verstößt.

Schließlich und endlich, Herr „Kairos“ höchstselbst. Der scheint den Verrat „seiner“ Plattform der „islamkritische(n) Bewegung, die das Zeug dazu gehabt hätte, eine echte politische Kraft zu werden und er könnte darin partizipieren“ so schlecht verarbeitet zu haben, dass er völlig durchgedreht ist und jetzt verschwurbelten, esoterisch-rassistischen geistigen Sondermüll fabriziert:

„[…] die neue Transzendenz, die ich vorschlagen will:
Es geht mir um den Zusammenhalt der Weißen Völker. Und zwar […] auf spiritueller (Ebene). Dieser Zusammenhalt ist insofern göttlich, dass nur die weiße Rasse einen Zugang zum Göttlichen hat. […] Es geht hier nicht um […] Vormachtstellung […] Stattdessen ist das Göttliche […], eben nur für uns bestimmt. […] Da das Göttliche, so weit ich es begreifen kann, Lenker des Natürlichen ist und die Technik durch Naturbeobachtung und –Imitation ebenfalls das Natürliche lenkt, müssen wir Forschung als ein Gebet verstehen.“

Schlechte Nachrichten, Herr „kairos“:

„Diese Theorien gelten heute als überholt, weil die vermeintlichen Rassen fließend ineinander übergehen und die genetische Variabilität zwischen diesen Populationen wesentlich geringer ist als die Variabilität innerhalb der Populationen. Die stark ins Auge fallenden äußerlichen Unterschiede zwischen Menschen, die aus verschiedenen Klimazonen stammen, lassen sich als Anpassungen an das jeweilige Klima erklären und sind nicht mit entsprechend bedeutenden Unterschieden anderer Art verbunden.“

Wo Sie auch hinschauen, Herr „kairos“, die linksgrüne Unterwanderung war schon vor Ihnen da… Das könnte möglicherweise auch daran liegen, dass Sie vielleicht total daneben liegen…

Kopiert und eingefügt von Quotenqueen

novaexpress Eine Warnung vorweg: die Pointe kommt, aber sie kommt spät…

Vor einigen Wochen recherchierte ich rein spaßeshalber die Geschichte der Zersplitterung des Betreiberteams von PI. Offenbar hatten sich hier einige hässliche Sachen abgespielt, alte Freundschaften zwischen Stefan H. und seiner Redaktion waren zerbrochen, es muss so dramatisch gewesen sein wie in einer indischen Seifenoper. (Für alle diejenigen, die indische Seifenopern nicht kennen, sie sind sehr dramatisch. Die Kamera ist fast ausschließlich in der Voll-Totalen auf sich dramatisch versteinernde Gesichter der Akteure gerichtet, alles ist fast durchgängig in Slow Mo und außerdem mit wirklich dramatischer Musik unterlegt, die gar nicht mehr aufhört. Und das alles bloß, weil der männliche Held seinen vergifteten Tee doch nicht getrunken hat… Egal.)

Jedenfalls hatte Stefan H. sein langjähriges Autorenteam „ausgesperrt“ (ich nehme an, er hat sie bei strömendem Regen raus geschickt und dann die Tür von innen verriegelt). Jedenfalls gründete sich das PI-Autorenteam aus im Weblog „Quotenqueen (QQ)“, nicht ohne allerlei schmutzige Wäsche mit PI zu waschen:

Islamkritik ist wichtig. Allerdings ist sie nur hilfreich, wenn sie seriös ist. Das ist das Problem mit PI-News, seit der Aussperrung des langjährigen Erfolgsteams. [...] [Michael S.], ehemaliger Pressesprecher der Münchener CSU-Ortsgruppe [...], schadet mit resentimentbeladenen Beiträgen „der Sache“ mehr als er nützt.“

zit. nach „Stürzenbergers Welt“

[...] QQ [ist] nicht vor einem halben Jahr vom Himmel gefallen. [...] [Wir waren] mehrere Jahre bei PI-News tätig [...],  [haben es] von einem Kleinblog [...] zu Europas größtem Blog mit Spitzenwerten von 75.000 täglichen Lesern entwickelt […]. Seit unserem Fortgang dort, sind die Besucherzahlen deutlich um etwa ein Drittel gesunken […]“

Das Blog „Quotenqueen“, der Name soll andeuten, dass sie die erfolgreichsten und meistgelesensten Blogautoren aller Zeiten gewesen waren, betrieben sie ein halbes Jahr. Dann überwarfen sie sich, laut eigener Darstellung, mit einigen Kommentatoren ihres neuen Blogs.

Eine Gruppe von Lesern [...] [mit] sehr dominante[r] Stellung im Kommentarbereich [...] hat den sorgfältig vorbereiteten offenen Bruch […] vollzogen [...] [Wir haben] Erpressungsversuchen eine Absage erteilt [...] QQ einer bestimmten weltanschaulichen „Ausrichtung“, nämlich der sogenannten „humanistischen“, zu unterwerfen [...]“

Das ist nur die Vorgeschichte zu dem, worauf ich eigentlich hinaus will, nämlich auf die – vorsichtig ausgedrückt – kognitive Dissonanz wie sie für Islam-„Kritiker“ typisch zu sein scheint. Das ehemalige PI-Autorenteam, jetzt „Quotenqueen“, besteht nämlich nicht nur aus ganz außergewöhnlich hochwertigen, erfolgreichen Blog-Autoren, sie sind auch die letzten wahren Helden der freien, westlichen Welt:

[…] [Die] das letzte Tabu unserer Gesellschaft brechen: den Islam zu kritisieren. […] [Wir bekamen] nächtliche Anrufe von Moslems und [...] angedrohte Mordanschläge, Drohvideos bei YOUTUBE [...] [wurden] von Anwälten auf Kasse der Linkspartei verklagt und von Journalisten bis weit in die Redaktionen vormals konservativer Zeitungen [...] verleumdet [...] Diese Erfahrungen haben wir [...] Kämpfern gegen Christentum, Papst und die mächtigen Kirchen voraus.“

Bedauerlicherweise müssen die Kämpfer ihren Blog nun schliessen, oder ihre Aktivitäten zumindest stark einschränken, wegen der schon erwähnten „sehr dominanten Gruppe von Kommentatoren, die das Blog der sogen. humanistischen Weltanschauung unterwerfen wollen.“ Und dabei war das nur ein halbes Jahr alte Blog „Quotenqueen“ schon ganz außergewöhnlich erfolgreich:

[...] Große und angesehene Blogs wie Eussner, Europenews, Jihadwatch oder PI-News verlinken und zitieren uns regelmäßig. […] Wer es jahrelang gewohnt ist, auf seine Beiträge hunderte von Leserreaktionen zu erhalten […] wie mit den Film- und Fernsehschauspielern, die sich trotz alles Erfolges immer nach dem Liveauftritt im kleinen Theater, mit der direkten Rückmeldung durch das Publikum zurück sehnen. [...] Da wir [...] zu den Erfolgreichsten der deutschen Szene gehören […] [haben] wir es nicht mehr nötig [...] uns mit bisher erfolglosen [...] aber ausgeprägt rechthaberischen Menschen auseinander zu setzen. Statt uns mit den lästigen administrativen Belangen [...] und sinnlosen Diskussionen [...] zu belasten, nutzen wir unsere teure Zeit lieber für unsere Wort- und Bildbeiträge, die auch in anderen Blogs sehr gefragt sind.“

alle Zitate bis hier aus: „Abschied von QQ – gws Freitagsgebet“

Nachdem die „Quotenqueen“-Autoren sich seitenlang selbst gepriesen haben, dass man zu der Ansicht gelangen könnte, es wäre einfacher und auf jeden Fall zeit- und platzsparender, sie würden einfach die zwei oder drei Positiv-Attribute aufzählen, die sie nicht erfüllen, stoßen sie nun zum Kern der Sache vor: Sie, die jahrelang heldenhaft Verfolgungen, Morddrohungen und Verleumdungen von Muslimen, Linken und Journalisten widerstanden haben, geben ihr Blog auf – oder schränken es zumindest ein – wegen einer Gruppe dominanter Blogkommentatoren und deren „humanistischer Weltanschauung“ (ich nehme an, dass es sich um Atheisten handelt, die von diesem Standpunkt aus Religionskritik betreiben). Und jetzt folgt die erste der beiden Pointen der Story: Aufgrunddessen kehrt das „Quotenqueen“-Autorenteam zu „Politically Incorrect (PI)“ zurück! Zu jenem Stefan H. also, der die Ansicht des „Quotenqueen“-Teams bezüglich ihrer eigenen unvergleichlichen Autoren-Fähigkeiten ganz und gar nicht teilte und sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor die Tür setzte. Immerhin, vielleicht hat er ja seine Meinung mittlerweile geändert, zumindest ist „Quotenqueen“ davon (und von sich selbst) restlos überzeugt:

[...] das Autorenteam aber macht einen großen Schritt vorwärts. […] Europas auflagenstärkster (?) Blog PI-NEWS, erhöht unsere Leserzahl um 50.000 bis 60.000 tägliche Leser, wobei wir davon ausgehen, dass die künftigen Gastbeiträge des QQ-Teams hier zu einer weiteren Steigerung beitragen werden.“

Das Autorenteam macht nämlich einen ganz außergewöhnlichen Rück-Schritt:

Wenn Sie in Zukunft die Seite QUOTENQUEEN aufrufen, wird sich auf den ersten Blick nicht viel verändert haben. […] Erst wenn Sie [...] „den Rest des Beitrages lesen“ klicken [...], [werden Sie] auf einem unserer Partnerblogs [landen], wo der gesamte Text erschienen ist. Am Ende des Beitrages finden Sie dann jeweils unser [...] Label: Ein Beitrag vom Autorenteam QUOTENQUEEN […] Ein bekanntes Beispiel im TV für diese Arbeitsweise ist Spiegel-TV oder Stern-TV, die selbständige Beiträge produzieren, [...] dazu Sendeplätze beispielsweise bei RTL nutzen. Was im Profijournalismus schon lange üblich ist, ist bei Bloggern zur Zeit noch ein neuer Weg, den wir als erste beschreiten. […] Es haben bereits weitere Blogs Interesse angemeldet [...] QQ könnte also auch zu einer wichtigen Schaltstelle für die Vernetzung und Kooperation deutschsprachiger Blogs werden. [...]“

Mit diesem innovativen Schritt bannen die „Quotenqueen“-Schreiber damit die latente Bedrohung durch „dominante Kommentatoren mit sogen. humanistischen Weltanschauungen“, die bisher wie ein Damokles-Schwert über ihren Köpfen schwebte:

[…] [Die Beiträge können] ausschließlich im Kommentarbereich des jeweiligen Partnerblogs kommentiert werden [...], [was] für das QQ-Team [...] eine bedeutende Entlastung darstellt. Die gewonnene Zeit, die wir an bewusst provozierten Auseinandersetzungen im Kommentarbereich mit uns nicht gut gesonnenen Gegenbloggern [sparen] [...] wollen wir lieber in unsere eigentliche Arbeit, die Herstellung qualifizierter Wort- und Bildbeiträge investieren.“

alle Zitate bis hier aus: „QQ, wie geht es weiter?“

Zum Ende des Artikels komme ich auf die zentrale Pointe der Story und das sind die eben angesprochenen „qualifizierten Wort- und Bildbeiträge“ der Autorenteams „Quotenqueen“. Sie, lieber Leser, werden es nicht für möglich halten. Selbstverständlich habe ich mir die hier so gepriesenen „Quotenqueen“-Beiträge auf „PI News“ angesehen und dabei erst bei einem, dann beim nächsten, dann beim dritten… festgestellt, dass von einer „Autorenschaft“ im eigentlichen Wortsinn nicht die Rede sein kein. Zur Verdeutlichung habe ich mir mal die „Quotenqueen“-Beiträge bei PI vom 11.07. – 22.07.201 anzeigen lassen, die Texte kopiert und mein Office-Programm die Wörter zählen lassen, jeweils die der vom „Autoren“-Team „Quotenqueen“ verfassten Teile und der aus Zeitungsartikeln kopierten Teile. Das Ergebnis habe ich in einer kleinen OO-Calc-Tabelle zusammengestellt:

Eigenanteil/MSM-Anteil PI-Artikel von QQ

wem das zu unübersichtlich ist: 

Daten aus: pi-news.net/author/quotenqueen/ 11.-22.07.2011

Die Beiträge des legendären „Autoren“-Teams „Quotenqueen“ beruhen also zu 72% nicht auf einer Eigenleistung, sondern auf der Leistung der „linksgrün dominierten Qualitätsmedien“ wie es bei PI heisst: Spiegel, Stern, Rheinische Post, Welt, Bild, FAZ, WAZ usw. Die Eigenleistung des QQ-„Autoren“-Teams besteht lediglich aus vier einleitende Sätze, wie der „politisch inkorrekte“ Leser den nachfolgenden Text zu lesen und einzuordnen habe und drei abschließende Sätze, wie das Gelesene zu interpretieren sei, dazwischen werden drei Viertel eines Artikels aus den Mainstream Medien (MSM) geklatscht, gegen die sie ja angeblich anschreiben. DAS sind ihre Artikel, die ja so gefragt sind. DAFÜR beweihräuchern sie sich selbst seitenlang, ertragen heldenhaft angebliche Anfeindungen der MSM, Morddrohungen durch Muslime und Linke, Gerichtsverhandlungen… DAS sind die „qualitativ hochwertigen Wortbeiträge“ der erfolgreichsten Starautoren der deutschen Szene… ‘n scheiss-bisschen Copy & Paste, wofür man, wenns hoch kommt, 15 Minuten braucht und den Rest des Abends dann Zeit hat, sich als Starautor zu fühlen… wie man derartig in einem Paralleluniversum leben kann…

Also, das finde ich wirklich SPITZE.

"Label" von Quotenqueen, der Realität angepasst

PI-Autor „Frank Furter“ und die „Selbst-“Kritik der Islam-„Kritik“

novaexpress Dieser Tage thematisieren viele Presseberichte die zum großen Teil deckungsgleichen politischen Ideologien des Massenmörders von Norwegen und der deutschen Neuen Rechten, verkörpert z. B. durch das Weblog „Politically Incorrect (PI)“. Einerseits finde ich das gut, andererseits beschert dieses Rauschen im Zeitungswald dem Blog PI sicher viele zusätzliche Seiten-Zugriffe und folgt damit genau der langjährigen Strategie PIs: Möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen, damit viele Leute auf ihre Seite klicken, ein paar bleiben immer hängen. Die von PI vertretenen Positionen sind ja bis weit in die „Mitte der Gesellschaft“ verbreitet. Und ein paar einfache Grundthesen akzeptieren, um danach das lästige, eigene Denken, die Zweifel, das Hinterfragen ausschalten zu können, das besitzt eine ungebrochen hohe Attraktivität, zu allen Zeiten, in allen Gesellschaftsschichten und allen politischen Ausrichtungen. Auch für ganz normale, überhaupt nicht extreme Menschen und dass diese sich von PI angesprochen fühlen können, ist gerade das Gefährliche an der Seite.

Zu just diesem Zweck tritt nun der PI-Autor „Frank Furter“ an. Der Berliner Tagesspiegel beschäftigte sich mit PI und bezog sich dabei u. a. auf einen seiner Artikel. Tagesspiegel-Autor Johannes Schneider konstatiert eine große ideologische Nähe zwischen den Schriften des Anders Breivik und den Positionen der „Neuen Rechten“ (neben „Politically Incorrect (PI)“ nennt er die Parteien „Die Freiheit“ und „Pro Deutschland“). Er analysiert ihre Distanzierungs- und Traueradressen. PI etwa nannte die Tat „abscheulich“, den Täter „offensichtlich geistesgestört“. Die Entrüstung sei wenig überzeugend, so Schneider, ihre Islamabneigung habe unpassenderweise Eingang in die Traueradressen gefunden. Der PI-Autor „Frank Furter“ nannte den Massenmord einen „Bärendienst“ den Breivik der „islamkritischen Szene“ erwiesen hätte – so als hätte dieser aus Versehen etwas falsch gemacht. Auf der Webseite hätte bald wieder die gewohnte Rechtfertigungs- und Schuldzuweisungsmaschine gerattert: die „von Linken kontrollierte Medienzunft“ nehme die „Islamkritiker“ in „Sippenhaft“. Für die Islamkritiker sei die Diskriminierung einer Gruppe aufgrund ihrer religiösen Überzeugung scheinbar notwendig und das teilten sie mit Breiviks Manifest. Was völlig fehle, so Schneider, sei die Fähigkeit zur Selbstkritik. Sie stellten einen direkten Zusammenhang von islamistischem Terror und der „Ideologie“ des Islam her und würden nun einen ähnlichen Zusammenhang zwischen sich und Anders Breivik negieren. Statt simpler Schuldzuweisungen sollten sie sich lieber fragen, wie die offene Diskriminierung einer Religionsgruppe langfristig vorstellbar sei, ohne das es zu Hass und Gewalt käme.

PI-Autor „Frank Furter“ antwortet auf den Tagesspiegel-Artikel in Form eines offenen Briefes an den „Lieben Herrn Johannes Schneider“:

Sie unterstellen [...] Politically Incorrect, in der Berichterstattung zu den Anschlägen in Oslo eine „verräterische Nähe“ zu den Positionen Anders Breiviks gezeigt zu haben.“

Nein. Der Herr Schneider unterstellt, PI und die Neue Rechte seien ein „[...] Nährboden von Breiviks Weltbild [...], (das) belegen die rechten Wortmeldungen indes in fast jedem Satz.“ Weiterhin unterstellt Herr Schneider, eine „[...] scheinbar notwendige Diskriminierung (der Muslime), die PI, Pro Deutschland & Co mit Breiviks Manifest teilen […] In Breivik hat sich nun einer gefunden, der das politische Programm in Terror übersetzt hat.“ Und dann, erst dann, sagt er, dass PI und die Neue Rechte eine „[...] Brücke zwischen sich selbst und Anders Breivik zu kappen versuchen. Und das alles mit einer radikalen Rhetorik, die nur allzu oft an jene des Attentäters erinnert.“ Ein „kleiner“ Unterschied, nicht wahr?

Frank Furter muss zuallererst mal was klarstellen:

[…] dass ich den Kommentar, in dem ich über Anders Breivik behauptete, er habe „der islamkritischen Szene einen Bärendienst erwiesen“, nicht [...] „unmittelbar nach dem Anschlag“ geschrieben habe, sondern [...] zwei Tage nach der Tat. Zu diesem Zeitpunkt (wich) [...] in zunehmend vielen Berichten, Artikeln und Kommentaren [...] Trauer und Bestürzung einer allgemeinen Schuldzuweisung gegenüber [...] Islam- und Linkskritischen Kräften […]“

Das stimmt. Oben hat „Frank Furter“ zwar die Kernthese von Schneider „übersehen“, aber hier hat er Recht: Sein Artikel ist vom 24.07., zwei Tage nach den Anschlägen.

Leider haben Sie es nicht für notwendig gehalten [...] jene Berichte zu erwähnen [...] (die) im Zeitraum davor erschienen […], Trauer, Wut und Empörung […], Mitleid für die Opfer […] (und) bereits erste Selbstkritik enthielten. Auch in meinem Kommentar […]: Die islamkritische Szene täte indes gut daran, sich selber ebenfalls kritisch zu hinterfragen. Denn der Fall Anders Breivik ist ein mahnendes Exempel: er ist zu einem scheußlichen Abbild dessen geworden, was er mutmaßlich bekämpfen wollte.“

Doch, das hat der Herr Schneider gemacht, wie aus der obigen Zusammenfassung hervorgeht. Und schließlich hat er auch ganz genau davon gesprochen, was „Frank Furter“ hier persönlich vorexerziert, in seinem angeblich selbstkritischen Kommentar: Dass bereits in den Trauer- und Beileidsbekundungen im zweiten Nachsatz schon wieder der Islam als Vergleich zu Breivigs Tat herhalten muss – obwohl die Anschläge aus der eigenen ideologischen Ecke kommen und nicht aus der islamistischen. Solche Beileidsbekundungen sind in der Tat wenig glaubhaft. Und die vorangestellte Aussage, man solle „sich ebenfalls selbstkritisch hinterfragen“ ist noch keine Selbstkritik und dient bloß der Weichspülung des zweiten Satzes.

Frank Furter“ verspricht nun, auf Schneiders Frage einzugehen, wie die Ausgrenzung einer Religionsgemeinschaft denn nicht zu Gewalt führen soll und wie der ständig kritisierte angebliche Hass der Muslime auf die westliche Welt nicht in einen Gegenhass münden soll. Schneiders Frage nach den praktischen Konsequenzen dieser Art von Islam-„Kritik“* ist eine sehr berechtigte, oft gestellte, geradezu ein Klassiker in der Diskussion mit Islam-„Kritikern“, die sie gleichwohl stets offen lassen. Und genau in diese offen gelassene Frage, diese „Grauzone“ dringen dann Extremisten vor. Wir sind also gespannt, was „Frank Furter“ dazu einfällt…

Ich erspare es mir an dieser Stelle, Sie ausführlicher zurecht zu weisen, dass zumindest ich persönlich keine „Ausgrenzung einer Religionsgemeinschaft“ propagiere [...] Und [...] was ich von Ihrer Formulierung halte, dass es sich bei Islamkritik um „vorgebliche Kritik“ handele. Lassen wir es so stehen. Es hat der Anfeindungen genug gegeben.“

IS klar. Erst im letzten Absatz hat er den Massenmörder mit „dem Islam“ gleichgesetzt: „…(Breivik) ist zu einem scheußlichen Abbild dessen geworden, was er mutmaßlich bekämpfen wollte“, und das auch noch „Selbstkritik“ genannt – aber eine Religionsgemeinschaft ausgrenzen, nein, auf so eine Idee würde er niemals kommen. Außerdem hat es ja der Anfeindungen genug gegeben, so das er generös über diese ungeheuerliche Anschuldigung hinweg sieht.

Heute möchte ich [...] mit Ihnen […] kommunizieren. Nicht gegen Sie. Doch bevor ich mich Ihren beiden Aufforderungen stelle, erstens Selbstkritik zu üben und zweitens zu erklären, wie ich mir unsere Gesellschaft vorstelle, lassen Sie mich ein wenig ausholen [...]“

Das tut er, der „Furter“, der „Frank“. Gaaaaaaaaaaaanz weit holt er aus, sieben Din-A4 Seiten insgesamt, um dann auf der letzten Seite darauf zu kommen, wovon er denkt, der ermüdete Leser könnte es für den Punkt halten.

Möglicherweise glauben Sie, hier, am anderen Ende der Leitung, sitzt ein Hass-erfüllter ehemaliger Schützenkönig hohen Alters in einer Jagdhütte in der ostdeutschen Provinz [...] der vorm Schlafen gehen in der Bibel liest, oder in Hitler’s „Mein Kampf“ [...] So, oder so ähnlich, stellen Sie sich meine Wenigkeit vor, nicht wahr? Aber glauben Sie mir: Sie irren. Hier sitzt ein Mensch mittleren Alters, der sich selber noch zu Jugendzeiten als „Linker“ bezeichnet hätte, Rockmusik hörte, zerrissene Jeans trug, auf Partys ging und SPD wählte [...] Übrigens lange bevor ich überhaupt wusste, wer Thilo Sarrazin ist.“

Jetzt geht’s los. Und das ist die typische Demagogen-Masche: „Frank Furter“ geht nicht darauf ein, was der Herr Schneider tatsächlich gesagt bzw. gefragt hat (wie kann eine Religionsgemeinschaft ohne Gewalt und Hass diskriminiert werden?), sondern darauf, was Herr Schneider „möglicherweise glaubt“ oder „sich so oder so ähnlich vorstellt“. Und – Hand aufs Herz – Herr Schneider, vertrauen sie da ruhig dem Herrn „Frank Furter“, mit dem was er Ihnen unterstellt, dass Sie „möglicherweise so oder so ähnlich glauben“, da irren Sie sich. Mit ihrer Klischeevorstellung eines PI-lers, die Ihnen von eben jenem PI-ler in den Mund gelegt wird, liegen sie total falsch: „Frank Furter“ ist noch gar nicht so alt, hat in seiner Jugendzeit Rockmusik gehört, zerrissene Jeans getragen und LSD genommen SPD gewählt. Und das sogar noch bevor er seine Säulenheiligkeit Thilo Sarrazin Stylitis den I. überhaupt gekannt hat.

Und überhaupt, „Frank Furter“ hat

[...] Bekannte und Freunde aus aller Herren Länder. Auch aus moslemischen, ob Sie es glauben, oder nicht.“

Ausländer! Und es kommt noch viel schlimmer, denn „Frank Furter“ hat

[...] sogar selber einen Migrationshintergrund. Nein, Moment! Habe ich nicht. Denn meine Familie stammt nicht aus einem islamischen Land. Das meinen Sie doch, wenn Sie in den Medien über „Migrationshintergrund“ reden, oder?“

Nein. Zumindest aus den mir vorliegenden Informationen (der Artikel aus dem Tagesspiegel, auf den sich „Frank Furter“ angeblich bezieht) geht das nicht hervor. Da steht kein Sterbenswort von diesem ganzen Zeug, das „Frank Furter“ dem Journalisten Schneider in den Mund legt, um ihn dann der Falschaussage zu überführen. Und der PI-Autor hat eingangs betont, er wolle „…mit Ihnen zu kommunizieren. Nicht gegen Sie.“

Eigentlich sollte und wollte „Frank Furter“ doch nur zwei simple Fragen beantworten. Stattdessen bekommen wir jetzt seine Autobiographie zu hören:

Die überwiegend linke Lebenshaltung, die ich als Teenager an den Tag legte, bewahrte mich leider vor unangenehmen Erfahrungen mit moslemischen Einwanderern nicht. [...] Mir wurde ins Gesicht geschlagen und getreten, ich wurde angespuckt, ich wurde beschimpft, beleidigt und erniedrigt. Hass auf Moslems hatte ich deswegen trotzdem nicht. Ich war links, und ich blieb es auch, noch eine ganze Weile. […] Irgendwann begann ich, die linke Gesinnung [...] zu hinterfragen. Denn zu offensichtlich waren die Widersprüche zwischen dieser Geisteshaltung […] und den vielen gesellschaftlichen Problemen [...] Das war der Punkt, an dem ich etwas tat, was mir ebenjene Gesinnung zuvor verboten hatte: über gewisse Dinge nachzudenken, vorbehaltlos, logisch, sachlich, frei von den Scheuklappen einer politischen Ideologie. Und als am 11. September 2001 in New York die Zwillingstürme fielen, war der Damm gebrochen. Ich kaufte mir einen Koran und eine Sammlung Hadithe, ich suchte nach Quellen im Internet und ich ging der Frage nach, die analog zu Ihrem Artikel lauten könnte: Woher kommt der Hass?

Ich [...] war vor über zehn Jahren einmal mehrere Monate mit einer Türkin zusammen. [...] ihre Brüder hätten mich wohl erschlagen, wenn sie uns zusammen gesehen hätten. Das sind die Erfahrungen, die Menschen in der ach so friedlichen, ach so toleranten, ach so wundervollen multikulturellen Gesellschaft machen.

[…] vom Kleinen bis zum Großen, von deutschen Vororten bis Palästina, von den Schlägern, die mich als Jugendlicher [...] bedrohten bis zu Mohammed Atta und Osama Bin Laden [...]“

[…] wenn man sich den Tatsachen unvoreingenommen stellt […], (stellt man fest), dass es unter Moslems […] (die) höchst überproportional verbreitete Bereitschaft zu Gewalt und Kriminalität gibt. Als Thilo Sarrazin sein rotes Buch voller Zahlen und Statistiken heraus brachte, da war das […] (der) Beweis für die Lebenserfahrung vieler Menschen in diesem Land. Und vor allem: vieler junger Menschen. Apropos! Wie alt sind Sie eigentlich?“

Für mich ist das der Kern des Textes von „Frank Furter“. Dieser gibt zwar vor einen offenen Brief an des „Tagesspiegel“-Autoren Johannes Schneider zu schreiben und auf dessen Vorwürfe an die Neue Rechte einzugehen, dass deren Ideologie der Nährboden für den norwegischen Massenmörders gewesen sei. In Wirklichkeit jedoch errichtet „Frank Furter“ erst mal eine Nebelwand mit klischeehaften Aussagen, die er Schneider in den Mund legt und dann „eindrucksvoll“ widerlegt. In seiner „Autobiographie“ stellt er sich als jemanden dar, der ganz genauso wie seine „linken“ Opponenten gewesen sei, aber durch persönliche Erfahrungen und Selbststudium klüger geworden sei, deswegen wäre er heute Islam-„Kritiker“. „Frank Furter“ schreibt hier nämlich eigentlich einen Werbetext für Neuankömmlinge, welche die MSM-Berichterstattung auf PI News spült. Oberflächlich betrachtet mag die PI-Ideologie von schleichenden Islamisierung Europas unter dem Diktat der „Political Correctness“ mit den Alltagsbeobachtungen einiger Menschen in Übereinstimmung zu bringen sein. Etwa, wenn sich Vattchen oder Muttchen von arabisch- oder türkischstämmigen großtuerischen bis kleinkriminellen Jugendlichen in der Nachbarschaft bedroht fühlen. Solche Menschen adressiert „Frank Furter“, in dem er angebliche oder tatsächliche persönliche Erfahrungen beschreibt. Ganz normale Menschen mit wenig Abstraktionsvermögen, denen nicht unmittelbar klar ist, dass zwischen Alltagserlebnissen und weltpolitischen Entwicklungen noch ein paar andere Bedeutungsebenen liegen. Was haben denn türkischstämmige Schläger, der dir auf dem Schulhof ein paar aufs Maul gehauen haben mit Mohammed Atta und Osama Bin Laden zu tun, „Frank Furter“? Exakt genauso viel wie der Papst mit Adolf Hitler – sie gehören derselben Religionsgemeinschaft an. Genau in diesem konstruierten Schein-Zusammenhang, liegt dein Rechtspopulismus und dein Kulturrassismus. In dem du und deine Idole ständig ausschließlich dieses eine Merkmal in den Mittelpunkt eurer „unvoreingenommenen Betrachtung“ stellt, grenzt ihr Menschengruppen aus. Des großen Hobbystatistikers Sarrazins „rotes Buch voller Zahlen und Statistiken“ ist kein „Beweis“, sondern wissenschaftlich nicht haltbar, laut eines Wissenschaftler-Teams der HU Berlin, tendenziös und pauschal abwertend. Ihr tragt zu einer allgemeinen Stimmung von Vorurteilen und Diskriminierung bei, die sich auch in der Politik niederschlägt und Deutschland erst vor kurzem eine„Rüge“ des UN-Wirtschaft- und Sozialrats eingetragen hat. Und zum Schluss werft ihr ihnen vor, sie würden sich nicht integrieren wollen…

Nun folgt „Frank Furters“ „Selbstkritik“:

Erstens, wir müssen uns im Ton mäßigen! Die Zeit wirrer Schuldzuweisungen muss ein Ende haben! Es ist Zeit, die Islamkritik auf ein neues, wissenschaftlicheres und sachlicheres Niveau zu heben [...] Ich fordere die PI-Gemeinde auf, differenzierter und sachlicher zu argumentieren.“

Das klingt ganz so, als hätte sich die von PI und den Neuen Rechten vorgebrachte Islam-„Kritik“ nur ein wenig im Ton vergriffen und wäre nicht die Diskriminierung einer ganzen Religionsgemeinschaft, der Nährboden für Extremismus und den Terrorismus des Anders Behring Breivig.

Zweitens, es ist dringend notwendig, die Wut, die wir alle empfinden, da wir und unsere Meinung medial geächtet werden, zu mäßigen. Denn aus Wut kann Hass werden. Und trifft Hass auf einen kranken Geist [...] können die Folgen unabsehbar sein.“

Die Islam-„Kritiker“ müssen ihre Wut mäßigen, obwohl sie berechtigt ist, denn sie werden „medial geächtet“. Genauso gut könnte ein Schüler, der sich in seiner Mathematik-Klausur verrechnet hat über seine schlechte Note beschweren: Ich werde mathematisch geächtet! Und da es berechtigte Wut ist, die zum Hass führt – ist das ja eigentlich nicht die Schuld der Islam-„Kritiker“…

Drittens, wir müssen wachsamer sein, genau so, wie wir es von Moslemverbänden erwarten. Wir müssen selber das tun, was wir von anderen fordern: uns stets von Gewalt als Mittel distanzieren und jene, die nur den Gedanken an diesen Irrweg äußern, konsequent ächten [...]“

Man muss also selbst auch das tun, was man von anderen erwartet – das hätte ich jetzt nicht gedacht. Auch wenn aus den Reihen dieser „anderen“ gerade keine Terroranschläge mit 76 Todesopfern verübt worden sind.

Viertens […] nicht nur ständig kritisieren, wogegen wir sind, sondern […] zum Ausdruck bringen, wofür wir sind. In der Frage […] wofür wir streiten, unterscheiden wir uns von den extremistischen Spinnern im nationalsozialistischen Milieu [...]“

Wir sind gespannt, Herr „Frank Furter“, atemlos hängen wir an Ihren Lippen…

Tatsächlich gibt es schon innerhalb der PI-Gemeinde große Differenzen in dieser Frage. Manch einer mag eher der PRO-Bewegung zugewandt sein, manch einer hält es eher mit der Partei DIE FREIHEIT, manch einer ist parteilos und hat ganz andere Vorstellungen.“

Dafür das dies der entscheidende Punkt ist, in dem sich die Islam-„Kritiker“ von den Nazis abgrenzen, ist das eine erstaunlich beliebige Antwort. Ganz abgesehen davon, dass manch einem der Unterschied zwischen der Partei „Die Freiheit“ und Pro Köln eher marginal vorkommen mag und manch anderem zwischen letzterer und der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ ebenfalls… Aber „Frank Furter“ ist noch nicht fertig und beginnt einen elegien-haften Monolog, mit dem Titel „Ich wünsche mir“

Ich wünsche mir,

dass Deutschland ein freies, ein demokratisches, ein westlich-geprägtes Land bleibt, [...] wieder ein nationales Selbstbewusstsein […] (entwickelt),

dass Einwanderer den Stolz auf diese Nation teilen […],

dass diese deutsche Gesellschaft […] die Freiheit […] gegen alles und jeden verteidigt, der sie bedroht, […] dass die öffentliche Sicherheit wieder hergestellt […] Gewalttäter mit der notwendigen Härte bestraft werden,

dass zugewanderte Moslems sich […] integrieren und akzeptieren, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung die einzige […] Gesellschaftsordnung in diesem Land […] ist, und das alle Kräfte, die dem entgegen wirken, selbst jene, die sich hinter dem Gewand der Religion verstecken, konsequent verfolgt und wenn irgend möglich des Landes verwiesen werden,

dass der Einflussnahme durch ausländische Geldgeber […] (die) der Integration hier lebender Moslems entgegen wirken […] namentlich Organisationen wie der DITIB, der Muslimbruderschaft und diversen Nah-Östlichen Geldgebern, der Riegel vorgeschoben wird […],

dass Deutschland ein vielfältiges Land ist und bleibt, in dem Christen und Atheisten, Juden und Moslems, Linke und Rechte, gemeinsam teilhaben […],

dass die deutsche Gesellschaft einen Weg zurück findet zu einer Leistungsgesellschaft […],

dass der deutsche Staat seine Rolle als Dienstleister am Volke begreift, und nicht als Erziehungsberechtigter desselben auftritt,

unabhängigere Medien […], mehr Bürgerbeteiligung […],

aber auch Opferschutz vor Täterschutz, die konsequente Bestrafung und ggf. Ausweisung schwer straffälliger Gewaltverbrecher,

dass die deutsche Staatsbürgerschaft nicht inflationär vergeben wird […],

dass Deutschland Deutschland bleibt, mit einer eigenen Identität und einer eigenen Souveränität […].“

Teilweise finde ich, könnten Elemente der Elegie durchaus Eingang in die Weihnachtsrede des Bundespräsidenten finden – wenn da nicht auffällig oft, von „konsequenter Bestrafung“ „mit notwendiger Härte“, „Ausweisung schwer straffälliger Gewalttäter“ (auch wenn das Deutsche sind?) und „Moslems“ die Rede wäre.

Und nun frage ich Sie: bin ich deswegen ein Extremist?“

Nein. Nicht deswegen.

Und ich spiele den Ball an Sie zurück (und) […] frage ebenfalls: müssen nicht auch Sie, die Massenmedien, die vornehmlich linken Redaktionsstuben unseres Landes ihr Handeln und Wirken hinterfragen?“

Interessant. Anlass der Debatte sind zwei Terroranschläge in Norwegen mit 76 Todesopfern. Diese wurden von einer Person mit unklarer geistiger Verfassung, aber dem gleichen ideologischen Hintergrund wie dem unseres „Frank Furters“ verübt. U. a. spricht dieser in seinem 1.500-seitigen „Manifest“ auch von der linken Unterwanderung der Mainstreammedien (MSM). Und das soll Anlass für die „vornehmlich linken Redaktionsstuben“ der MSM sein, „ihr Handeln und Wirken (zu) hinterfragen?“ Und das steht in Ihrer „Selbstkritik“, Herr „Frank Furter“? Hat in Ihren Schädel vielleicht der Blitz eingeschlagen?

Ich reiche Ihnen die Hand. Denn Ihr Versäumnis ist es, uns alle über einen Kamm zu scheren. Ihr Versäumnis ist es, die Demokraten unter den Islamkritikern auszuschließen […], auf alle unliebsamen Meinungen mit der Nazikeule einzudreschen.

Und ich reiche auch den Moslems die Hand, namentlich den vielen Demokraten unter ihnen […] sie sollten sich selbstkritisch hinterfragen, in wie weit das Verhalten vieler ihrer Glaubensbrüder dem friedlichen Zusammenleben schadet. Vor allem aber müssen sie endlich begreifen, dass Islamkritik sich nicht gegen Menschen richtet […]“

Das ist eine „Selbst-“kritik, die sich wahrlich sehen lassen kann. Die Islam-„Kritiker“ waren hier ein bisschen zu laut, da ein bisschen zu harsch, haben sich hier etwas zu sehr aufgeregt – allerdings berechtigt – und zu sehr gesagt, wogegen sie sind, aber nicht wofür. Letzteres ist allerdings auch schwierig, die einen sind für „Die Freiheit“-Partei, die anderen für „Pro Köln“, wieder andere parteilos. Im Grunde war doch alles ein großes Missverständnis, weil die MSM die Islam- „Kritiker“ diskriminieren und ständig falsch verstehen. Die Terroranschläge eines islam-„kritischen“ Bruders im Geiste sollte daher Anlass sein für alle anderen, besonders die „linksdominierten“ MSM und die Muslime, ihre Versäumnisse einzusehen und sich selbstkritisch zu hinterfragen… Das schlägt ja sogar noch jede Selbstkritik von Guido Westerwelle.

Man fasst es nicht.

* Mit der Schreibweise möchte ich andeuten, dass ich das nicht als echte Religionskritik am Islam sehe. Selbstverständlich gibt es auch eine echte Islamkritik, von Muslimen selbst, Religionswissenschaftlern und Orientalisten, also von Leuten, die sich auskennen und nicht von neurechten Hetzern

Update: Die Antwort des Tagesspiegel-Redakteurs Johannes Schneider an „Frank Furter“: Wir stellen uns! Wir von den Mainstreammedien, jenem Kartell, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die islam-/islamismus-/migrations-/multikultikritische Szene zu diffamieren… Echt lesenswert!

Ein Anliegen, zum Wohle der Allgemeinheit

In der guten alten Zeit“ der deutschen Bloggosphäre, so um 2007-2008, war es eine verbreitete Auffassung in der deutschen nicht-neokonservativen Bloggosphäre, dass das Blog „Politically Incorrect (PI)“ und seine Epigonen als Phänomen der Bloggosphäre auch aus dieser heraus „bekämpft“ werden müssen. Das fand und finde ich auch. Leider gibt es, nach dem „Politisch Korrekt“ resp. „Politblogger“ dieses Thema fallen gelassen hat (und das mit einer Erklärung, mit einem ihm, wie ich finde, gerade in letzter Zeit zu eigen gewordenen Absolutheitsanspuch), zumindest meines Wissens, kein PI-„Watchblog“ oder PI-„Gegenblog“ mehr. Die mehr linksliberal orientierten Blogs sind zumeist viel kleinere „Ein-Personen-Blogs“, es gibt kein solches „Schwerkraftzentrum“ des Diskurses wie bei den NeoCons. Ein Gegengewicht können die linksliberalen Blogs also nicht bilden – wollen und sollten sie auch gar nicht. Das Meinungs- und Themenbild ist naturgemäß nun mal weit vielschichtiger, wenn es einem als Lebensinhalt nicht ausreicht, verbal auf einen bestimmten Kulturkreis einzuprügeln. Außerdem führt die permanente Beschäftigung mit PI zu Hirnschäden, das ist hinreichend bewiesen, insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Gegen- oder Watchblogs aufgegeben oder sich anderen Themen zugewandt haben. Dennoch ist das Thema PI zu wichtig, um völlig im Schatten liegen gelassen zu werden oder – noch schlimmer – es den Mainstream-Medien (MSM) zu überlassen, die diese „Sau“ ab und zu mal aus aktuellem Anlass „durchs Dorf jagen“, ohne tiefgründiger zu werden. Damit steigern sie letztlich nur die Bekanntheit PIs – und das ist auch genau deren Strategie.

Ich fordere dazu auf, PI aus allen Richtungen und Lebenslagen zu widersprechen. Ihre Ideologie, einen Kulturkreis für sämtliches Übel der Welt verantwortlich zu machen, war falsch, ist falsch und bleibt falsch. Das eine oder andere Wort bzw. Artikel kann fast jedes Blog mal darüber verlieren – und sei es auch noch so klein und unbedeutend. Nova Express jedenfalls, ein seit fast zwei Jahren im künstlichen Koma liegendes Blog, wird in das in den nächsten Tagen und Wochen tun.

Vom Kampf gegen „Political Correctness“ und „Islamisierung Europas“ zum Terror von Oslo und Utøya Teil 3/3

Das abstoßendste Beispiel des Umgangs mit dem Terroranschlag von Norwegen liefert „kewil“ ab, ein PI-Autor, der locker die Kriterien des Drobinski’schen Internet-Hasspredigers erfüllt. Unter der Überschrift: „Utoya: Jugendliche dachten an Pali-Theater“ [pi-news.net/2011/07/utoya-jugendliche-dachten-an-pali-theater/#more-202340] schreibt er, Journalist Uli Sahm habe herausgefunden, kurz vor dem Massaker Breiviks hätte der norwegische Außenminister das Jugendcamp der Arbeitspartei besucht, anlässlich einer Veranstaltung zur „Anerkennung des Staates Palästina“ (?). Mehrere Überlebende des Massakers hätten später berichtet, sie hielten Auftreten und Schießerei des als Polizist gekleideten Anders Breivik zuerst irrtümlich für ein Schauspiel zur Demonstration israelischer Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten gehalten und seien zu ihm hin gelaufen.

Laut offizieller Darstellung hat sich Breivik als Polizist ausgegeben und die Jugendlichen auf der Insel unter dem Vorwand zusammengerufen, die Sicherheitsbestimmungen des Camps überprüfen zu wollen. Ohne es direkt zu sagen, diskreditiert „kewil“ hier die Opfer – Mitglieder der Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei – als tendenziell antisemitisch (was immer dieser Begriff heutzutage noch bedeuten soll) und geht damit in eine ähnliche Richtung wie der US-amerikanische Hassprediger Glenn Beck, der die Jugendlichen im Camp mit der „Hitlerjugend“ gleichgesetzt hatte.

Etwa die Hälfte der Kommentatoren des Artikels geht auf „kewils“ Vorstoß ein:

#3 SpiritOfAFreeWorld (25. Jul 2011 10:17)

ich will nicht zynisch klingen, gerade weil nicht weil die pal. diese erlebnisse haben, sondern die israelis. man denke da an das massaker an jugendlichen in tel aviv in einer disco als joschka fischer als aussenminister zu besuch war. dieses faktenverdrehen und gehirnwäsche hat wahrscheinlich vielen jugendlichen das leben gekostet, weil sie die situation falsch bewertet haben.
nun könnte man meinen, wenn man gottgläubig wäre und an strafende engel denkt, das der herrgott hier … aber ich will nicht zynisch klingen.

 #5 sasha (25. Jul 2011 10:17)

Der beste Beweis: sozialismus verdummt den Menschen. Traurig dass sich die Opfer im Nachhinein als Judenhasser herausstellen.

#11 Mirko (25. Jul 2011 10:26)

da scheint ja der blond-blauäugige selbsternannte kreuzritter über erstaunliches insiderwissen verfügt zu haben.
noch dazu die absolut perfekte logistik des ganzen, die quasi minutiös geplante chronologie und die erstaunlich schnelle präsentation von fakten und vermeintlichen hintergründen in den medien.
schockierend und durch nichts zu erklären oder gar zu entschuldigen ist dieser barbarische akt in keinster weise.
ich allerdings bezweifle die offizielle darstellung, es sei die tat eines debilen einzeltäters gewesen.
stellt man sich die frage, wem das ganze letztendlich nützt, dann ahnt man da ganz anderes.
nun schaue man zu, wie schnell ab sofort meinungsfreiheit und bürgerrechte in europa abgeschafft werden, der endgültige vorwand dazu ist ja nun (endlich?) gegeben worden…

#21 Markus Oliver (25. Jul 2011 10:39)

Mehrere jugendliche Überlebende des Massakers berichteten, dass sie die Schießerei des als Polizist verkleideten Mörders zunächst für eine Simulierung israelischer Verbrechen an Palästinensern in den besetzten Gebieten hielten. Sie glaubten, dass ihnen so die “Gräuel der israelischen Besatzung” vor Augen geführt werden sollten.

Meine außerordentlich gute Erziehung verbietet es mir jetzt meinen Gefühlen nachzugeben und schallend loszulachen.

#27 Teiwaz (25. Jul 2011 10:47)

Es werden in der Presse vermehrt Opfer präsentiert, die einen eindeutig muslimischen Migrationshintergrund haben. Zum Beispiel der Norweger Hussein Kazimi: http://www.bild.de/news/ausland/norwegen-massaker/opfer-vier-kugeln-arme-beine-19038402.bild.html

#195 Onkel Pelle (25. Jul 2011 17:37)

DAS ist der absolute Knaller.
Das niedliche Sommercamp als anti-israelische Kaderschmiede für die Jugend.
Und das auch noch in der Partei des norwegischen Premierministers.
Einer Partei, die ehemals der “Kommunistischen Internationalen” angehörte und heute der “Sozialistischen Internationalen” angehört.

Dieser Breivik mag zwar ein skrupelloses Schwein sein, aber er hat verdammt nochmal den Überblick und erkennt die Zusammenhänge.

Von Venezuela, über Deutschland bis Norwegen, überall die selbe Anti-Israelische Hetze mit gleichzeitigem Schulterschluß zur antijüdischen Haltung des Islam.

Vier oder fünf Kommentatoren lehnen „kewils“ Vorstoß ab.

#124 Radikaler Demokrat (25. Jul 2011 13:24)

Ich schließe mich Stresemann an. Den Artikel halte ich aufgrund seines Inhalts und vor allem aufgrund seines Zeitpunkts nicht für sinnvoll. Weiterhin kann ich dieses ganze Verschwörungsgerede nicht mehr lesen, dabei ist der Anschlag erst ein paar Tage her.

Fakt ist:

Viele von uns sind geschockt, dass ein AMnn zu einer solchen Barbarei fähig war und fast 100 Menschen getötet hat.

Es ist jedoch völlig verfehlt, jetzt diese Tat irgendwie zu relativieren oder gar zu “erklären”. So viel Verstand traue ich uns noch zu.

Deswegen ist es absolut falsch, ausgerechnet JETZT einen Artikel darüber zu bringen, was ion dem Jugendlager auf Utoya eigentlich gelehrt wurde. “Der hat viele #Menschen erschossen – Das ist schlecht – ABER die haben auch ganz viele böse Sachen gemacht!!”

Leute, merkt ihr nicht, dass ihr damit 2 Schritte davon entfernt seid, die Tat zu rechtfertigen?? Sowas ist absolut diskussionsunwürdig! Keine politischen Ziele rechtfertigen den gezielten Angriff auf Kinder und Jugendliche – NIEMALS! – Egal, was dort gelehrt wird.

Weiterhin sollten vielleicht mal die ganzen Spekulationen unterlassen werden. “Wie konnte 1 Mann 90 Menschen erschießen?” “Da waren mehrere am Werk”, “Das waren die Freimaurer”, “Alles insziniert vom Geheimdienst”

Wenn ihr die Figuren dieser Trägödie einmal austauscht, werdet ihr bemerken, dass sich diese Argumentation genauso anhört, wie die ausden reihen der Muslime, wenn sich ein Moslem in die Luft gesprengt hätte. Die behaupten auch gerne, dass Anschläge von Israel oder der CIA nur insziniert worden wären.

Alles, was wir jetzt tun sollten ist, den Ball ruhig zu halten und unser (ehrliches) Beileid den Norwegern auszudrücken, welche ihre Angehörigen verloren haben. Das gebietet uns der Anstand und der gegenseitige Respekt.

Das restliche Drittel des Kommentare hat entweder nichts mit dem Thema zu tun oder ist völlig wirres Gerede (ich glaube tatsächlich, dass ein signifikanter Teil der PI-Leserschaft gestört ist – oder Leute, die keinen geraden Satz herausbringen).

Insgesamt glaube ich nicht, dass die „politisch inkorrekte“ und islam-„kritische“ Bewegung in Deutschland sich groß ändern wird. Ihre politische Ideologie ist insgesamt zu krude und steht auf zu tönernen „Fakten“-Säulen, als dass sie sich wandeln, „öffnen“ oder neu ausrichten könnte. Allerdings ist es leicht, sich die PI-„Artikel“ (meist drei einleitende Zeilen, dann ein ellenlanges „Zitat“ aus der eben noch beschimpften und verachteten „Mainstream-Presse“ sowie drei abschließende Zeilen) anzusehen und dann bei Popcorn und Bier die unfreiwillig unterhaltsamen Kommentare zu lesen. Im Extremfall kann die ständige Hetze sich eben doch zu einer mörderischen Melasse verdichten. Und wem ist nicht schon einmal das Lachen im Hals stecken geblieben, bei der Lektüre eine besonders hasserfüllten PI-Kommentars.

PI scheint sich auf die Position zurückgezogen zu haben, dass der Überbringer der schlechten Botschaft verurteilt würde, nicht die Botschaft (der vom Westen hassenden, die Welt erobernden wollenden 1,3 Mrd. Muslime). Wenn ein anderer Überbringer derselben, sowieso schon suspekten, Botschaft zu diesem Zweck gerade 76 Menschen ermordet hat, ist es da nicht normal, misstrauisch zu sein?

BTW: Gibt es eigentlich keine PI-Watchblogs mehr?

Vom Kampf gegen „Political Correctness“ und „Islamisierung Europas“ zum Terror von Oslo und Utøya Teil 2/3

Wie Massenmörder ihre Taten begehen konnten, in der Überzeugung, Gutes zu tun, ist eine ausgezeichnete und oft gestellte Frage nach den äußeren Umständen, den Rahmenbedingungen von Täter und Tat. Eine Beschränkung auf die evt. gestörte Persönlichkeit des Anders Breivig griffe nämlich viel, viel zu kurz. Es ist auch schon fast die einzige gute Frage aus Drobinskis Artikel, der immer noch vom Standesdünkel der Zeitung gegenüber diesem seltsamen „neuen“ Internet durchdrungen ist. Anders Behring Breiviks „Manifest“, schreibt er, ist auch nicht kruder und aggressiver als islamfeindliche Internetseiten. „Über Jahre hat der Mann aus Norwegen dort mitgeredet [...] viele hundert Seiten (seines Manifests) [...] sind geklaut, kopiert von anderen Autoren der anti-islamischen, nationalen, sich als Kreuzritter fühlenden Bloggerszene.“ Das stimmt, s. o. Aber warum ist die Entwicklung vom „virtuellen Kampf im [...] Netz zum echten Terror [...] das beunruhigend Moderne, das sich im Massaker von Utøya offenbart“? Das praktizieren islamistische Terrornetzwerke doch schon seit mindesten 10 Jahren? Für Drobinski ist das Internet ein weltweiter Stammtisch. Nur, am echten Stammtisch, da „…hat dann doch jemand dem heißesten der Sporne die Hand schwer auf die Schulter gelegt und gesagt: Junge, lass gut sein.“ Im Internet fehle das, erklärt er. „Dort verschwimmen die Realitätsebenen, verschwindet der Einzelne, von dem niemand weiß, ob er nur redet oder schon Bomben baut. […] Es hat ihn niemand gestoppt, weil es niemanden gab, der ihn stoppen konnte. […] Deshalb muss man den Hasspredigern dort, im Internet, entgegentreten.“ Das Internet, ein unheimlicher Ort, geradezu die personifizierte dunkle Seite der Macht, zumindest für das deutsche Feuilleton. Das sind „Schuldzuweisungen“ an ein Medium – bei Zeitungsartikeln oder Büchern beschuldigt auch niemand das Papier oder die Druckerpresse für die Artikel und Bücher von Broder, Sarrazin, Ulfkotte, die sich mit Themen beschäftigen, wie:

Zuwanderer aus islamischen Ländern holten jedes Jahr 25 Milliarden Euro aus den Sozialsystemen heraus.“ (Ulfkotte: „Vorsicht Bürgerkrieg!“)

1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen.“ (Broder: „Hurra, wir kapitulieren!“)

Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. [...] Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert [...]“ (Sarrazins laut eigener Aussage „nicht gelungene“ Formulierung im „Lettre International“)

Insbesondere diese drei Autoren, die für „Bild“, „Welt“, „Spiegel“, FAZ oder „Focus“ schreiben oder schrieben bzw. durch sämtliche Talkshows tingelten, werden auf „pi-news“ rezitiert und hochgejubelt, nicht anonyme „Hassprediger aus dem Internet“. Sie sind die Idole der Bewegung, nicht weil sie „politisch inkorrekt“ wären, sondern eben gerade weil sie aus der „Mitte der Gesellschaft“ kommen und „…eine Scharnierfunktion erfüllen zwischen den größtenteils grotesk anmutenden Vorurteilen und Halbwahrheiten auf PI und dem Mainstream…“ (Mirzaie 10)

Wie reagiert die „Politically Incorrect“ (PI)-Gemeinde nun eigentlich auf den ersten Terroranschlag aus „ihren“ geistigen Reihen? Im ersten Schock der Ereignisse (man war erst davon ausgegangen, dass es sich um einen Anschlag islamistischer Terroristen handele) fielen erstaunlich selbstkritische Sätze, die zu Besonnenheit und Differenzierung mahnten:

Die islamkritische Szene täte indes gut daran, sich selber ebenfalls kritisch zu hinterfragen. Denn der Fall Anders Breivik ist ein mahnendes Exempel: er ist zu einem scheußlichen Abbild dessen geworden, was er mutmaßlich bekämpfen wollte. [...] Er hat der Welt auf bestialische Weise vorgeführt, dass Terrorismus kein Monopol des Islamismus ist, sondern die fatale Konsequenz einer weltbildlichen, moralischen und geistigen Verirrung, die grundsätzlich jeden befallen kann: Rechte wie Linke, Moslems wie Christen.“

pi-news.net/2011/07/der-groste-feind-der-islamkritik/#more-202269

Habt ihr’s gemerkt? Er hat IslamISMUS gesagt! Er hat gegen den ersten islam-„kritischen“ Glaubensgrundsatz verstoßen, nachdem die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus feinsinnig (Broder) ist.

Inzwischen überwiegt jedoch die Trauer. Die Trauer über den Schaden, den der Massenmörder Anders Behring Breivik der ISLAMKRITIK angetan hat.

Selten war unser Rechtsstaat so in Gefahr wie gerade jetzt. So, wie in den 70er Jahren die Gräueltaten des narzisstischen Kriminellen Baader, [...] dazu instrumentalisiert wurden, die Linke insgesamt zu denunzieren, wird heute der Spieß umgedreht, und die Gräueltaten des narzisstischen Kriminellen Breivik, der in Wahrheit weitgehend unpolitisch ist und nationalkonservative Parolen ebenfalls nur als Vorwand für Gewalt und obszöne Selbstdarstellung nutzt, werden dazu instrumentalisiert, die politische Rechte insgesamt zu denunzieren.“

pi-news.net/2011/07/jagt-gdp-bald-gedankenverbrecher/#more-202585

Bemerkenswert, wie der PI-Autor die Debatte um Linke und RAF vor seinen Karren zu spannen versucht. Und im übrigen stehen der RAF-Terrorist A. Baader und jemand, der kaltblütig beinahe 80 Jugendliche ermordet, noch lange nicht auf einer Stufe. Um sich von diesem Dreck zu reinzuwaschen, sind Linke dann plötzlich gut genug, die in anderen PI-Artikeln schon mal pauschal mit den Nationalsozialisten gleichgesetzt werden.

Dass das perverse und grausame Verbrechen eines durchgeknallten Perverslings in Norwegen von interessierten islamophilen Dressureliten zur Diffamierung von legitimer Islamkritik, speziell der Kritik an Menschenrechtsverletzungen weltweit unter islamischen Vorzeichen, missbraucht wird und somit den Blogwarten der Scharia einen willkommenen Anlass bietet, fundierte Islamkritik als solche aus dem öffentlichen Diskurs zu verbannen – notfalls mit Verbotsandrohung – war abzusehen.“

pi-news.net/2011/07/im-kreuzfeuer-der-kritik/#more-202611

Wie sollten auch die perversen Taten eines Perveslings anders als… pervers sein. Dass sie Menschenrechtsverletzungen „des Islam“ kritisieren ist ein oft gehörtes und gerne vorgebrachtes Gegenargument der PI-ler. Man generiert sich als „Menschenrechtler“, um so den Opponenten als Gegner von Menschenrechten zu diskreditieren. Das müssen sie sich bei Scientology abgeguckt haben. Das zieht natürlich nicht, denn dem PI-ler geht es ja per definitionem um die „muslimische Unterwanderung Europas“ und nicht um die Verhältnisse in islamisch geprägten Ländern (auch wären hier staatliche Exekutiven die Menschenrechtsverletzer und nicht die Religion).

Das Blatt (die „Welt“) lässt nach Broder nun einen weiteren Fachmann zu Wort kommen, der sich auf tatsächliche Expertise stützen kann, und dem gefährlichen Unsinn von den “Worten, die zu Waffen werden” aus fachlicher Qualifikation deutlich widerspricht. [...] Wenn ausgerechnet diese Regierenden und ihnen nahestehende Politiker und Journalisten das Unglück der Opfer jetzt missbrauchen wollen, um sich einen Verbotsvorteil im ungeliebten Diskurs um den Islam zu verschaffen – was an Argumenten fehlt, soll das Gesetz übernehmen – ist das nicht nur niederträchtig, sondern auch gefährlich und verantwortungslos.“

pi-news.net/2011/07/psychiater-islamkritik-ist-kein-tatmotiv/#more-202621

Sehr offensichtlich sind Islam-„Kritik“, Kampf gegen „Kulturmarxismus“ bzw. „Political Correctness“ und „Multikulti-Verräter“ bzw. „Gutmenschen“ sehr wohl das Tatmotiv des Anders Breivik – laut eigener, 1.500 Seiten langer Aussage. Da nützt es auch nichts, einen weiteren Fachmann wie Broder (für was ist der eigentlich „Fachmann“?), nämlich den schweizer Psychiater Josef Ludin ihm im Nachhinein die Zurechnungsfähigkeit absprechen zu lassen – dies hätte im übrigen strafmildernde Konsequenzen.

Vom Kampf gegen „Political Correctness“ und „Islamisierung Europas“ zum Terror von Oslo und Utøya Teil 1/3

Wie viele andere Leute auch haben mich der Bombenanschlag in Oslo und der Massenmord auf der Insel Utøya vom vergangenen Freitag zutiefst verstört. Der Bombenanschlag noch nicht so sehr, um ehrlich zu sein, aber das jemand in ein Jugendcamp eindringt und kalt und systematisch fast 80 Jugendliche ermordet… Alles was in den letzten Tagen über die Hintergründe des Mörders Anders Behring Breivik bekannt wurde, sein Youtube-Video, sein „Manifest“, das machte es schlimmer, viel schlimmer, und auf eine abstoßende Weise auch faszinierend. V. a. weil es zumindest mir so unheimlich bekannt vorkommt.

Die sogen. deutsche islam-„kritische“ Szene im Internet, die Teil der Neokonservativen oder auch „Neuen Rechten“ ist, und ihre „Speerspitze“, das Blog „politicallyincorrect.myblog.de“ bzw. „politicallyincorrect.de“ bzw. „pi-news.net“ beobachte ich schon seit 5 Jahren. Sporadisch, belustigt, sicher oft auch überheblich, sehr oft aber auch schockiert. Belustigt z. B. wegen des hemmungslosen Größenwahns des kleinen Mannes, der dort grassiert. Das Prinzip ist folgendes: Die Welt verändert sich immer schneller und ist kompliziert. Vieles was um mich herum passiert und was mich u. U. direkt betrifft, verstehe ich einfach nicht mehr. Aber da ist eine Internet-Gemeinde, dich mich mit offenen Armen aufnimmt, ich muss nur anfangen, an ihre identitätsstiftende Verschwörungstheorie zu glauben, die in etwa so geht: Der Mainstream aus Politik und Medien, ist „links-grün“ verseucht und hat sich, um das deutsche Volk langsam zu beseitigen, mit den Regierungen arabischer und islamischer Staaten verschworen und erlaubt diesen, ihre Unterschichten in unsere Sozialsysteme einwandern zu lassen. Man nennt das auch „Mittelmeerunion“ oder „Eurabien“. Da diese Einwanderer mehr Kinder kriegen als Deutsche, man nennt das auch „Geburtenjihad“, würden diese das deutsche Volk langsam durch Ausdünnung abschaffen. In 20, 30 oder 50 Jahren ist der Deutsche eine Minderheit im eigenen Land, der von der herrschenden islamischen Schicht nur noch als Bürger 2. Klasse behandelt wird, man nennt das auch „Dhimmi“. Das mag sich absurd anhören, ist aber eine feststehende Tatsache, die allerdings aufgrund der „Political Correctness“, der Ideologie des „linksgrünen“ Mainstreams, so nicht ausgesprochen werden darf. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass dieses Szenario für das gesamte „linksgrün“ verseuchte Europa gilt. Habe ich diese VT akzeptiert, dann verstehe ich alles, und gehöre zu einer aufklärerischen Bewegungen, die dem verdummten deutschen Michel die Welt erklären kann. Gegenargumente gibt’s auch keine, denn die sind alle erstunken und erlogen, entweder wegen der „Political Correctness“ des „linksgrünen“ Mainstreams oder der „Taqiyya“ (aus Gründen des Überlebens religiös erlaubten Lüge) der Islamiker.

So weit, so lustig. War es bisher. Seit letzten Freitag ist es gar nicht mehr lustig. Denn beinahe dieselben Versatzstücke einer neokonservativen Ideologie, stellenweise sogar wortwörtlich, finden sich in dem 1518-seitigen Manifest des Osloer Massenmörders Anders Behring Breivik. Vielleicht war es auch nie so lustig: Wir dürfen nicht übersehen, dass in der beschriebenen VT einer Religionsgruppe von 1,3 Mrd. Menschen unterstellt wird, das sie alle, vom schulschwänzenden Hauptschüler in Berlin-Wedding bis zum greisen Oberhaupt eines Familienclans im Oman nur ein einziges Motiv unterstellt wird: Die Vernichtung der europäischen Kultur. Und ja, das hat Züge des antisemitischen Machwerks „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Und seit letzten Freitag wissen wir, dass, wenn Leute sich in diese islam-„kritische“ Parallelwelt begeben, und die Realität nur noch durch diesen Filter betrachten, sie sich vom Größenwahn in einen totalen Wahn hinein steigern können. Denn die simple Eurabia-Verschwörungstheorie steht nur am Anfang einer politischen Ideologie, die alles umetikettiert: Sie nennen es Widerstand gegen die vom „linksgrünen“ Mainstream forcierte „Multikultur“, welche der Untergang Deutschlands und Europas sei, aber de facto bedeutet es bedeutet Ausgrenzung alles „Undeutschen“ oder „Uneuropäischen“, ethnische Trennung und Säuberung. Sie nennen alle anderen Haltungen und Meinungen aus ihrer eigenen „Gutmenschentum“, „Dhimmitude“, „Political Correctness“ oder „Taqiyya“ und definieren es als krankhaften Wahn, ihre Wahrheit nicht einsehen zu wollen. Sicher wird nicht jeder Islam-„Kritiker“ seiner Ideologie bis in den letzten Winkel seiner Seele hinein getreu folgen, aber wenn man es tut, dann landet man bei einer totalen Umkehrung des Wertesystems: Hass (auf das andere) ist Liebe (zum eigenen Land), Schwarz ist Weiss und Gut ist Böse. Und hier ist die Antwort zu suchen auf die Frage, die Matthias Drobinski gestern in der SZ stellte: Warum tötet einer unschuldige Menschen, im festen Glauben, Gutes zu tun?

Der Saar-tan Lafontaine

Als ich ein kleiner Junge war, betrachtete ich Journalisten als Helden. Ja, eines Tages wollte ich selbst einer von ihnen sein. Ich sah sie als Intellektuelle in leicht abgeschabten Tweed-Anzügen, die kettenrauchend an ihrem Schreibtisch saßen und die Wahrheit in ihre kleinen schwarzen Schreibmaschinen hämmerten, die sich von nichts und niemandem aufhalten liessen in ihrem sisyphos-haften Kampf für das Gute und Gerechte in dieser Welt. Dabei lebten sie gefährlich, schufen sie sich doch mit Diktatoren, Geheimdiensten, Politikern, Konzernbossen, der Mafia und anderen Verbrechern mächtige Feinde. Das alles taten sie im Auftrag der Öffentlichkeit, der vierten Instanz im Staate, die, einmal aufgeklärt über die dunklen Machenschaften im Hintergrund, dafür sorgte, dass diese Verbrecher auf dem Müllhaufen der Geschichte landeten… Und der unbesungene Held, der Journalist, lächelte leicht, zündete sich eine neue Pfeife an und wandte sich dem nächsten Thema zu. Aber die Heldenverehrung eines kleinen Jungen zerbrach, wie so viele andere kindliche Illusionen auch. War ich noch als 12-,13-jähriger begeisterter SPIEGEL-Leser, der angeblich MEHR wusste, so änderte sich das, unmittelbar als ich lernte, im Kontext zu lesen. Und plötzlich war das schwarze gedruckte Wort auf weissem Hintergrund, an dass ich so unverbrüchlich geglaubt hatte, (fast) nichts mehr wert. Im SPIEGEL standen Dinge über „uns“ undankbare Ossis, die ich so nicht bestätigen konnte. Beinahe alle Zeitungen, quer durch die Bank, redeten Mitte der 1990er Jahre einen neoliberalen Markttotalitarismus herbei, in dem Gier, Profitsucht und Egoismus – die niedrigsten Instinkte – plötzlich zu den edelsten menschlichen Werten erklärt wurden. „Sozialismus funktioniert nicht“, „das Ende der Geschichte“ sei erreicht, es gäbe nur noch ein überlebendes System, dass sich quasi-evolutionär durchgesetzt habe – und dem man sich jetzt bedingunslos unterordnen müsse, so tönte es damals. In der Rückbetrachtung könnte man angesichts der  gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise jetzt mit einem simplen Schulterzucken erwidern: „Kapitalismus wohl auch nicht. Zumindest nicht so. Und zumindest nicht nur. Vielleicht ist es Zeit für etwas Neues?“

In der deutschen politischen Landschaft wird letztere Position wohl am ehesten von der Linken und ihrer „Galionsfigur“ Oskar Lafontaine vertreten. Doch das darf nicht sein,im Wahlkampfjahr, so scheint es. Denken verboten, Hinterfragen verboten und gar die Systemfrage zu stellen in unseren Tagen, das… das ist infam. Und das muss mit allen Mitteln verhindert werden. Deshalb dominiert seit Monaten in seltener Einhelligkeit von der „linksliberalen“ FR und „Zeit“ über das ZDF bis in Springers „Welt“ die Darstellung von Lafontaine und „der Linken“ als wirre Spinner, Populisten, aggressive Demokratiefeinde, Linksnazis. Die Saarbrücker Online Zeitung über das „ZDF-Sommerinterview“ mit Lafontaine:

Einen wirkungsvollen Auftakt bildete das ZDF-Interview mit dem Leiter des Hauptstadtbüros Berlin, Peter Frey am 12. Juli 09 in Saarbrücken. Dieser machte es praktisch unmöglich, sich von den Argumenten der Linken ein Bild zu machen, indem er unablässig die Person seines Gesprächspartners angriff. Der ZDF-Interviewer sprach anschliessend von Lafontaine als “dünnhäutig”, “verunsichert” , aus der “Fassung” geraten, als einem Mann der “kaum ruhig stehen kann”. Ähnlich fielen z.B. Organe der WAZ-Gruppe nach dem ZDF-Sommerinterview über Lafontaine her: er ist “umstritten”, “angefressen”, er “giftet”, “meckert” mit “gefrorenem Lächeln”, er “poltert”, er “mault”, ist “immer aufgeregter” und er ist “erkennbar angeschlagen”.

Die „Süddeutsche Zeitung“ unter der Überschrift „Gift und Galle“ (die Lafontaine spucke, natürlich) über dasselbe Interview:

Dem Linken-Chef bereitete es sichtlichen Verdruss, mit welcher Hartnäckigkeit Frey auf seinem Rücktritt als Bundesfinanzminister im Jahr 1999 herumritt. „Wenn es brenzlig wird, wirft er hin“, laute ein gängiges Urteil über ihn, hielt Frey Lafontaine vor. Man solle doch „nicht so dämlich von hinschmeißen reden“, regte sich der sich auf. Mehrfach raunzte Lafontaine den Interviewer an: „Unterbrechen Sie mich nicht ständig“ und bügelte Fragen rüde ab: „Sie wissen doch, dass das ein Witz ist.“ [...] Als Lafontaine, dem das Rechthaben schon immer sehr wichtig war, davon sprach, dass es inzwischen auch „anständige Journalisten“ gebe, die ihm attestierten, richtig gelegen zu haben [...]

Die „Frankfurter Runschau“ schreibt über die ZDF-Wahlkampfsendung „Illner Intensiv“ unter dem Titel „Surreale Verschwörungstheorien“ (Lafontaines, selbstverständlich):

Auch Einspielfilmchen gehören zu „Illner Intim“ (oder so). Da tanzen Marx, Lenin, DDR-Funktionäre und Linke-Personal als Zombies zu Michael Jacksons „Thriller“ über die Gräber. Da werden Linke-Forderungen vor rosa Hintergrund als Seifenblasen auf den Schirm gepustet. [...]

Und der [Lafontaine] holt zur ganz großen Verschwörungstheorie aus: Die Medien in Deutschland, sagt er ungestört in einem deutschen Medium, seien ja in den Händen von zehn reichen Familien, und in deren Interesse liege es nun mal, die Linke klein zu halten. Jetzt muss er nur noch von jüdischen Familien reden, dann darf er bei der NPD eintreten, die redet genauso.

Damit hat der Saarkasper denn auch das Mitleid verspielt, das angesichts der ZDF-Inszenierung aufkommen könnte. Denn mit ein paar Höhenmetern Abstand, schon von der alleruntersten Metabene, sieht „Illner intrigant“ ganz, ganz hässlich aus. Zombie-Filme, DDR-Gesichter, wertend inszenierte Umfragen [...]

Der saarländische Napoleon-Imitator in seiner grenzenlosen Gier nach Aufmerksamkeit quält sich sogar noch ein falsches Lachen ab [...] Nicht, dass wir bei dem Herrn ein Rückgrat vermutet hätten – aber jeden Blödsinn muss man nicht mitmachen, selbst um der Sache willen nicht, falls die bei dem Herrn noch eine Rolle spielt.

Die „Welt“ (na gut, „die Welt“…) hat Lafontaine gar gleich als Verfassungsfeind entlarvt und berichtet über dieselbe „Illner Intensiv“-Sendung unter der Überschrift „Lafontaine stellt bei Illner die Demokratie in Frage“:

Irgendwie war „Illner Intensiv“ nur noch die Ein-Mann-Show des Oskar Lafontaine. Selbst wenn er gar nicht gefragt war, antwortete der Partei-Chef der Linken auf das Fragen-Bombardement der Moderatorin Maybrit Illner. Er stellte dabei aber nicht nur die Existenz der demokratischen Ordnung in Deutschland in Frage, sondern vor allem die Regierungsfähigkeit seiner Partei.

Angesichts der sinkenden Umfragewerte scheint die Linkspartei am Ende der Wirtschaftskrise in eine Parteikrise zu taumeln [...]

Lafontaine dagegen spricht lieber davon, dass das Programm, das unter anderem ein staatliches Ausgabenpaket von 300 Milliarden Euro pro Jahr vorsieht, kompromisslos ist. „Ein Parteiprogramm orientiert sich nicht an Kompromissen, sondern stellt die Positionen der Partei dar“, sagte er. Das klingt zwar ein bisschen besser, sagt aber auch nur, dass sich die Linken mit ihrem Programm selbst nicht als regierungsfähig betrachten.

Bei Linkspartei geht es mittlerweile offenbar nur noch um Protest pur. Sie präsentieren sich fast wie tanzende Partei-Zombies, wie die Illner-Redaktion in einem Einspieler zeigte, der mit der Musik von Michael Jacksons Thriller untermalt war. [...]

Ist es wirklich eine „surreale Verschwörungstheorie“ Oskar Lafontaines, dass die Mainstream-Medien offenbar kein großes Interesse an einer objektiven Berichterstattung über seine Person und „die Linke“ hätten? Es ist m. E. deutlich, dass sich viele Medien in einem „Klassenkampf“ um die gescheiterte neoliberale Ideologie sehen, die sie vor wenigen Jahren noch im Brustton der Überzeugung heraustrompeteten, womit nicht zuletzt sie auch eine Mitverantwortung an der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise tragen.

Guter Rassismus, böser Rassismus

„Ich kenne es aus Berlin so, dass Kultur meistens von Zuzüglern herein gebracht wird, während der Urberliner ein ziemlicher Schmutzfink ist. Neulich brachte das mal ein Imam am Kottbusser Tor auf den Punkt, als er sagte, die Berliner stinken. Aber da war was los, sag ich euch“

schrieb user „mahabba“ im Forum von „politischkorrekt“ resp. „politblogger“. Und fast niemand störte sich an einer solchen Äußerung. Mich regt das auf, denn auch das ist Rassismus (ausserdem bin ich, rein zufällig, ein Ur-Berliner). Man stelle sich vor, da hätte statt „Berliner“ „Türken“, „Araber“ oder „Migranten“ gestanden – „mahabba“ wäre auf der Stelle verwarnt oder gesperrt worden. Die zitierte Äußerung des Imams vom Kottbusser Tor ist hier dokumentiert. Der „Gelehrte“ hatte Ende 2004 in seinen Predigten geäußert, die Welt hätte noch nie irgendeinen Nutzen von Deutschen gehabt, sie würden nur üblen Geruch verbreiten. Dummerweise bekam der Verfassungsschutz Wind von diesen Predigten und ermittelte gegen den Imam.

Nun mag der Rassismus von Angehörigen einer Minderheitsgesellschaft gegenüber der Mehrheitsgesellschaft keine so „schlimmen“ Konsequenzen haben wie umgekehrt – eigentlich schaden sie sich nur selbst, wenn sie etwaige Ressentiments in der Mehrheitsgesellschaft noch befeuern. Aber Rassismus bleibt Rassismus, egal von wem und gegenüber wem. Selbstverständlich gibt es quer durch alle Bevölkerungsgruppen Idioten wie diesen Imam oder „mahabba“, die ihr kärgliches Ego nur dadurch aufplustern können, in dem sie sich selbst künstlich überhöhen, in dem sie sich über andere Menschen erhaben dünken. Geschenkt. Was mir aber sauer aufstösst ist, dass es von normalen, aufgeklärten „politisch korrekten“ Menschen so wenig Widerspruch gegen diesen Rassismus der Minderheitsgesellschaft gegen die Mehrheitsgesellschaft gibt. Etwa bei einer Google-Suche zu diesem Thema stösst man fast ausschließlich auf Giftblätter wie „blaue Narzisse“, „Junge Freiheit“ oder „Grüne Pest“ – und denen geht es wohl kaum um die Bekämpfung von Rassismus. Überlässt man hier einen Teil der Auseinandersetzung mit dem weiten Feld „Rassismus“ nicht eigentlich Rassisten? Was ist so verboten daran, zuzugestehen, dass es in gesellschaftlichen Minderheiten auch Rassisten gibt und warum artet die Forderung nach Gleichberechtigung von Minderheiten oder depriviliegierten Gruppen (ähnlich war es beim Feminismus) so oft in einen Status der Überhöhung: „der/die ist besser weil er/sie einer Gruppe angehört, die lange Zeit unterdrückt wurde“, aus?

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